Immobilien Staat macht das Bauen teurer

Wer in Deutschland heute ein Haus baut, muss bis zu 40 Prozent mehr ausgeben als noch vor 15 Jahren. Das zeigt eine Studie der Bau- und Immobilienverbände. Schuld an den steigenden Preisen soll der Staat sein.
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Immer höhere Anforderungen - etwa im Bereich des Energiesparens - machen den Bauherren zu schaffen. Quelle: dpa
Wohnungsbau

Immer höhere Anforderungen - etwa im Bereich des Energiesparens - machen den Bauherren zu schaffen.

(Foto: dpa)

Der Wohnungsneubau wird immer teurer: Seit der Jahrtausendwende sind die Kosten für den Neubau von Mehrfamilienhäusern in Deutschland um nahezu 40 Prozent gestiegen. Die reinen Baupreise stiegen lediglich um 27 Prozent – die zusätzlichen Kostensteigerungen, die die Preisspirale beim Wohnungsneubau nach oben gedreht hat, ist überwiegend staatlich gemacht. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie „Kostentreiber für den Wohnungsbau“, die sieben Verbände der Bau- und Immobilienbranche am Donnerstag in Berlin vorgelegt haben.

Dazu wurden auch 370 Wohnungsunternehmen befragt. Wohnungen zu bezahlbaren Mieten seien zu diesen Baukosten nicht möglich, kritisierte das Bündnis. Die Verbände führen die Steigerung vor allem auf Normenänderungen und neue staatliche Vorschriften zurück. Hinzu kommen höhere Baulandpreise und eine bessere Ausstattung der Wohnungen.

„Bund, Länder und Kommunen haben den Wohnungsbau in den vergangenen Jahren durch Gesetze, Verordnungen, Auflagen, Steuern und Materialanforderungen enorm verteuert“, heißt es in der Studie. „Die Regelungswut des Staats muss dringend ein Ende haben“, sagte Andreas Ibel, Präsident des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW). „Nicht alles, was technisch möglich ist, ist wirtschaftlich sinnvoll.“

Die Studie weist auf der Basis eines Muster-Mehrfamilienhauses nach, dass die Neubaukosten pro Quadratmeter Wohnfläche von 2209 Euro im Jahr 2000 auf 3080 Euro im vergangenen Jahr gestiegen sind. Als zentrale Kostentreiber wurden ausgemacht: erstens Bauwerks- und Planungskosten, zweitens steuerliche und baurechtliche Vorgaben, drittens Bauland-Kosten, viertens Auflagen der Kommunen.

Das Ordnungsrecht zum Beispiel wird immer schärfer: Seit 2000 wurde die Energieeinsparverordnung (EnEV) vier Mal novelliert – mit immer höheren Anforderungen. Allein das hat die Kosten um 6,5 Prozent ansteigen lassen. Die nächste Novellierungs-Runde kommt 2016 und wird laut den Verbänden weitere 7,3 Prozent Kostensteigerung verursachen.

Die Romantik des Häuslebauens
Niedrigzinsen und Sicherheit
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Der Wunsch sich im Alter mit einer Immobilie absichern zu wollen, ist ungebrochen hoch. Für etwa jeden zweiten Interessenten (54 Prozent) ist dieses das wichtigste Kaufmotiv. Die Ausnutzung der günstigen Zinsen liegt auf Platz zwei (46 Prozent), gefolgt von der Vermeidung von Mietzahlungen mit 38 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Immobilienbarometer von Interhyp und ImmobilienScout24 hervor.

Platz für eigene Ideen
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Ein Immobilienerwerb wird aber nicht nur aus rationalen, sondern auch aus emotionalen Gründen getätigt. 50 Prozent der Befragten möchten sich frei entfalten können und die erworbene Immobilie beispielsweise durch Umbaumaßnahmen nach den eigenen Wünschen gestalten.

Heimat für die Familie
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Für 40 Prozent ist der Wunsch, der Familie ein dauerhaftes Zuhause zu geben, ein wesentlicher Entscheidungsgrund. Fast ebenso viele Kaufinteressenten (38 Prozent) geben an, unabhängig vom Vermieter sein zu wollen.

Eigenes Dach über dem Kopf
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Auch das gute Gefühl ein eigenes Dach über dem Kopf zu haben (37 Prozent) und einen Wert zum Vererben zu schaffen (32 Prozent) spielen für die Deutschen beim Hauskauf eine Rolle. Michiel Goris, CEO des baugeld-Vermittlers Interhyp, sagt: „Das Umfrageergebnis zeigt, dass auch emotionale Motive wie freie Entfaltung, Sicherheit und Unabhängigkeit zusätzliche entscheidende Treiber für den Kauf von Wohneigentum sind.“

Finanzielle Gründe
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Nur jeder Neunte meint, dass ausschließlich finanzielle Gründe eine Rolle beim Immobilienerwerb spielen. Diese rationale Haltung vertreten besonders Kapitalanleger: 39 Prozent geben an, dass Emotionen keinen Einfluss auf ihren Kaufentscheidungsprozess haben.

Das Bündnis forderte den Bund erneut auf, die steuerlichen Rahmenbedingungen zu verbessern: die AfA müsse von zwei auf vier Prozent linear erhöht werden. Die Länder dagegen müssten aufhören, ständig an der Grunderwerbssteuer zu drehen, die Kommunen sollten die Auflagen-Flut stoppen und günstiges Bauland bereitstellen. Die Studie wird am Nachmittag Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) übergeben.

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2 Kommentare zu "Immobilien: Staat macht das Bauen teurer"

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  • So einfach dargestellt, mag ich nicht nachvollziehen.:
    - Der Staat (Investitionsgesetz) macht es Bauträgern sehr einfach
    - Vereinfachte Genehmigungsverfahren ebenfalls
    - Günstges Baugeld nutzen Beide für sich selbst aus

    - Juristen machen das Bauen sehr kompliziert und Teuer

    Selbst wenn man günstiger bauen würde, die Rechtslage macht alles zu Nichte.
    Der Handwerker der es besser kann, wird von den Juristen verwaltet.
    -Richter urteilen nach Prinzip: Interessenslage = Investitionsgesetz
    -Anwalt nach Verfahrensmenge: Instanzen ohne Ende= bringt Geld ohne Ende

    Ja und letztlich sind die Bauherren auch selbst Schuld, weil Sie selbst keine Ahnung haben, und
    erstaunliche Tatsache - immer den falschen glauben.

  • Besser gesagt der "Grüne Ideologie Staat" macht das Bauen in Deutschland UNSINNIG teurer. Energieeinsparzwang ist und bleibt der größte Schwachsinn, denn uns diese Grüne Lobbypolitik in Deutschland verordnet hat!

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