Immobilien
Menschen kehren nach New Orleans zurück

„Katrina“ war hier. Von der einst eleganten Südstaatenvilla in einem ehemals gut situierten Stadtviertel in New Orleans steht nach dem Wirbelsturm nur noch der Rohbau – sämtliche Wände, Fenster, die gesamte Einrichtung und Elektroausstattung fielen dem Flutwasser zum Opfer. Und doch zählt das Gebäude zurzeit zu den begehrten Immobilien der Stadt.

ank HOUSTON. „Ich bin in den vergangenen Monaten bis spät in die Nacht durch die Wohnviertel gefahren, um mir potenzielle Häuser anzusehen“, erzählte der langjährige Anwohner Jim Peckenpaugh, der durch den Hurrikan im vergangenen Sommer sein Haus verlor, der Agentur AP. „Und überall sind mir Leute mit Taschenlampen begegnet, die aus dem gleichen Grund unterwegs waren wie ich.“

Schritt für Schritt wagen sich potenzielle Häuserkäufer zurück in das von Katrina zerstörte Territorium. Knapp ein Jahr nach dem Hurrikan wächst der Strom der Heimkehrer, die ihre provisorische Bleibe in Louisianas Hauptstadt Baton Rouge oder in Texas wieder aufgeben und zurück nach Hause wollen. Die am härtesten getroffenen Bereiche der Innenstadt liegen zwar nach wie vor brach. Doch am Stadtrand sei unter den Rückkehrern ein Bieterkrieg um die besten Objekte ausgebrochen, berichten Makler und Bauunternehmer. Und langsam arbeiten sich die Interessenten von den Außenbezirken wieder in Richtung Stadtkern.

Eines der größten Probleme für die potenziellen Käufer: Die Versicherungen schreiben kaum noch neue Policen für die zerstörten Gebiete. Weder State Farm noch Allstate, die vor dem Hurrikan mehr als die Hälfte der Gebäude der Stadt versichert hatten, nehmen Kunden auf. Dennoch wechselten im ersten Quartal 2006 im Stadtgebiet Einfamilienhäuser für 826 Mill. Dollar die Besitzer – 60 Prozent mehr als im gleichen Vorjahresquartal, meldet die Maklervereinigung von New Orleans.

KB Homes, eines der größten Bauunternehmen der USA, kaufte unlängst zwölf Quadratkilometer Baufläche in den Vororten von New Orleans und will im August Häuser im ersten neuen Stadtviertel, „River Garden“ genannt, anbieten. „Niemand weiß bisher, wie der Bedarf aussehen wird“, sagt KB-Chef Bruce Karatz, „aber ich weiß einfach, dass wir mit unseren Großprojekten richtig liegen.“

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