Immobilien und Finanzierung
Der „Bauspar-Rebell“ gibt auf

Die Finanzaufsicht Bafin erlaubte den Vermittlern, die Abschlussgebühr zu teilen. Ein Anbieter, der den Bausparern etwas von seiner Provision abgeben wollte, muss nun aufgeben. Warum Kunden weiter zahlen sollen.
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Bausparer müssen nun wieder mehr für ihre Verträge zahlen, als sie müssten. Und Vermittler können sich freuen, denn sie verlieren einen Konkurrenten, der sich ihr Provisionsgeschäft vorknöpfen wollte. Der „Bauspar-Rebell“ Max Herbst, Inhaber der FMH Finanzberatung, beendet sein neues Vertriebsmodell von Bausparverträgen und schaltet die Internetseite Meinbausparvertrag.de ab.

Auf dieser Seite teilte er zum Start seine Provisionen mit den Kunden. Zwischen 1,0 und 1,6 Prozent der Bausparsumme werden dabei an den Vermittler ausgeschüttet - fast die komplette Abschlussgebühr. Herbst hatte deshalb mit seinen Anwälten bei der Finanzaufsicht Bafin eine Änderung der Auslegungsentscheidung aus dem Jahre 2005 angemahnt, die einer Weitergabe der Gebühr im Wege stand.

Die Aktion hatte Erfolg: Im Dezember vergangenen Jahres erklärte ein Bafin-Mitarbeiter: „Die Erstattung der Abschlussgebühr für Bausparverträge durch Vermittler werde ich nicht mehr grundsätzlich als Abweichung von den Bedingungen der Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge ansehen.“

Verbraucherschützer feierten. „Bausparer können ab sofort auch um die Bausparprovision verhandeln“, erklärte Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Vermittler, die diese Gebühr kassieren, gelangen nun unter massiven Rechtfertigungsdruck.“ Die Bausparkassen reagierten weniger euphorisch. „Wir sehen dafür keine Notwendigkeit“, erklärte ein Sprecher des Verbandes der Privaten Bausparkassen. Um die „Tragfähigkeit der Bausparverträge zu gewährleisten“, würden die Institute auf die Abschlussgebühr nicht verzichten. Vermittler würden ihre Provision auf eigene Kosten weitergeben.

Obwohl er den Anstoß für eine mögliche Revolution beim Bausparen gab, gibt der Betreiber des Vergleichsportals jetzt auf. „Die Branche hat nach der Entscheidung begonnen, uns zu blockieren, wo es nur ging. Deshalb ziehen wir uns zurück“, erklärt Herbst. Eine Bausparkasse weigerte sich, neue Verträge von einem Kooperationspartner anzunehmen, solange er mit Herbst zusammenarbeite. Eine andere untersagte Herbst und seinem Partner die Verwendung von Logo und Firmennamen.

Auch nachdem er auf sein Modell der Provisionsteilung verzichtete und stattdessen seinen Kunden „ein Dankeschön zwischen 25 Euro und 150 Euro“ und eine gemeinnützige Spende als Ausgleich anbot, sollen die Bausparkassen nicht kooperativer geworden sein. „Vielleicht ist die Zeit noch nicht reif für einen fairen Vertrieb dieser Produkte“, sagt Herbst. Bei anderen Finanzprodukten ist eine Provisionsteilung längst üblich.

Ein Verbandssprecher erklärt: „Wie die einzelnen Bausparkassen, die untereinander im Wettbewerb stehen, damit aber tatsächlich umgehen, ist deren autonome Entscheidung, die wir nicht zu bewerten haben.“

Bei anderen Finanzprodukten ist die Weitergabe von Provisionen längst etabliert. Direktbanken vermitteln beispielsweise aktive Fonds oder ETF seit Jahren ohne oder mit stark reduzierten Ausgabeaufschlägen. Auch bei der Versicherern tut sich was. Das Internetportal Moneymeets, eine Beteiligung der Verlagsgruppe Handelsblatt, erstattet die auch einen Teil der Bestandsprovision bei Versicherungsverträgen.

Jens Hagen
Jens Hagen
Handelsblatt / Redakteur

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