Immobilien
Investoren werden vorsichtiger

Noch machen deutsche Immobilienfirmen glänzende Geschäfte. Aber die Anzeichen für einen Abschwung mehren sich. Ein Indikator des Handelsblattes zeigt: Der Wert zu den Zukunftsaussichten bricht ein.
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Ob das Glas halb voll oder halb leer ist, hängt bekanntlich von der Gemütsverfassung des Betrachters ab. Deshalb lässt sich auch der aktuelle, vorab im Handelsblatt veröffentlichte IW-Immobiliengeschäftsklimaindex sowohl auf die eine wie die andere Weise lesen. Vierteljährlich befragt das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Immobilienunternehmen nach der aktuellen Stimmungslage und den Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate.

Wer zu den Pessimisten gehört, dem dürften die Ergebnisse Sorgen bereiten. Denn im dritten Quartal dieses Jahres hat sich das Immobiliengeschäftsklima deutlich eingetrübt: Im Vergleich zum Juni sank der Index um mehr als zehn Punkte auf nun 47,7 Zähler.

Michael Voigtländer, der als Leiter des Kompetenzfelds Immobilienökonomik beim IW Köln gemeinsam mit seinem Team den Index erstellt, sieht die Sache allerdings differenzierter: "Ihre aktuelle Geschäftslage beurteilen immer noch 80 Prozent der Branche als gut", analysiert der Ökonom die Detailergebnisse.

Nach den Zukunftsaussichten befragt, fielen die Antworten der Immobilienprofis allerdings deutlich verhaltener aus. Der Indexwert zu den Geschäftserwartungen in den kommenden zwölf Monaten sank von 34,1 Punkten im Juni auf nur noch 19,5 . "Die Optimisten unter den befragten Unternehmen sind aber immer noch in der Überzahl", erweist sich Voigtländer auch bei der Interpretation dieses Ergebnisses als Mann der Zuversicht.

Zwei Drittel der Befragten erwarten nämlich, dass die Geschäfte keineswegs schlechter laufen werden als zuvor. Umgekehrt befürchtet das nur eine kleine Minderheit von sieben Prozent der Befragten. Dass es aber besser wird, daran glaubt nur noch jeder vierte Befragte. Vor drei Monaten lag der Anteil noch bei 40 Prozent.

Vor allem Projektentwickler, also Unternehmen, die Grundstücke erwerben, um darauf Neubauvorhaben zu planen, diese umzusetzen und schließlich an einen Investor zu verkaufen, blicken im dritten Quartal weit weniger zuversichtlich auf die Geschäftsentwicklung der kommenden zwölf Monate. Der Index für die Geschäftserwartung sank von 28,3 im zweiten Quartal auf nur noch 2,4 Punkte.

Kommentare zu " Immobilien: Investoren werden vorsichtiger"

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  • Gegen Ende eines "klassischen" (Investitions-)Zyklus häufen sich "normalerweise" die Fertigstellungen der Property-Developer in Commercial Property, also Bürohäusern, Einkaufszentren pp.

    Aber was hatten wir denn in den letzten etwa sieben Jahren? Kaum einen klassischen, nicht mal einen richtigen Zyklus. Eigentlich war es seit 2008 nur ein mehr oder weniger banges Zuwarten - abgesehen von den direkt geförderten Moneygrabbern bei Investmenthäusern, Banken pp.

    QE und ZIRP treibt natürlich auch manch Entwickler ins Spielfeld. Die Renditejagd sorgte für etliche Umsätze bei zuverlässigen Geldgeneratoren, wie etwa Zinshäusern in großen Volumina. Aber auch Spezialimmobilien gingen hier und dort. Und gute Lagen passen immer für ein gutes Development. So richtig fett war es jedoch nicht die letzten Jahre.
    Nötig wäre m.E. eine grundlegende allumfassende, schließlich konstruktive Zerstörung all der Fehler, die in den letzten Jahren seit 2007/8 bis heute - und natürlich auch viele Dekaden zuvor schon - begangen wurden. Manch einer wartet darauf - ein paar Developer werden darunter sein, die in längeren Zeiträumen zu denken gewohnt sind.

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