Immobilien Mietpreisbremse ärgert Investoren

Eigentlich sollte die Mietpreisbremse den Mietern in Metropolen helfen. Das Gegenteil ist der Fall, Immobilienprofis fahren ihre Investitionen zurück. Der Zeitplan gerät in Gefahr. Womit Mieter rechnen müssen.
Update: 05.05.2014 - 16:08 Uhr 23 Kommentare
Investoren denken um Weil die Zinsen historisch niedrig sind und es nur wenige sichere Investitionsmöglichkeiten gibt, parken immer mehr Anleger ihr Geld in Betongold. Besonders in Toplagen – also in Metropolen wie München oder Hamburg, aber auch in Unistädten wie Regensburg oder Freiburg – fällt es ihnen inzwischen schwer, hohe Renditen zu erzielen. Deshalb rücken Lagen aus der zweiten Reihe, so genannte „B-Städte“, zunehmend in den Fokus von Investoren. Dort sind die Immobilien noch vergleichsweise günstig und die Mieten steigen. Aber ein Run auf die Häuser bleibt noch aus. Die Vermögensberatungsgesellschaft Feri hat die Chancen und die Risiken für Investitionen in Immobilien von B-Städten untersucht. Sie zeigt, was es zu beachten gibt, wenn man Häuser und Wohnungen außerhalb boomender Großstädte kaufen möchte. Quelle: Getty Images

Investoren denken um
Weil die Zinsen historisch niedrig sind und es nur wenige sichere Investitionsmöglichkeiten gibt, parken immer mehr Anleger ihr Geld in Betongold. Besonders in Toplagen – also in Metropolen wie München oder Hamburg, aber auch in Unistädten wie Regensburg oder Freiburg – fällt es ihnen inzwischen schwer, hohe Renditen zu erzielen. Deshalb rücken Lagen aus der zweiten Reihe, so genannte „B-Städte“, zunehmend in den Fokus von Investoren. Dort sind die Immobilien noch vergleichsweise günstig und die Mieten steigen. Aber ein Run auf die Häuser bleibt noch aus. Die Vermögensberatungsgesellschaft Feri hat die Chancen und die Risiken für Investitionen in Immobilien von B-Städten untersucht. Sie zeigt, was es zu beachten gibt, wenn man Häuser und Wohnungen außerhalb boomender Großstädte kaufen möchte.

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfIm Wahlkampf war die Mietpreisbremse noch eines der publikumswirksamsten Projekte der SPD. Damit sie jetzt nicht floppt, legt sich Heiko Maas nun ordentlich ins Zeug. „Wohnungen sollen auch in Ballungsräumen bezahlbar bleiben“, sagt der Bundesjustizminister. „Deswegen darf die Miete bei Wiedervermietungen nicht über zehn Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete erhöht werden.“

Nach zum Teil vernichtender Kritik aus der Immobilienbranche, der Opposition und des Koalitionspartners, geht Maas bei seinem Renommierprojekt in den Verteidigungsmodus über. Das Projekt ist auch für ihn persönlich wichtig. Sein Ministerium setzt die Mietpreisbremse um. Schafft es Maas nicht, daraus einen Erfolg zu machen, verspielt er Ansehen und Aufstiegschancen. „Wir wollen die Preisbremse nur in Ballungsräumen anwenden - zunächst auf fünf Jahre begrenzt“, beschwichtigt Maas. Sie soll auch nicht bei Neubauten und Neuvermietungen greifen. „Das ist nicht zu viel, sondern eine sehr ausgewogene Regelung.“

Ob das Projekt für Maas gut ausgeht, bleibt abzuwarten. Der Koalitionspartner mahnt bereits handwerkliche Fehler an und warnt, dass der Zeitplan in Gefahr sei. Und eine Umfrage, die Handelsblatt Online exklusiv vorliegt, zeigt, dass die Mietpreisbremse genau das Gegenteil dessen bewirken könnte, was sich Maas und die Kollegen aus Regierung und Ministerium erhoffen.

Die Privatbank Ellwanger & Geiger befragte die zehn führenden börsennotierten Immobiliengesellschaften in Deutschland, die mehrere hunderttausend Wohnungen in Deutschland stellen. „Die Zielgruppe gilt als Frühindikator im Wohnungsmarkt, weil sie besonders wendig auf Veränderungen im Markt reagiert“, sagt Helmut Kurz, Initiator der Studie beim Stuttgarter Bankhaus.

70 Prozent der Befragten erwarten Rückgänge bei den Investitionen auf dem Wohnungsmarkt. Betroffen sind vor allem die Regionen, in denen die Mietpreisbremse mit größter Wahrscheinlichkeit eingeführt wird. Acht von zehn Befragten erwarten einen Rückgang der Investitionen in den Top-7-Standorten Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart, Köln und Düsseldorf.

Laut neuestem Gesetzesentwurf des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz soll bei Bestandsobjekten in solchen „angespannten Wohnungsmärkten“ die Miete bei einer wiedervermieteten Wohnung nur maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. „Die Mietpreisbremse ist in der jetzigen Form schlicht kontraproduktiv“, sagt Kurz (Gesetzesentwurf zur Mietpreisbremse zum Download).

