Immobilien-Spekulation In London wird wieder gezockt

Der Immobilienmarkt in der City macht seinem Ruf alle Ehre. Nirgendwo in Europa schwanken Preise und Mieten stärker als hier. Ein Beweis dafür ist der Mietleerstand bei Büroflächen. Nach einem Ansteigen der Leerflächen soll der Markt wieder anziehen.
  • Richard Haimann
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The Gherkin, London: Die Preise für Top-Immobilien sind seit Beginn des Jahres rasant gestiegen. Quelle: Reuters

The Gherkin, London: Die Preise für Top-Immobilien sind seit Beginn des Jahres rasant gestiegen.

(Foto: Reuters)

HAMBURG. Für Zwischentöne ist an der Themse kein Platz. Entweder stimmen Investoren am Londoner Büromarkt ausschließlich Dur-Töne an, weil die Immobilienpreise gerade wieder kräftig steigen. Oder sie verharren in dumpfen Molltönen, weil der Markt gerade einbricht. In der Vergangenheit haben sich die beiden Stimmungsbilder ein um das andere Mal wiederholt. Und daran hat sich durch die Finanzkrise wenig geändert.

Bevor die globalen Kapitalmärkte 2008 auf Talfahrt gingen, wurden Bürotürme nirgendwo auf der Welt so teuer gehandelt, waren die Renditen an keinem anderen Ort so niedrig wie in der britischen Hauptstadt. Auch nach dem Crash blieb London seinem Ruf treu: In keiner Metropole stürzten die Preise tiefer in den Keller. Jetzt, nur zwei Jahre nach dem Desaster, hat wieder ein neuer Boomzyklus begonnen. Fast 8,3 Mrd. Euro legten Investoren nach Berechnungen der Beratungsgesellschaft CB Richard Ellis (CBRE) im zweiten Quartal dieses Jahres in britische Gewerbeimmobilien an, den Großteil davon in London. Das entspricht einem Plus von 24 Prozent gegenüber den 6,7 Mrd. Euro, die bereits im ersten Quartal in den Markt auf der Insel flossen.

Die Renditen der Investoren sind rapide gefallen

Damit strömte seit Jahresbeginn mit insgesamt mehr als 15 Mrd. Euro mehr Kapital in britische Gewerbeobjekte, als im selben Zeitraum die viel größeren Märkte Deutschlands, Frankreichs und der Beneluxstaaten zusammen. Sie konnten gerade 14,9 Mrd. Euro auf sich vereinen (siehe Grafik). Als Folge sind die Preise von Bürotürmen in der britischen Metropole zuletzt wieder rasant gestiegen - und die Renditen, die Investoren aus den Mieten erzielen können, spiegelbildlich rapide gefallen. Nach der jüngsten Marktstudie des internationalen Immobilienberatungsunternehmens Jones Lang Lasalle (JLL) wurden Topobjekte in London Ende Juni so teuer gehandelt, dass den Käufern nur noch eine Rendite von 4,25 Prozent verblieb – der geringste Ertrag an allen europäischen Bürostandorten. In Frankfurt und Paris lagen die Spitzenrenditen zu diesem Zeitpunkt bei 5,2 Prozent, in Madrid bei sechs Prozent.

Deutsche Immobilienfonds nutzten die gestiegenen Preise und machten Kasse: Deutsche Bank-Tochter Rreef Investment verkaufte aus dem Fonds Grundbesitz Global gleich zwei Objekte für zusammen knapp 90 Mio. Euro verkauft – über dem Einkaufspreis und über Verkehrswert auf Eurobasis. Union Investment erzielte beim Verkauf seines Objektes „10 Gresham Street“ ein Jahr nach dem Erwerb sogar ein Plus von 25 Prozent.

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1 Kommentar zu "Immobilien-Spekulation: In London wird wieder gezockt"

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  • Ja ja, die Dümmsten der Dummen ruinieren wieder unsere Welt, und keiner SPERTT SiE ENDLiCH EiN !

    Sorry, aber der Normalbevölkerung, die das Geld erarbeiten muß welches diese hirnamputierten Kokser verzocken PLATZT DER KRAGEN !

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