Immobilien in München
„München erstickt an seinem Erfolg“

Die bayrische Landeshauptstadt besticht durch ihre Wirtschaftskraft. Das zieht sowohl Arbeitskräfte als auch Investoren an. Die Immobilienpreise? Steigen! Und auch im Umland wird es immer teurer.
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MünchenTeuer, teurer, München. Wer nach München zieht und sich auf die Stadt an der Isar freut, dem vergeht es spätestens beim Blick auf die Miet- und Kaufpreise. So auch Lana und Einar. Von Anfang an war klar, dass die beiden nur für eine begrenzte Zeit in die bayrische Hauptstadt ziehen würden. Ein Jahr Auslandsstudium. Das macht es nicht gerade leichter auf einem überlaufenen Markt, bei dem Vermieter frei aus einer Schar Interessenten wählen können.

Die beiden Studenten finden schließlich eine Wohnung, eine Woche vor ihrer Ankunft. Das gute: Die erste gemeinsame Wohnung steht. Außerdem liegt sie noch in Schwabing-Nord, nicht allzu weit von der Universität entfernt. Die beiden sind glücklich.

Das Schlechte: Sie mieten die Wohnung über eine Art Drittanbieter, nicht beim Eigentümer oder Wohnungsvermieter. Der Preis hat es in sich: 1140 Euro für ein 38 Quadratmeter großes Apartment mit einem kleinen Balkon in einem Wohnturm. Das Zimmer ist möbliert. Mit 30 Euro je Quadratmeter kommt der Preis aber auch für Schwabing sehr stolz daher, wo die Kaltmieten im Schnitt knapp 19 Euro betragen.

Des einen Leid ist des anderen Freud: Sicher, sicherer, München. So dürfte das Urteil von Investoren ausfallen, wenn sie über ein Investment in der bayrischen Landeshauptstadt nachdenken. Abgesehen von Langwied (Rating AA) im Westen Münchens, gehört das gesamte Stadtgebiet zu den sehr guten Lagen (AAA) für Immobilienkäufer, wie eine Untersuchung von Immobilienscout24 zeigt. „Für Kapitalanleger ist in München das Renditerisiko am geringsten“, erklärt Ulrich Jacke, Geschäftsführer des Immobilien-Analysehauses von Dr. Lübke & Kelber.

„Anders als in Städten wie Hamburg oder Berlin gibt es in München keine großen Preisdifferenzen zwischen den einzelnen Stadtteilen. München ist relativ homogen“, sagt Michael Schlatterer, Direktor für Wohnimmobilienbewertung beim Immobiliendienstleister CBRE. Auch umliegende Städte und Kreise wie Fürstenfeldbruck, Dachau oder Starnberg spüren die große Anziehungskraft der Bayernmetropole.

„Im gesamten Münchner Stadtgebiet gibt es eine hohe Investitionssicherheit, aber abnehmende Renditechancen, da langsam die Preisobergrenzen erreicht sind“, erklärt Jan Hebecker, Leiter Märkte und Daten bei Immobilienscout24. Die Objektrenditen bei Bestandsimmobilien lagen in München 2015 gerade noch bei 2,3 Prozent. Zum Vergleich: In Berlin waren es 3,0 Prozent, zeigt eine Analyse von Dr. Lübke & Kelber.

Harscher analysiert Reiner Braun, Geschäftsführer des Immobilien-Analysehauses Empirica, die Situation in der bayrischen Landeshauptstadt: „München erstickt an seinem Erfolg.“ Münchens Vorteil und Problem zugleich: Die hohe Wirtschaftskraft. Eine Mischung aus Hidden-Champions im Mittelstand, einem starken Medienzentrum sowie den Sitzen von sieben der 30 Dax-Konzerne lockt Arbeitskräfte in die Region. Allein zwischen Juli 2015 und Juli 2016 ist die Stadt um knapp 30.000 Menschen gewachsen.

Kommentare zu " Immobilien in München: „München erstickt an seinem Erfolg“"

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  • Ich finde die vielen IT-Jobs in München durchaus attraktiv allerdings verstehe ich bei IT-Unternehmen die lokale Gebundenheit nicht. In München muss ich ein Gehalt von 70k+ abrufen in vielen anderen Großstädten würde ich auch für wesentlich weniger arbeiten kommen. Potential die Wirtschaftskraft zu verteilen ist auf jedenfall vorhanden.

  • Wer München zu teuer findet der sollte in den Norden des Freistaates ziehen. In Franken sind die Preise noch moderat und das Leben entspannt und bezahlbar.
    Bier 0,5 Liter ab 1,80 EUR.

  • Möchte Herrn Behrends, 10 Uhr 16 zustimmen.

    Die CSU-Politik ist eher ein Desaster. Hat noch nie zum Wohl Bayerns beigetragen. Die Flächenversiegelung ist katastrophal. München profitiert von seinen Dax-Konzernen und weiteren hervorragenden Firmen. Zudem ein super Touristen-Magnet. München war schon gut, bevor es die CSU überhaupt gab. Diese Partei macht es eher kaputt. . München verliert ununterbrochen an Lebensqualität. 38 Prozent der Einwohner haben einen Migrationshintergrund. Die CSU wird daran nichts ändern. Hunde, die bellen, beißen nicht. Die Stadt ist völlig überfüllt.

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