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23 Kommentare zu "Immobilien: Mietpreisbremse ärgert Investoren"

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  • Die Mietpreisbremse hindert niemand daran mit Vermietung Geld zu verdienen. Es wird halt nur versucht die Möglichkeiten der Erpressung bzw. Möglichkeiten zur Ausnutzung von bestimmten Situationen verringert. Welcher normale Angestellte bekommt in 3 Jahren >15% Gehaltserhöhung? D. h. er wird mit dem Vermieter versuchen die Erhöhung zu kürzen und was sagt dann der Vermieter "Dann geh doch, aber bedenke wenn Du umziehst musst Du erstmal so einen geldgeilen Makler mit mehreren Tausend Euro bezahlen und für dieses Geld kannst Du mir auch die Mieterhöhung zahlen". Ist das etwa so OK?
    Man sieht doch schon wie geldgeil hier viele geworden sind, dass 15% in 3 Jahren nicht reichen. Selbst die vorherigen 20% waren als zu gering dargestellt worden.
    Leute geht mal zu Audi, BMW und Co. und least ein Auto über 3 Jahre. Da kommt auch nicht die Leasing-Firma nach 12 Monaten an und will mehr haben weil der Listenpreis gestiegen ist. Man bezahlt nur die Nutzung/Verschleiß für den Zeit der Nutzung. Beim Kauf einer Immobilie weiß man was die monatlichen Kosten ausmachen (Vollkredit über 25 Jahre) und kann somit die Miete inkl. Marge berechnen. Dementsprechend gibt es eigentlich nur Gründe für die Mieterhöhung um seinen Gewinn zu erhöhen oder wenn sie Nebenkosten erhöhen - nur diese Nebenkösten werden doch sowieso schon über die Nebenkostenabrechnung an den Mieter durchgereicht.....

  • Fakt ist, der Rat der Immobilienweisen hat in seinem Gutachten längst festgestellt, dass die Maßnahmen der Mietrechtsreform mittelfristig und langfristig kontraproduktiv sind, insofern ist überhaupt nicht nachvollziehbar weshalb wieder besseren Wissens diese Maßnahmen mit aller Macht durchgedrückt werden sollen. was in diesem Land schon lange nicht mehr stimmt, ist dies permanente Verunglimpfen von Menschen und Unternehmen die Geldverdienen wollen. In Berlin besteht aktuell das Mietpreisniveau von Mitte der 90er, von Abzockern kann hier also kaum die Rede sein. Heute werden Plattenbauten unter Denkmalschutz gestellt andernorts gibt es für sie noch Abrissprogramme. Grunderwerbssteuer innerhalb von 10 Jahren um 70% gestiegen, Grundsteuer in jeder Nebenkostenabrechnung der teuerste Posten! Kappungsgrenze von 20% runter auf 15% (wg. Wohnungsmangel). Der Staat ist so bekloppt, dass er heute für ein Vielfaches Bestände zurück kauft die er vor Jahren abgestoßen hat. Man kann Wohnungsmangel so leicht bekämpfen, B-planmäßig Verdichten einfacher machen. mehr Vollgeschosse zulassen. Bauvorschriften entschlacken. Baugenehmigungsverfahren vereinfachen, die werden aber gerade komplizierter Gemacht mit der sog. frühzeitigen Bürgerbeteiligung.

  • Schon vor Jahrzehnten wußte jeder Student dass die Aussicht in einer Unistadt eine Wohnung zu vernünftigen Konditionen zu bekommen davon abhing ob es in der betreffenden Stadt einen Mietpreisspiegel gab oder nicht. Dort wo die Preise frei waren konnte es bei rasch wachsenden Studentenzahlen zwar schon mal zu Engpässen und schamloser Goldgräberstimmung bei den Vermietern kommen. Aber die Gier der Goldgrüber danach Wohnraum anzubieten führte letztendlich auch dazu dass alsbald das Angebot die Nachfrage überstieg und die Preise in den Keller und die Ausstattung in den Himmel rauschte.

    In Städten mir Mietpreisspiegel waren die Mieten zwar erstmal günstiger. Aber an die ewig knappen Zimmer kam man nur mit der unbedingten Bereitschaft sich vor den privelligierten Hauptmietern zum Idioten zu machen.
    Mal lautete das "Zauberwort" Ablöse - da hing die Unterschrieft des Hauptmieters auf dem Untermietvertrag davon ab ob man bereit war einen Haufen Sperrmüll für einige Kaltmieten "abzulösen" - Mal versteckte sich der Mangelaufschlag in der Bereitschaft ein paar Mieterpflichten zusätzlich auf sich zu nehmen... undsoweiter.

    Der eigentliche Vermieter profitierte von diesem Procedere nicht. Folglich blieb der Standard des Wohnraums auch so niedrig wie das allgemeine Angebot. Profitiert hat alleine der Hauptmieter - meist ein politisch weit links stehender Kommilitone jenseits des 25.Semesters. An der Ausstattung des Wohnraums verbesserte dieser ebenso wenig wie am allgemeinen Angebot. Ganz im Gegenteil: Denn er wohnte ja fast umsonst - warum sollte Dieser Platz für Andere machen?

