Immobilien-Boom
Milliarden fließen nach Osteuropa

Nach der ersten Investitionswelle, die in den vergangen 15 Jahren vor allem Polen, Tschechien und Ungarn mit internationalem Immobilienkapital versorgte, rollt nun eine zweite Welle weiter in Richtung Osteuropa.

HB BUKAREST. Auf den Einkaufslisten der Investoren tauchen neben den Metropolen Budapest, Prag und Warschau nun auch Nebenzentren wie Breslau und Krakau, aber auch Zielländer wie Bulgarien, Rumänien, die Slowakei und Russland auf. "In der Einschätzung vieler ausländischer Investoren ist das langfristige Potenzial Russlands inzwischen vergleichbar mit den meisten westeuropäischen und asiatischen Märkten", sagt etwa Michael Lange, Vorsitzender der Geschäftsführung des Immobilienberaters Jones Lang Lasalle (JLL) für Russland und GUS.

Allein 2006 flossen 4,5 Mrd. US-Dollar in die russischen Immobilienmärkte, zehn Mal so viel wie im Jahr zuvor (417,6 Mill. US-Dollar). Nach Analysen des Maklerunternehmens Cushman & Wakefield (CW) waren im vergangenen Jahr für 60 Prozent des gesamten Immobilientransaktionsvolumens in Russland internationale Käufer verantwortlich. "Das Vertrauen ausländischer Akteure ist größer als noch vor ein paar Jahren", sagt Christopher Peters, Research-Leiter bei Cushman & Wakefield Stiles & Riabokobylko. Neben Büroimmobilien seien auch Einkaufszentren gefragte Investitionsobjekte.

Sie sprießen in ganz Osteuropa wie Pilze aus dem Boden. Allein der deutsche Shoppingcenterentwickler ECE besitzt inzwischen 16 Einkaufsoasen mit insgesamt 630 000 Quadratmetern (qm) Verkaufsfläche in Mittel- und Osteuropa. Drei Viertel dieser Center hat das Hamburger Unternehmen selbst entwickelt. Derzeit sind elf neue Projekte mit insgesamt 460 000 qm Verkaufsfläche in Planung oder im Bau. "Wir investieren bei diesen Vorhaben in Kooperation mit externen Investoren rund 1,1 Milliarden Euro", sagt ECE-Geschäftsführer Alexander Otto.

Zum Beispiel in der City der russischen Stadt Jaroslawl. Hier errichtet ECE eine moderne Einkaufsgalerie mit einer Gesamtfläche von mehr als 130 000 qm. 150 Mill. Euro investiert das Unternehmen allein in dieses Projekt. In der bulgarischen Hauptstadt Sofia entwickeln die Hamburger gemeinsam mit der Advance Properties, einem der größten Immobilienunternehmen Bulgariens, gleich ein neues Stadtviertel mit Einkaufsmöglichkeiten, Büros, Wohnungen sowie Hotels. In der ersten Bauphase wird ein Shoppingcenter mit rund 70 000 qm Mietfläche sowie ein Büroturm mit rund 40 000 qm Fläche errichtet. "In Sofia herrscht großer Bedarf an modernen Büro- und Einzelhandelsflächen. Auch Wohnungen werden gebraucht", sagt Georgi Domuschiev, Geschäftsführer von Advance Properties.

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