Immobilien und Kredit
Brexit-Diskussion macht Baugeld billig

Die Zinsen fallen, die zehnjährigen Bundesanleihe rentierte zuletzt negativ. Was Sparer bedauern, erfreut Immobilienbesitzer. Baugeld ist so günstig wie lange nicht. Ein Vergleich zeigt die günstigsten Konditionen.

Fast kann man die Uhr danach stellen: Wenn die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sinkt, wird Baugeld billiger. So auch jetzt, nachdem die Zehnjährige seit Dienstag erstmals negativ rentiert, also der Käufer quasi eine Gebühr dafür bezahlt, dass er sein Geld so sicher anlegen darf.

Allerdings entwickeln sich die Baugeldzinsen nicht völlig parallel zur Anleiherendite. So erklärt sich, dass die Konditionen für zehn- und fünfzehnjähriges Baugeld noch nicht ganz wieder auf ihrem Tiefpunkt vom April 2015 angekommen sind. Der Hypothekendarlehen-Index der FMH-Finanzberatung zeigte für Baugeld mit zehnjähriger Zinsfestschreibung noch 1,26 Prozent, drei Basispunkte mehr als vor 14 Monaten. Für 15 Jahre Zinsbindung zeigt das Baugeldbarometer 1,60 Prozent und damit zehn Basispunkte mehr als beim Tiefststand.

Die günstigsten Konditionen lassen sich nur individuell ermitteln. Mit dem Baugeld-Vergleich von Handelsblatt Online lassen sich die günstigsten Anbieter je nach Kreditsumme, Beleihung und Zinsbindung ermitteln.

Baugeld-Experten raten, sich das niedrige Zinsniveau lange zu sichern. Deshalb wird die durchschnittliche Zeitspanne, für die Käufer ihren Zins festschreiben, immer länger. Eine Auswertung von vdp Research, dem Analysehaus der Pfandbriefbanken, zeigt, dass Häuslebauer 2006 im Schnitt Laufzeiten von zehn, 2015 schon von 13 Jahren wählten.

Ursache für das Rendite- und Zinstief ist die am 23. Juni anstehende Entscheidung der Briten über den Verbleib in der Europäischen Union. Sie wird knapp ausfallen, was Großinvestoren so sehr verunsichert, dass sie mit dem Kauf von Bundesanleihen auf Nummer sicher gehen. Ihre Nachfrage treibt den Anleihekurs nach oben und die Rendite nach unten.

Michiel Goris, Chef des Baufinanzierungsvermittlers Interhyp, erwartet aus zwei Gründen langfristig höhere Zinsen: eine angekündigte Leitzinsanhebung der US-Notenbank und ein möglicherweise nachlassendes Interesse an deutschen Staatsanleihen.

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