Immobilien
Kanam-Anlegern droht Renditerückgang

Kanam, Anbieter offener Immobilienfonds, lässt alle Gebäude des Fonds Grundinvest außerplanmäßig neubewerten. Das geht aus einem Rundschreiben an den Vertrieb hervor.

DÜSSELDORF. Die Sonderbewertung werde vor der Wiedereröffnung des Fonds abgeschlossen sein, schreibt Kanam. Die Liegenschaften in London seien bereits im September begutachtet worden, so dass nun nicht mit weiteren Abwertungen zu rechnen sei. Die Einjahresrendite im Geschäftsjahr 2008/2009 (30.Juni) soll leicht auf rund fünf Prozent nachgeben.

Der Kanam-Fonds mit einem Volumen von rund 4,6 Mrd. Euro ist einer von elf offenen Immobilienfonds, die im Oktober die Rücknahme von Anteilscheinen aussetzten, nachdem Großanleger hohe Summen aus den Fonds abgezogen hatten. Die Fonds drohten die gesetzlich vorgeschriebene Mindestliquidität von fünf Prozent zu unterschreiten.

Laut Investmentgesetz muss der Wert von Fondsimmobilien im Jahresabstand von unabhängigen Sachverständigen taxiert werden. Kürzere Intervalle sind möglich. Vor drei Jahren ließ die Deutsche Bank die Immobilien ihres Fonds Grundbesitz-Invest außerplanmäßig neubewerten. Der Fonds nahm für drei Monate keine Anteilscheine zurück und gab keine aus.

Kanam rechnet mit einer rückläufigen Einjahresrendite. Die werde zum Jahresende 5,5 Prozent betragen, zum Geschäftsjahresende am 30. Juni 2009 dann fünf Prozent betragen. Nach Einschätzung des Fondsanalysehauses Scope werden die Renditen der offenen Immobilienfonds in diesem Jahr um 0,5 bis einen Prozentpunkt nachgeben. Aktuell beträgt die Durchschnittsrendite der deutschen Publikumsofnds knapp fünf Prozent.

Am Kanam Grundinvest können sich Anleger weiter beteiligen. Seit der Aussetzung der Anteilrücknahme seien dem Fonds 45 Mio. Euro neue Gelder zugeflossen, teilt Kanam mit. Als weitere Liquiditätsquellen werden Miet- und Zinseinnahmen genannt, die sich in dem Vierteljahr, in dem der Fonds eingefroren ist, auf rund 100 Mio. Euro addieren dürften. Ob die Zuflüsse genügen, um den Fonds im Januar wieder zu öffnen, könne heute noch nicht gesagt werden, sagte ein Kanam-Sprecher. Aktuell verfügt der Fonds über etwa 25 Prozent liquide Mittel. Gut vier Fünftel dieser Mittel sind aber durch Zahlungsverpflichtungen, etwa für Kaufpreisraten, gebunden, so dass die freie Liquidität gegenwärtig weniger als fünf Prozent beträgt.

Stefan Ulbrich, Deutschland-Chef des Immobiliendienstleisters Jones Lang Lasalle befürchtet, dass die Fonds wegen zu geringer Liquidität geschlossen bleiben.

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