Immobilien: Für Spekulanten mit Spielkasse

Immobilien
Für Spekulanten mit Spielkasse

Immobilien sind gefragt wie lange nicht mehr. Der Boom verleiht selbst kleinen Unternehmen Flügel. Der Wohnungskonzern Estavis möchte seinen Börsenwert mehr als verdreifachen. Lohnt jetzt ein Kauf der Aktie?
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Der ausufernde Immobilienboom in Deutschland sorgt selbst bei kleinen Marktteilnehmern aktuell für kühnste Hoffnungen. So möchte Andreas Lewandowski, Vorstand des mit aktuell knapp 36 Millionen Euro bewerteten Immobilienunternehmens Estavis, den Börsenwert bis Ende 2014 auf mehr als hundert Millionen Euro steigern. „Erst ab dieser Summe sind wir für institutionelle Investoren interessant“, sagt Lewandowski.

Bislang lockt das Unternehmen eher Family-Offices und Vermögensverwalter wie Flossbach von Storch, der elf Prozent der Aktien besitzt. Oder Einzelinvestoren wie etwa die Ukrainerin Alexandra Timoschenko, eine bildhübsche Olympiasiegerin in der Rhythmischen Sportgymnastik, die mit 4,8 Prozent beteiligt ist. Dirk Marcus, Chef des Beteiligungsunternehmens Aurelius ist mit knapp 16 Prozent investiert.

Für das ehrgeizige Wachstumsziel müsste das Unternehmen neue Aktien herausgeben. Aktuell laufen entsprechende Verhandlungen, ein Deal sei in naher Zukunft möglich. Das Unternehmen erwägt etwa, Bestände an Wohnimmobilien gegen neue Aktien zu tauschen. Ein solcher Deal könnte nach der in der nächsten Woche auf der Hauptversammlung vorgestellten Platzierung von sechs Millionen neuen Aktien stattfinden.

Estavis konzentriert sich auf den Kauf von Wohnimmobilien in B-C-Lagen mit positivem Cash Flow und sieht vor allem in den neuen Bundesländern gute Chancen. Die Zahl an Wohnungen im Bestand soll – sobald die Finanzierung geklärt ist – kurzfristig von zuletzt rund 1.500 auf mindestens 10.000 steigen. „Wir haben einige interessante Objekte im Visier“, sagt Lewandowski. Der Wert des Wohnungs-Portfolios soll von gut 50 Millionen Euro auf 500 Millionen Euro steigen.

Die Kursentwicklung der im Prime Standard notierten Aktie sorgt bei langfristigen Anlegern bislang eher für Frust. Seit 2008 fiel der Kurs von knapp 30 Euro auf aktuell rund zwei Euro. Seit Jahresbeginn steht allerdings ein Plus von rund 12 Prozent zu Buche. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis soll laut Bloomberg in diesem Jahr bei 20,2 liegen. Mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,2 wäre die Aktie unterbewertet. Wegen der niedrigen Marktkapitalisierung und den vielen Unbekannten beim Wachstumskurs ist sie eher für spekulationsfreudige Anleger mit gut gefüllter Spielkasse geeignet.

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Der Immobilienmarkt boomt

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