Immobilien

Schlechte Aussichten für Londons Supervilllen

Nach einer unglaublichen Rally stagnieren die Preise für Luxusobjekte in der britischen Metropole. Der Grund: Die Regierung möchte Käufer exklusiver Immobilien zur Kasse bitten.
2 Kommentare
Die teuersten Einkaufsstraßen der Welt
huGO-BildID: 14651948 Passanten laeufen am Dienstag, 23.Juni 2009, ueber Duesseldorfs teuerste Einkaufsstrasse, die Koe. Bei den Verbrauchern macht s
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Auf den Top-Einkaufsmeilen der Welt kämpfen die exklusivsten Läden um die besten Plätze. Kein Wunder also, dass die Mieten für die Immobilien auf Königsallee und Co. immer weiter in die Höhe schießen. Allerdings sind die Mietpreise der deutschen Einkaufsstraßen im europäischen und internationalen Vergleich geradezu billig.

Die Bildergalerie zeigt zunächst die deutschen Einkaufsstraßen mit den höchsten Mieten (Reihenfolge: von günstig nach teuer). Danach folgt der Vergleich auf europäischer und anschließend auf internationaler Ebene.

(Quelle: Cushman & Wakefield Research)

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Platz 9: Prager Straße in Dresden

Der Bau der Prager Straße in Dresden geht auf das Jahr 1851 zurück. Schnell wurde sich zur Haupteinkaufsstraße der Stadt. Die Bombenangriffe auf Dresden während des Zweiten Weltkriegs zerstörten die Prager Straße größtenteils. Der Wiederaufbau erfolgte im Jahre 1962. Nach der Wiedervereinigung sicherten sich westliche Unternehmen begehrte Objekte.

Jahresmiete pro Quadratmeter: 1.380 Euro

Monatsmiete pro Quadratmeter: 115 Euro

Veränderung zum Vorjahr: + 9,5 Prozent

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Platz 8: Peterstraße in Leipzig

Die 366 Meter lange Peterstraße in Leipzig hat ihren Namen von der am südlichen Ende der Straße befindlichen Peterskirche. Wie in der Dresdner Pragerstraße hielten viele Westläden nach der Wende 1989 Einzug in die Peterstraße.

Jahresmiete pro Quadratmeter: 1.560 Euro

Monatsmiete pro Quadratmeter: 130 Euro

Veränderung zum Vorjahr: keine Veränderung

Stuttgarter Königstraße als Einkaufsmeile beliebt
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Platz 7: Königstraße in Stuttgart

Durch Stuttgart 21 erlangte die Königstraße zweifelhafte Bekanntheit. Die 1,2 Kilometer lange Einkaufsmeile beginnt beim alten Bahnhof und endet auf Höhe der Tübinger Straße. Bis 1960 konnten Autos die Königstraße befahren. Ab den 70er Jahren verlief die Straßenbahn unter der Erde. 2007 wurde die U-Bahn-Linie eingestellt.

Jahresmieter pro Quadratmeter: 3.120 Euro

Monatsmiete pro Quadratmeter: 260 Euro

Veränderung zum Vorjahr: keine Veränderung

200 Jahre Düsseldorfer Königsallee
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Platz 6: Königsallee in Düsseldorf

Mit der Kö, wie die Königsallee im Volksmund genannt wird, verbindet man exklusive Modeläden, reiche Menschen und teure Autos. Highlight der Kö ist der Tritonenbrunnen der die Straße mittig aufteilt. Entstanden ist die Königsallee in den Jahren 1802 bis 1804. In dieser Zeit entstand auch der Kö-Graben.

Jahresmieter pro Quadratmeter: 3.120 Euro

Monatsmiete pro Quadratmeter: 260 Euro

Veränderung zum Vorjahr: + 4,0 Prozent

File photo of people crossing a street in front of the KaDeWe in Berlin
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Platz 5: Tauentzienstraße in Berlin

Das wohl berühmteste Kaufhaus in Deutschland, das KaDeWe, befindet sich auf der Berliner Tauentzienstraße. Die rund 500 Meter lange Straße wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut. Durch den auf dem Foto zu sehende Mittelstreifen fuhr, bis zum Bau einer U-Bahn-Linie, eine Straßenbahn.

