Immobilien
In Berlin steigen die Mieten am schnellsten

Deutschland gilt als Land der Mieter. Die Nachfrage ist vor allem in Groß- und Hochschulstädten hoch. So rasant wie in der Hauptstadt stiegen die Mieten für Wohnungen allerdings in keinem anderen Bundesland.
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BerlinIn Deutschland gibt es keine flächendeckende Explosion der Mieten. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest das Statistische Bundesamt in einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung. Demnach stiegen die Nettokaltmieten 2013 bundesweit um durchschnittlich 1,3 Prozent und damit langsamer als die allgemeine Inflationsrate mit 1,5 Prozent. „Deutliche Mietsteigerungen treten nur regional begrenzt auf und sind in erster Linie ein Problem der Neuvermietungen in Ballungszentren, Groß- und Hochschulstädten“, erklärten die Statistiker. Sie locken vor allem junge Leute und Zuwanderer an.

Besonders in Berlin mussten Mieter tiefer in die Taschen greifen. Hier fiel das Plus mit 2,6 Prozent genau doppelt so stark aus wie im Bundesdurchschnitt. Es folgen Nordrhein-Westfalen und Niedersachen mit jeweils 1,6 Prozent. Für die zweitgrößte deutsche Stadt Hamburg fehlen konkrete Angaben. In den östlichen Bundesländern habe die Erhöhung am Jahresende lediglich zwischen 0,3 und 0,9 Prozent gelegen.

Für die begehrten Lagen sagen Experten auch in diesem Jahr einen deutlichen Aufschlag voraus. „In Top-Städten wie Berlin, Hamburg und München dürften die Preise bei den Neuvermietungen um etwa fünf Prozent zulegen“, sagte André Adami vom Marktforscher bulwiengesa, auf dessen Daten sich etwa die Bundesbank stützt. In einigen besonders begehrten Stadtgebieten wie dem Prenzlauer Berg in Berlin oder St. Pauli in Hamburg gebe es bereits Hinweise für eine Überhitzung.

Das sieht der Mieterbund ganz ähnlich. „Die Nachfrage liegt in einigen Städten deutlich über dem Angebot, was die Preise nach oben treibt“, sagte Sprecher Ulrich Ropertz. Das Problem lasse sich nur durch einen verstärkten Neubau lösen. „Wir brauchen den sozialen Wohnungsbau, da private Investoren vor allem hochpreisige Wohnungen schaffen“, so Ropertz. „Und größere Unternehmen sollten den Werkswohnungsbau wiederbeleben, um ihren Mitarbeitern bezahlbares Wohnen zu ermöglichen.“

Da von der Planung bis zum Einzug aber Jahre vergehen, ist der Mieterbund für die von der großen Koalition vereinbarte Mietpreisbremse. Sie soll ab Sommer gelten und den Anstieg dämpfen. Andere Experten halten sie dagegen für kontraproduktiv. „Sie verunsichert Investoren, die Projekte deshalb erst einmal auf Eis legen“, sagte bulwiengesa-Fachmann Adami.

Deutschland gilt als Land der Mieter. Die Eigentümerquote lag 2011 – aktuellere Daten liegen noch nicht vor – bei 45,6 Prozent. In den beiden größten Städten Berlin und Hamburg habe sie nur 15,6 Prozent beziehungsweise 24,1 Prozent betragen. Lange Zeit stiegen die Mieten nur leicht. „Längerfristig betrachtet, wirken die Nettokaltmieten preisdämpfend auf die Entwicklung der Verbraucherpreise“, so das Bundesamt. Sie hätten sich von 2005 bis 2013 um 9,8 Prozent erhöht, die Kosten für die Lebenshaltung insgesamt aber um 14,3 Prozent.

Experten zufolge werde das auch in Zukunft so sein. „Tatsächlich sind nur für rund 20 bis 25 Prozent aller deutschen Mietwohnungen langfristig überdurchschnittliche Wachstumswerte zu erwarten“, sagte Adami. „Der große Rest wird sich allenfalls seitwärts entwickeln.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Immobilien: In Berlin steigen die Mieten am schnellsten"

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  • Kann das Handelsblatt bitte mal mit der Panik-Mache aufhören. Irgendwann muss man doch merken, dass man vor den Karren der Bau- und Immobilienwirtschafts-Lobby gespannt wird! Die Mieten steigen halt nicht überproportional, es sind 1,3%! Damit liegt der Mietanstieg unterhalb der Inflationsrate!!! Die Schlussfolgerung daraus lautet, dass es günstiger zu mieten als gerade nun zu kaufen ist. Klar, diese Erkenntnis würde der Immobilien- und Bauwirtschaft nicht helfen ...

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