Immobilien in Frankfurt
Höher, kompakter, teurer

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„Randthema“ Brexit

Seit Jahren grassiert in den Großstädten eine Debatte um Verdrängung. Die hohen Preise, so die Lesart, vertreibe Geringverdiener aus ihren Wohnungen. Stefan Spilker, Geschäftsführer von Becken Development, Eigentümer des Hochhausprojektes in der Stiftstraße erklärt: „Dort gibt es keine Gentrifizierung oder Verdrängung.“ Becken hat das Grundstück in unmittelbarer Nähe zur Einkaufspassage „My Zeil“ vor einem Jahr von der Telekom abgekauft und will nun bis Anfang 2020 die Wohntürme bauen. Sein Konzept sieht zunächst Wohnungen in der Größenordnung von 50 Quadratmetern vor, die allerdings erweitert werden können. Der Trend am Markt gehe jedoch hin zu kompakterem Wohnen.

Günstig, so viel ist abzusehen, wird das für Mieter und Käufer aber nicht. Zabel etwa erklärt, dass Hochhausbau grundsätzlich nicht günstig sei. Immerhin: Ein Drittel der bis zu 500 Wohnungen soll „mietpreisgedämmt“ sein, wie es Spilker formuliert. Menschen mit Wohnberechtigungsschein sollen dort für 9,10 Euro bis 14 Euro mieten können. Kalt.

Wie hoch letztlich die ungedämpften Miet- und Kaufpreise liegen ist noch nicht beschlossen. Als Orientierung gibt Spilker aber auf den Weg: „Das obere Level der Dämpfung wird das untere Level bei den normalen Mieten sein.“ Kein billiges Vergnügen also. Im Frankfurter Durchschnitt kostet ein Quadratmeter heute bei 13,30 Euro.

Dennoch macht sich Thomas Zabel um den Vertrieb keine Gedanken. „Neben Berlin und Hamburg erkennen wir auch in Frankfurt die klare Tendenz, dass es neben deutschen Käufer zunehmend auch ausländische Käufer gibt“, sagt Zabel. Er betont jedoch, dass dazu auch in Deutschland lebende Ausländer zählen – und keinesfalls nur Finanzinvestoren. Ein Geisterturm aus Wohnungen, die nur aufgrund einer lockenden Rendite verkauft würden, sei kein Ziel. Er peile einen Selbstnutzeranteil von 50 Prozent an.

Dass etwa der Brexit den Vertrieb ankurbeln könne, indem Banker vermehrt nach Frankfurt ziehen, darauf will sich Zabel nicht verlassen. Das sei für ihn ein „Randthema“. Damit scheint er derzeit gut beraten. JLL etwa kann noch keine gesteigerte Nachfrage aus London feststellen. Noch ist die Unsicherheit zu groß, ob Finanzinstitute ihren Zugang nach Europa aus London heraus nicht doch behalten könnten.

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Kommentare zu " Immobilien in Frankfurt: Höher, kompakter, teurer"

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  • Also, moschee uff de Zeil, Hauptbahnhof und das schöne Puffviertel net vergesse, als Dinner einen schnöden Burger in de Innenstadt reinziehe und dann nqch 23.00 Uhr mit de S-Bahn von Frsnkfurt nach Offenbach und widder zurück.

    Viel Spaß, gute Erfahrung, wenich Ärcher und willkomme in Frankfort.

  • Wer's besser wisse will, geht Samstags uff die Zeil. Und geht mal übbern Hauptbahnhof, zieht sich en Bürger nach 23.00 Uhr roin und fährt dann mit de S-Bahn von Frankfurt nach Offebach.

    Wer dann noch glaabt er sein in Deutdchelande is net bei Trost, oder wie?

  • Auch so eine Hultikultistadt.

    Die Banken versilbern den wahren Charakter einer international verstandenen Stadt.

    Ansonsten bräuchte man nur über den Main nach Offebach zu gucke.

    Das wäre für manche Frankfurter besser zu verstehe.

    Wer gibt schon als Stadt gerne zu, dass das Ganze nur mit hohen Sozailleistungen halbwegs funktioniert.

    Die Offebächer haben allerdings keine Banken. Entsprechend sieht es -nicht nur in den Finanztöpfen der Stadt- auch aus.

    Sollten die Leistungen versiegen, darf sich umsomehr die Exekutive und Judikative über die Glanzleistungen der Legislative über Mehrarbeit freuen.

    Schließlich kostet die ja nix.

    Und wer nun anderes behauptet ist töricht und naiv.

    Was wäre Frankfurt noch ohne Banken.

    Ich denke eine Geisterstadt, wo viele normale Mensche net unbedingt lebbe wolle, wenn se dort net arbeite müsste.

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