Immobilien-Profi im Interview

„Zu wenig Rendite, zu hohes Risiko“

In Deutschland grassiert ein Boom bei Wohnimmobilien. Für den Investor Lorenz Reibling ist ein Einstieg nicht mehr interessant. In welche Projekte Milliardäre jetzt investieren und womit Häuslebauer rechnen müssen.
  • Niklas Dopheide, Jens Hagen
9 Kommentare

Droht Deutschland eine Immobilienblase?

Droht Deutschland eine Immobilienblase?

DüsseldorfProfessor Lorenz Reibling sieht aus wie ein amerikanischer Geschäftsmann aus dem Bilderbuch. Die goldene Uhr und der silberne Armreif fallen selbst im manchmal etwas neureichen Düsseldorf auf. Auch die gestickten Initialen am Hemdärmel wirken typisch amerikanisch. Der deutsche Auswanderer scheint sich in Übersee bestens integriert zu haben, der bayrische Akzent ist dennoch geblieben.

Lorenz Reibling ist Chairman bei Taurus Investment.

Lorenz Reibling ist Chairman bei Taurus Investment.

Im Gespräch zeigt sich: Der Mann mit Schnurrbart redet gerne und gibt ausführliche Antworten. Reibling ist Chairman und Mitbegründer von Taurus Investment. Die Firma mit Sitz in Boston hat sich auf Immobilienanlagen für sehr reiche und institutionelle Kunden spezialisiert. Handelsblatt-Online sprach mit ihm über seine exklusiven Kunden, Chancen am deutschen Immobilienmarkt und sein Prestigeprojekt in Texas.

Professor Reibling, viele Ihrer Kunden sind sehr reich. Wer vertraut Ihnen sein Geld an?
Es gibt im Wesentlichen drei Kriterien, die unsere Kunden erfüllen sollten. Sie sollten über längere Zeit einen Geldbetrag investieren können, sie sollten in der Lage sein bei Bedarf die Investitionssumme zu erhöhen und sie sollten sich auf unser Geschäftsmodell einlassen. Es gibt zwar die Möglichkeit mit 500.000 Dollar an einem „Schnupperprojekt“ teilzunehmen, um zu gucken wie es läuft. Wir wollen aber ein größeres liquides Finanzpotential sehen, denn die Betreuung dieser Kunden ist sehr aufwendig.

Wie liquide sollten Ihre Kunden sein?
Wir raten immer rund 5 bis 15 Prozent der liquiden Mittel bei uns zu investieren. Bei fünf Millionen Dollar, unserer üblichen Einstiegssumme, entspräche das einem liquiden Vermögen von über 30 Millionen US-Dollar. Wir haben natürlich auch deutlich vermögendere Kunden, darunter auch einige Milliardäre.

Stimmen eigentlich die Milliardärs-Rankings in den Magazinen?
Nein. Die Angaben zu den Vermögen in den Rankings weichen meist nach oben, als auch nach unten ab. Wir haben mindestens zwei deutsche Milliardäre als Kunden, die bei uns einen dreistelligen Millionenbetrag investiert haben. Keiner von beiden taucht auf diesen Listen auf.

Lehnen Sie auch Kunden ab?
Auch das kommt vor. Liquidität allein reicht nicht. Es ist uns wichtig, dass der Kunde genau versteht was wir tun. Im äußersten Falle kann ein Kunde mit unseren Immobilieninvestments einen Totalverlust erleiden. Wer das nicht versteht oder nicht unternehmerisch denken kann, ist bei uns an der falschen Adresse.

Wie investieren die Milliardäre ihr Geld?
Ich erlebe immer wieder, dass selbst superreiche Kunden, die es eigentlich gar nicht mehr nötig hätten, sehr detailliert prüfen, ob mit einem Projekt Geld zu verdienen ist. Sie denken wie Unternehmer: Was muss ich investieren, welche Erträge sind möglich. Das Personenrisiko gewichten sie besonders hoch.

„Mindestens eine Jahresrendite von sieben Prozent“
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9 Kommentare zu "Immobilien-Profi im Interview: „Zu wenig Rendite, zu hohes Risiko“"

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  • Ich nehme mal an, dass man vergleichbare Artikel in den USA auch vor der Immobilienkrise auftreiben konnte. Nur dass damals ein paar Idioten bei den deutschen Banken und Sparkassen darauf reingefallen sind und haben den Dreck im "Geschenkpaket" gekauft. Eigentlich waren die aber ganz schön raffiniert, haben fette Boni kassiert und die Schulden beim deutschen Steuerzahler abgegeben.
    8% Verzinsung? Hat Ackermann nicht mal 25% verlangt. Keiner von denen ist im Gefängnis.

  • Die Einschätzung von Deutschland ist treffend.
    Daher nimmt er - eher: sitzt er noch auf - Gewerbeimmobilien, die allerdings im Takt der Moden wechseln in der Profitabilität.
    Deutschland steht insgesamt am Ende des 08-Krise-Zwischenzyklus, daher i.d.R. ein no-go.

    USA sind aktuell kaum ein Investitionsland bei Wohnimmobilien. Das Erschließen großer Areale ist im Gefolge der 08-Krise uninteressant.
    Und gewerblich läuft nur mal die eine oder andere Großimmobilie, meist älteren Datums.

    Der Rest der Welt ist daher für Unternehmungen seiner Art interessant, denn sie liegen weit entfernt, sind kaum zu kontrollieren und benötigen sehr viel Vertrauen.
    Nicht Jedermanns Sache.

  • Jagdgeschwader mInz hh. Hh zu h h

  • ....

  • ...

  • Ich fand's sehr spannend auch wenn mir klar war, dass es nicht für meine private Vermögensanlage ist.

  • So ein Mist, jetzt habe ich fast den halben Artikel gelesen bis ich feststellen musste das die 5 Millionen welche 10 - 15% meines liquiden Vermögens ausmachen, gar nicht habe....
    Schade ... welche Zeitverschwendung.

  • Genau Herr Gruber!

    Wenigstens war die Fragestellung so aufgebaut, dass man schnell gemerkt hat, da braucht man nicht mehr weiterlesen.

  • Das ist doch endlich mal ein Artikel, der sich an die Kernkundschaft des Handelsblatt richtet.

    Für alle Nicht-Milliardäre sind die "Erkenntnisse" wenig überraschend bis nutzlos.

    Aber bitte liebe Leser, die Kernbotschaft nicht vergessen:

    "Wenn Ihr hart genug (für uns, unsere Dividenden & Zinsen) arbeitet, fallen vielleicht auch ein paar Krümel von unserem Kuchen für Euch ab."

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