Immobilien
LEG nutzt Gunst der Stunde zur Blitz-Kapitalerhöhung

Eigenständigkeit behalten, Gewinn gesteigert, höhere Dividende angekündigt – es läuft nicht schlecht für Deutschlands drittgrößten Wohnungskonzern. Nun sammelt er 307 Millionen Euro von den Aktionären ein.

DüsseldorfAm Donnerstagmorgen glänzte Thomas Hegel, Vorstandschef der LEG Immobilien, mit guten Quartalszahlen und kündigte auch gleich eine Dividendenerhöhung an. Am Abend nutzte er die gute Stimmung für die Gesellschaft nach der Absage der Fusion mit der Deutschen Wohnen und kündigte eine Kapitalerhöhung um rund 300 Millionen Euro unter Ausschluss des Bezugsrechts an. Die Kapitalerhöhung dient dazu, die Hälfte des Preises von 600 Millionen Euro für 13.800 von der Vonovia gekauften Wohnungen zu finanzieren.

Am Abend teilte LEG dann mit, das Unternehmen habe bei einer Kapitalerhöhung knapp 307 Millionen Euro eingenommen. Dafür seien etwa viereinhalb Millionen neue Aktien an Großinvestoren verkauft worden. Der Preis betrug demnach 68 Euro je Anteilsschein. Organisiert wurde die Kapitalerhöhung von der Commerzbank, Morgan Stanley und Societe Generale.

Wann Hegel sich das nächste große Paket für die auf Nordrhein-Westfalen fokussierte Gesellschaft schnappen wird, ließ er am Morgen offen. Aber Hegel rechnet sich offensichtlich etwas bei Kooperationen mit kommunalen Gesellschaften aus. Denn er kann sich durchaus vorstellen, dass Städte wieder Wohnungen veräußern. „Wir werden uns nicht scheuen, kommunale Bestände zu übernehmen“, sagte er. Zwar diskutiert er aktuell nicht über einen Ankauf, aber er registriert die Finanznot der Gemeinden, die sich durch Ausgaben für Flüchtlinge verschärft hat.

Hegel fühlt sich offensichtlich pudelwohl mit seiner Eigenständigkeit. „Wir sind aus dem nicht zustande gekommenen Zusammenschluss mit der Deutschen Wohnen gestärkt herausgekommen.“ Damit die Aktionäre erst gar nicht auf andere Gedanken kommen, legt er beim Ausblick auf künftige Gewinne noch eine Schippe drauf.

Der operative Gewinn (FFO I) aus der wird bis zum Jahresende auf 200 bis 204 Millionen Euro anschwellen, genug um eine Dividende von mindestens 2,23 Euro je Aktie zu zahlen. Und die Aktionäre können mit weiter steigenden Dividenden rechnen, denn die Düsseldorfer wollen auch künftig 65 Prozent des FFO I als Dividenden auszahlen. Der soll 2016 um weitere rund 50 Millionen steigen und Ende 2017 rund 280 Millionen Euro erreichen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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