Immobilien
Baugeld: Sparpotenzial von 25 000 Euro

Die Zinsen für Baudarlehen sind im Keller. Immobilienbesitzer können ihre Kreditkosten weiter senken, wenn sie die Tilgung flexibel gestalten. Wer in Niedrigzinsphasen die Tilgung erhöht, erzielt erstaunliche Ergebnisse. Ein kleiner Trick spart schnell zehntausende Euro.

DÜSSELDORF. Der Blick auf den Markt für Hypotheken sorgt bei Häuslebauern derzeit für helle Aufregung. Die Sätze für Immobiliendarlehen sanken seit Sommer vergangenen Jahres um mehr als einen Prozentpunkt. Aktuell verlangen Banken für Hypotheken mit einer Zinsbindung von zehn Jahren im Schnitt 4,3 Prozent. Informierte Darlehnsnehmer wissen: ein Prozentpunkt weniger verbilligt die Finanzierung schnell um einen Betrag im fünfstelligen Bereich.

Mit einem einfachen Trick lässt sich das Sparpotenzial noch einmal deutlich steigern. Viele Banken bieten aktuell Darlehen mit variablen Tilgungssätzen an. Der Kunde kann so selber bestimmen, welchen Anteil der Schuld er jedes Jahr bei der Bank abträgt. Neben den Kosten für die Zinsen bestimmt der Tilgungssatz maßgeblich die Höhe der Rate. "Da die Zinsen aktuell sehr niedrig sind, können Immobilienbesitzer den Tilgungssatz häufig deutlich aufstocken", sagt Max Herbst, Inhaber der Frankfurter Finanzberatung FMH. Während der Zinsbindung können Kunden diesen Satz üblicherweise zweimal ändern.

Das folgende Rechenexempel für eine junge Familie sollte Kreditnehmer aufhorchen lassen. Selbst Doppelverdiener planen die Höhe ihrer Monatsraten meist so, dass sie diese mit nur einem Einkommen bedienen können. So kostet ein Darlehen über 150 000 Euro mit fünf Prozent Zins und 1,5-prozentiger Tilgungsrate monatlich 813 Euro. Die Restschuld nach 15 Jahren gleichmäßiger Tilgung liegt immerhin bei 99 883 Euro.

Besser fahren Kreditnehmer, wenn sie die Tilgung zwischenzeitlich deutlich erhöhen. "Würde das Ehepaar die Rate zwei Jahre lang auf 1 813 Euro anheben und ab dem dritten Jahr auf den avisierten Tilgungssatz von 1,5 Prozent absenken, läge die Restschuld nach 15 Jahren nur noch bei 51 704 Euro", sagt Herbst. Die Ersparnis beträgt rund 24 200 Euro.

Die Vorteile hoher Tilgung am Anfang liegen auf der Hand. Selbst wenn die Musterfamilie den Tilgungssatz nach zwei Jahren hoher Raten vom dritten bis zum einschließlich siebten Jahr auf Null absenken und erst ab dem achten Jahr wieder auf 1,5 Prozent erhöhen würde, betrüge die Restschuld nur noch 83 343 Euro. Das Sparpotenzial liegt bei 11 200 Euro. Positiver Nebeneffekt: zwischen dem dritten und fünften Jahr sinkt die Rate auf rund 500 Euro. "Ein Verdienstausfall während der Elternzeit lässt sich so leichter überbrücken", sagt Herbst.

Jens Hagen
Jens Hagen
Handelsblatt / Redakteur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%