Jahresmiete pro Quadratmeter: 3.360 Euro

Monatsmiete pro Quadratmeter: 280 Euro

Veränderung zum Vorjahr: + 7,7 Prozent

Schildergasse
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Platz 4: Schildergasse in Köln

Vor allem zur Weihnachtszeit drängen sich durch die schmale Einkaufspassage unglaubliche Menschmassen. Dann ist es kaum möglich von der einen Straßenseite zur anderen zu gelangen. Das kann in der vorweihnachtlichen Zeit gut und gerne mal eine kleine Ewigkeit dauern. Insgesamt ist die Schildergasse rund 500 Meter lang. Untersuchungen haben ergeben, dass in diesem Jahr durchschnittlich knapp 13.000 Besucher pro Stunde die Einkaufsstraße durchliefen.

Jahresmiete pro Quadratmeter: 3.360 Euro

Monatsmiete pro Quadratmeter: 280 Euro

Veränderung zum Vorjahr: + 7,7 Prozent

Solche Nachrichten dürften nicht nur bei den Oligarchen Roman Abramowitch oder Boris Berezovsky einen kurzen Moment der Betrübnis auslösen. Im kommenden Jahr sind erstmals seit 2008 keine Wertsteigerungen bei Londoner Luxusimmobilien zu erwarten. Grund dafür sind Pläne der britischen Regierung, die Steuer auf Immobilientransaktionen ab 2 Millionen Pfund (2,5 Millionen Euro) zu erhöhen und weitere Abgaben einzuführen. Das dürfte zu Zurückhaltung bei potenziellen Käufern führen, schreibt Jones Lang LaSalle in einer aktuellen Studie.

Demnach werden die Preise in teuren Stadtvierteln wie Knightsbridge, Mayfair und Belgravia im kommenden Jahr stagnieren. Insgesamt seien in London Wertsteigerungen bei Immobilien von zwei Prozent zu erwarten, mehr als in jeder anderen Gegend Großbritanniens, schreibt der Immobilienmakler mit Sitz in Chicago.

“Viele potenzielle Käufer im Markt für Objekte ab zwei Millionen Pfund warten erst einmal ab, bis alle Beratungen abgeschlossen sind”, heißt es in dem Bericht im Hinblick auf die neuen Steuerpläne. Ab 2014 wird nach Einschätzung von Jones Lang die Bedeutung der Steuer wieder abnehmen. Dann komme es wieder stärker auf den weltweiten Vergleich der Städte untereinander. Die Akzeptanz der neuen Abgaben werde dann zunehmen, erwartet der Makler.

Premierminister David Cameron muss ein rekordhohes Haushaltsloch stopfen und zapft die Vermögen der Reichen an. So hat er die Steuer auf Immobilientransaktionen im Volumen von mehr als zwei Millionen Pfund von fünf auf sieben Prozent erhöht. Darüber hinaus wird eine jährliche Abgabe in Höhe von 140.000 Pfund (176.000 Euro) erwogen, wenn die Immobilie einen Wert von mehr als 20 Millionen Pfund hat und der Eigentümer eine Gesellschaft mit Sitz im Ausland ist.

Die Nachfrage von ausländischen Investoren, die nach einem sicheren Hafen für ihr Vermögen suchen, hat die Preise für Luxusimmobilien in London in die Höhe getrieben. In diesem Jahr werden sich Objekte in erstklassigen Wohnlagen mitten in London nach Schätzungen von Jones Lang um vier Prozent verteuern, nach einem Preisanstieg um 8,8 Prozent 2011. Die Bewertungen liegen inzwischen 16 Prozent über den letzten Höchstwerten vom März 2008 und sind von dem Tief im März 2009 nach der Finanzkrise um 52 Prozent geklettert, wie der Makler Knight Frank LLP angibt.

 
Quelle: dpa
  • Bloomberg
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2 Kommentare zu "Immobilien: Schlechte Aussichten für Londons Supervilllen"

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  • Tja dann werden diese ganzen Steuerhinterzieher und Schwarzgeldtransferierer - zb. einschlägige Griechen, Russen usw. - wohl doch noch über Umwege etwas Steuern zahlen dürfen. Leider nicht am Ort der Entstehung.

  • Sieh an,sieh an,in England geht man an das Geld der Reichen!
    Wie kommt man bloß im Land des ungezügelten Bankismus auf sowas?

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