Immobilien
Jetzt noch günstige Bauzinsen sichern

Die Zinsen für Baudarlehen ziehen wieder an. Eine Trendwende - sagen viele Fachleute. Vorsichtige Immobilienbesitzer können sich die noch günstigen Sätze im Voraus reservieren. Die Sicherheit gibt es aber nicht zum Nulltarif - wer interessiert ist, sollte nicht zu lange warten.
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DÜSSELDORF. So stark wie in den vergangenen Monaten sind die Zinsen selten gestiegen. Seit Anfang September sind Baudarlehen mit zehnjähriger Zinsbindung schon 0,7 Prozentpunkte teurer geworden. Ein Prozentpunkt mehr verteuert ein Darlehen von 100 000 Euro während einer Zinsbindung von zehn Jahren um rund 11 500 Euro.

Der Grund für die Zinswende: Die Renditen für Bundesanleihen steigen im Zuge der Euro-Schuldenkrise an. Viele Fachleute wie Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, machen bereits eine Trendwende aus. Zwar könne es kurzfristig mit den Zinsen auch noch einmal nach unten gehen. Im Laufe des kommenden Jahres erwartet Hellmeyer mit Blick auf die marktbestimmende zehnjährige Bundesanleihe einen Zinsanstieg auf 3,9 bis 4,2 Prozent. Damit würden sich die Finanzierungskosten im Vergleich zum Rekordtief im vergangenen August glatt verdoppeln.

Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif

Aber nicht alle Fachleute erwarten einen so starken Zinsanstieg. "Wir haben den Tiefpunkt bei den Bauzinsen sicherlich gesehen", sagt Heinrich Bayer, Chefvolkswirt der Deutschen Postbank. "Der aktuelle Aufwärtstrend wird sich noch etwas fortsetzen, wir rechnen aber mit einem eher verhaltenen Anstieg". Torsten Polleit, Chefvolkswirt Deutschland von Barclays Capital, betont: "Insgesamt bleiben die Zinsen, historisch betrachtet, relativ niedrig." Im historischen Vergleich lagen die Hypothekenzinsen zwischen sechs und sieben Prozent.

Immobilienbesitzer, die mit steigenden Zinsen rechnen, sollten sich die aktuellen Konditionen sichern. "Eine rechtzeitige Reservierung kann nicht nur Geld sparen, sondern sorgt auch für berechenbare Zinskosten", sagt Max Herbst, Inhaber der Frankfurter FMH Finanzberatung. Bevor die Zinsbindung eines Darlehens ausläuft, können Hausbesitzer bereits ein Forward-Darlehen abschließen, um sich die aktuell günstigen Konditionen für ein Anschlussdarlehen zu reservieren. Dies ist auch dann möglich, wenn die Zinsbindung des alten Darlehens erst in einigen Jahren endet.

Die Sicherheit gibt es aber nicht zum Nulltarif. Vermittler und Banken verlangen dafür einen Zinsaufschlag zwischen 0,01 und 0,05 Prozent pro Monat der Laufzeit. Wer interessiert ist, sollte nicht zu lange warten, denn die Kosten für Forward-Darlehen steigen aktuell. Im Schnitt kostet die Reservierung der Konditionen für drei Jahre im Voraus aktuell einen Aufschlag von rund 0,82 Prozent. Vor zwei Jahren lag der Satz noch bei 0,29 Prozent. Die Versicherer DBV, Axa-Leben und Ärzteversorgung liegen mit Aufschlägen von 0,01 Prozent pro Monat für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung im Vergleich vorne. "Neben den Aufschlägen sollten Kreditnehmer aber immer auch den Basiszins des Darlehens einkalkulieren", sagt Herbst.

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