  • Diese teilweisen sozialistischen Tendenzen in den Äußerungen hier sind SEHR SCHLIMM und stimmen mich sehr nachdenklich!! NUR WEIL WIR eine SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT hatten stehen wir heute so gut da, wie nie zuvor!!
    Und was Herr Schröder für Deutschland GUTES getan hat, wird leider viel zu oft vergessen bzw. seine eigenen Parteigenossen aktuell zerstört!! Es ist schlimm wie links doch unsere Bevölkerung ist!! So naiv und gleichzeitig unverantwortungsvoll.... Schon mal etwas davon gehört, dass Eigentum verpflichtet....der Kapitalismus mag nicht die beste Gesellschaftsform sein, aber aktuell sehe ich leider keine BESSERE!

  • Last mal den Staat Airport Berlin, Stuttgart, Elbfilharmonie usw. planen, das genügt!

    Noch fühle ich mich als Vermieter nicht als das Sozialamt!!

  • @ hmhamburg

    Wollen Sie wirklich mehr staatliche Eingriffe in den Wohnungsmarkt?

    Also BER realisiert im Wohnungsmarkt durch SPD-Politiker? In der DDR gab es nach "40 Jahren sozialen Wohnungsbaus" am Ende durchschnittlich 15 qm pro Nase. In Ostberlin teilweise in so schlechter Qualität dass man nach West-Maßstäben ganze bisher bewohnte Häuser abreißen musste.

    Die staatliche Lenkung der 90er führte zu dem massiven Leerbestand den man heute im Osten sieht.

    Wenn der Staat "Wohnen" plant bekommen wir wieder den Einheitsplattenbau mit Vergabe an "verdiente" Staatsbürger. Sind Sie sicher dass Sie von einem Wohnungsvergabeamt profitieren?

  • Ihr Vergleich zu Preisabsprachen von industriellen Gütern, hat hiermit nicht viel zu tun. Die Preise kommen zustande durch: fehlende Alternativen der Geldanlage, hoher Zuzug in Hochschulstädte und Gebieten mit starker Industrie von Studenten und Akademikern und hinzu kommt der Trend zur Urbanisierung. Neubau ist immer teurer als Bestandsbau gewesen, nur das heutzutage immer strengere Auflagen zur Energieeinsparung verordnet werden, die auf den Mieter umgelegt werden müssen. Da die Eigenheimzulage abgeschafft wurde, kommen immer weniger Menschen in den Genuss von Eigenheim.

    Und Makler werden von Ihnen wie so oft über einen Kamm geschert. Würde nicht Jeder binnen weniger Tage Pseudoqualifikation einen Maklerschein bekommen, wäre die Debatte zum Bestellerprinzip auch hinfällig.

  • Die Makler müssen sich doch gar nicht absprechen, weil die Maklergebühr per Gesetz auf 2 KM+MWSt "begrenzt" (sprich: festgesetzt) ist. Der Staat hat sich dieses "Kartell" mit seinen eigenen Gesetzen erschaffen ;-).

    "Vermieter... so lange so unverfroren abkassieren konnten..."
    So doll abkassieren können Vermieter gar nicht. Wenn man von etwa 4% Mietzins Instandhaltung, Risiken und Betriebskosten abzieht, verbleiben meist ca 2% Gewinn. Darüberhinaus kann der Wert natürlich steigen oder fallen, aber das ist Spekulation und riskant.

  • Die Makler müssen sich doch gar nicht absprechen, weil die Maklergebühr per Gesetz auf 2 KM+MWSt "begrenzt" (sprich: festgesetzt) ist. Der Staat hat sich dieses "Kartell" mit seinen eigenen Gesetzen erschaffen ;-).

    "Vermieter... so lange so unverfroren abkassieren konnten..."
    So doll abkassieren können Vermieter gar nicht. Wenn man von etwa 4% Mietzins Instandhaltung, Risiken und Betriebskosten abzieht, verbleiben meist ca 2% Gewinn. Darüberhinaus kann der Wert natürlich steigen oder fallen, aber das ist Spekulation und riskant.

  • @ Computernarr

    Die Kartellbehörde schreitet ein wenn private Unternehmen eine marktbeherrschende Vereinigung bilden. Die Begründung ist regelmäßig dass dadurch die Verbraucher überhöhte Kosten zu tragen hätten.

    Interessanterweise trifft dieses Argument nie auf Staatsunternehmen zu. Man sieht zwar empirisch in Griechenland dass der Pförtner des staatlichen Monopol-Stromanbieters mehr verdient als ein Durchschnittsarzt.

    Aber man nimmt überhöhte Vergütungen und Beschäftigtenzahlen bei staatlichen Monopolen hin ohne auf die Kosten zu verweisen.

    Anscheinend empfindet man Gewinne die andere bekommen als viel schlimmer als einen Verwaltungsapparat mit unnützen Mitarbeitern aufzublähen.

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