Immobilien: Steigende Mieten heizen die Inflation an

Immobilien
Steigende Mieten heizen die Inflation an

Die deutschen Verbraucher freuen sich über stabile Preise: Die Inflationsrate ist derzeit so niedrig wie seit zwei Jahren nicht mehr. Doch im kommenden Jahr könnte es damit vorbei sein, meinen Ökonomen.
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BerlinAuch wenn die Inflationsrate mit 1,4 Prozent derzeit so niedrig wie seit über zwei Jahren nicht mehr ist, kann es im kommenden Jahr bereits damit vorbei sein. Dann dürften die mit dem Immobilienboom steigenden Mieten die Lebenshaltungskosten nach oben treiben.

"Der inzwischen deutliche Anstieg der Immobilienpreise wird vermehrt auf die Mieten durchschlagen", erwartet der Konjunkturexperte des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), Torsten Schmidt. Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel sieht das ganz ähnlich: "Der Immobilienboom währt nun schon einige Jahre. Das kommt nun mit Verzögerung bei den Mietpreisen an." Die Teuerungsrate dürfte deshalb im kommenden Jahr auf 2,0 Prozent klettern, erwartet das RWI. Die Europäische Zentralbank spricht nur bei Werten knapp unter dieser Marke von stabilen Preisen.

Mieten können die Inflationsrate stärker beeinflussen als andere Waren und Dienstleistungen. Der Grund: Sie machen etwa 21 Prozent des Warenkorbes aus, den das Statistische Bundesamt zur Berechnung der Inflationsrate heranzieht. Zum Vergleich: Der Anteil der Lebensmittel liegt mit 10,3 Prozent nicht einmal halb so hoch.

Allerdings können Immobilienbesitzer in Deutschland nicht nach Belieben an der Preisschraube drehen. Sie dürfen bei bestehenden Mietverhältnissen nur so viel draufschlagen, wie für Wohnraum in vergleichbarer Größe und Lage gezahlt wird - die ortsüblichen Vergleichsmieten sind im Mietspiegel zu finden. Deshalb dauert es eine Weile bis der Immobilienboom in den Mieten und damit auch in der Teuerungsrate sichtbar wird. "In diesem Jahr sehe ich noch wenig Druck", sagt UniCredit-Ökonom Alexander Koch. "Aber ab nächstem Jahr könnten die Wohnungsmieten allein 0,5 Prozentpunkte zur Inflationsrate beitragen."

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Bis zu 30 Prozent mehr Miete

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  • Trotz gehirnwäscheartig vorgetragenen Wiederholungen widerspiegeln die angeführten Argumente nicht die Realität.

    Sie können eine Immobilie zu beliebig hohen Preisen einkaufen. Die Mietpreise werden durch Angebot / Nachfrage auf der Mieterseite bestimmt.

    Da die Einkaufspreise and die zu erwartenden Mieteinnahmen gekoppelt sind, ist es sogar umgekehrt - die (aufgrund der Angebotsverknappung) steigenden Mieten führen zu höheren Einkaufspreisen. Zusätzliche Preissteigerungen auf der Einkaufsseite werden durch die gesteigerte Investorennachfrage ausgelöst.

    Also: Mieter sind leidtragende einer verfehlten Politik, die Angebotsverknappungen in Kauf genommen hat durch auslaufende Wohnbauförderungen und immer steigende regulatorische Auflagen.

    Auf der anderen Seite sind diejenigen, die eine Eigentumswohnung kaufen wollen "Opfer" der steigenden Einkaufspreise.

  • "Die deutschen Verbraucher freuen sich über stabile Preise: Die Inflationsrate ist derzeit so niedrig wie seit zwei Jahren nicht mehr."

    LOOOOOOOOOOOL, jaja :D

  • Es war mehr als absehbar, dass das erste Opfer der Nullzinspolitik der Zentralbanken die soziale Gerechtigkeit ist. Es sind ja nicht nur die Mieten oder die genannten Dienstleistungen, es sind ja auch die staatlichen Garantien und Transfers - das Geld fehlt für (Ersatz)Investitionen in die Zukunft unserer Gesellschaft an verschiedensten Ecken. Der Staat wird sich das Geld holen, kalte Progression , Steuern, Abgaben, Gebühren usw usw und er holt es sich bei denen, die er greifen kann, die Reichen, gut beraten von Rechtsanwälten, Steuerberatern, Banken usw schaffen ihr Vermögen beseite

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