Immobilien und Kredit
Das Baugeld wird leider wieder teurer

Die Turbulenzen auf dem Anleihemarkt treffen auch Immobilienbesitzer. Die Sätze für Baugeld steigen. War das schon die Zinswende, auf die alle warten? Wie Immobilienbesitzer jetzt auf Nummer sicher gehen.
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DüsseldorfAn den Zinsmärkten kracht es derzeit gewaltig. Die Kurse von langlaufenden Staatsanleihen in Europa sind in den vergangenen Tagen so stark gefallen wie seit einem Jahrzehnt nicht. Deutsche Staatsanleihen bereiten Anlegern ein Wechselbad der Gefühle. Die Renditen für Papiere mit einer Laufzeit von zehn Jahren stiegen innerhalb von wenigen Tagen von 0,1 auf mehr als 0,7 Prozent.

Der steile Zinsanstieg ist ein Ergebnis mehrerer Ursachen. Anleihe-Guru Bill Gros von Janus Capital erklärte öffentlichkeitswirksam, dass der Verkauf von Bundesanleihen-Terminkontrakten der Jahrhundert-Deal sei. Die Inflationsrate in Deutschland lag im April bei 0,4 Prozent, die Angst der Anleger vor einer Deflation verfliegt. „Wegen weiterer Faktoren, wie etwa dem steigenden Ölpreis, begannen große Fonds die Bundesanleihen-Terminkontrakte als Absicherung für ihr Anleiheportfolio zu verkaufen“, sagt der Münchener Zinsexperte und Finanzierungsvermittler Kurt Neuwirth. „Hedgefonds, die auf fallende Bundesanleihenkurse spekulierten, gossen weiter Öl ins Feuer.“

Die extremen Ausschläge – beim Bund Future auf die zehnjährige Bundesanleihe summierte sich das Minus der vorangegangenen beiden Wochen auf etwa acht Prozent – sorgt nicht gerade für Kaufbegeisterung. „Wenn eine Anlageklasse eine Periode extremer Kursausschläge durchlebt, fühlen sich die Leute gezwungen, Risiken zu reduzieren“, sagte Ian Richards, Chef-Anlagestratege der Bank Exane BNP Paribas.

Auch die Wertpapierkäufe durch die Europäische Zentralbank sorgten derzeit nicht für eine Kurspflege bei den Bonds, erklärt Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Daher nähmen Anleger Gewinne mit. „Derzeit wollen alle durch dieselbe Tür“, fügt er hinzu.

Der Blick auf die Bundesanleihen ist für Immobilienbesitzer derzeit hoch interessant. Denn im Zuge der Zinsrally sinken auch die Sätze für Pfandbriefe, mit denen die Banken ihre Baudarlehen refinanzieren. Die zehnjährigen DGZF-Pfandbriefrenditen liegen bereits fast 30 Basispunkte über dem Allzeittief im April dieses Jahres.

Damit werden Immobilienkredite teurer. Eine Auswertung der FMH Finanzberatung unter den Konditionen von 62 Baugeldanbietern zeigt: Zehnjährige Darlehen kosten im Schnitt bereits gut zwölf Basispunkte mehr als im Allzeittief im April dieses Jahres. Ein Zinsanstieg von 0,1 Prozentpunkten kann einen Kredit wegen der langen Laufzeiten und hohen Kreditsummen schnell um einige hundert Euro verteuern.

Knick in der Kurve
Nach einer langen Phase fallender Zinsen steigen die Sätze für Baugeld wieder.

Auch wenn sich die Anleihemärkte heute beruhigten: Immobilienbesitzer fragten sich daher bange, ob sie jetzt vor einer großen Zinswende stehen. Kein Grund zur Sorge, sagt Neuwirth: „Im Wesentlichen unterscheiden wir zwischen Zinswenden und Zinstrendwenden“, erklärt der Zinsexperte. „Zinswenden finden in den Medien fast täglich statt, die wirklich wichtigen Zinstrendwenden gibt es nur alle sieben bis zehn Jahre“.

Die derzeitige Bewegung am Langfristzins habe mit einer echten Trendwende nichts zu tun. Es gehe nur um eine „überfällige Korrektur am Rentenmarkt“. Bei echten Zinstrendwenden würden auch die kurzfristigen Zinsen deutlich steigen. Die Sätze beim Drei-Monats-Euribor sind in den vergangenen Tagen aber gefallen – auf ein neues Allzeittief von Minus 0,009 Prozent.

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  • In der Tabelle wird unterschieden zwischen Vermittlern und Banken, welche selbst die Darlehen vergeben.
    Wieso steht denn die Santander Bank nicht unter "Vermittler".
    Santander vergibt nur Ratenkredite, bei Immobiliendarlehen ist sie lediglich als Vermittler tätig.

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