Immobilien
Bürohäuser umfunktioniert

Immer mehr Bürogebäude in Düsseldorf und Köln werden zu modernen Apartmenthäusern umgebaut. Die Umwandlung rechnet sich zwar in guten Wohnanlagen, jedoch lässt sich nicht jeder Büroturm in ein Mehrfamilienhaus umfunktionieren.
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KölnWo noch vor wenigen Jahren die Angestellten der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) an ihren Schreibtischen saßen, ziehen demnächst Paare und Familien ein: Im westlichen Kölner Stadtteil Müngersdorf laufen zurzeit die Umbauarbeiten im terrassenförmigen ehemaligen Bürogebäude des Tochterunternehmens der staatlichen Förderbank KfW. Auch ein paar Kilometer stadteinwärts wird demnächst gewohnt statt gearbeitet: Der Projektentwickler Frankonia wird den einstigen Gerling-Büroturm am Gereonshof zum exklusiven Wohnhochhaus umbauen.

Zwei Projekte, die im Trend liegen, sagt Achim Birken, Leiter des Kölner Büros des Immobilienberaters Jones Lang Lasalle: "Gerade wenn es sich um Bürogebäude in einer gewachsenen Wohnlage handelt, kann eine Umwandlung wirtschaftlich sinnvoller sein als eine weitere Büronutzung." Das bestätigt Christoph Meszelinsky, Niederlassungsleiter von BNP Paribas Real Estate in der Landeshauptstadt: "In Düsseldorf haben sich die Wohnungspreise in einigen Lagen extrem gut entwickelt, so dass dort für Wohnungen mitunter höhere Preise erzielbar sind als für Büroräume."

Das ist in der Domstadt ähnlich, doch kommt hier ein weiterer Grund hinzu, wie Andreas Schlote, Geschäftsführer der auf Revitalisierungen spezialisierten Ingenieurgesellschaft Luxemburger Team, erläutert: "Bei Kosten allein für ein Basis-Refurbisment von etwa 1 000 Euro pro Quadratmeter, scheitert die wirtschaftliche Revitalisierung eines Bürogebäudes nicht selten daran, dass die später erzielbare Miete zu niedrig ist." Eine umfassende Revitalisierung inklusive neuer Fassade rechne sich erst bei einer Miete zwischen 18 bis 20 Euro, sagt Dirk Hindrichs, geschäftsführender Gesellschafter des Kölner Immobilienberatungsunternehmens Rhein-Real. Ein Niveau, das in Köln nur in topausgestatteten Neubauten in Spitzenlagen erzielbar ist.

Dennoch ist der Umbau zu Eigentumswohnungen nicht immer eine Alternative: Erstens weil er tendenziell noch teurer ist als die Sanierung, so Schlote. Und zweitens, ergänzt Andreas Krämer von der HSH Nordbank in Düsseldorf, "eignen sich nur die wenigsten Bürogebäude aus baulichen Gründen für eine Wohnnutzung ".

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