Immobilien und Wohnen
Die besten Lagen von Frankfurt

Die Mainmetropole boomt, Mietwohnungen und Kaufgelegenheiten werden knapp. Jetzt kommt es auf die Lage an. Eine Analyse zeigt die besten Quartiere auf Straßenebene. Wo Käufer auf Nummer sicher gehen.
  • 16

Die deutsche Finanzindustrie hat schon bessere Tage gesehen. Regulierung, Rechtsstreitigkeiten und Minizinsen setzen vielen Instituten zu. Viele Arbeitsplätze wackeln, demnächst auch bei der Deutschen Bank, wo der neue Co-Vorstandchef der Deutschen Bank, John Cyran, am Donnerstag sein Sparprogramm vorstellte.

Auch wenn Frankfurt als Stadt der Banker gilt, sind negative Auswirkungen der Finanzkrise auf dem Immobilienmarkt derzeit nicht sichtbar. Im Gegenteil. „Der Frankfurter Wohnungsmarkt gehört fraglos zu den angespanntesten Märkten des Landes“, sagt Manfred Binsfeld, Leiter Immobilienmarktresearch bei Feri Eurorating. Seit 2010 habe die Stadt etwa 50.000 neue Einwohner hinzugewonnen. Weil der Neubau mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten konnte, sei der Leerstand unter die kritische Ein-Prozent-Marke gesunken.

„Der massive Nachfrageüberhang hat die durchschnittliche Wohnungsmiete bei neu abgeschlossenen Verträgen auf mittlerweile zwölf Euro pro Quadratmeter ansteigen lassen“, sagt Binsfeld. „Frankfurt muss zusammen mit München die höchste Mietkostenbelastung unter den großen deutschen Städten vermelden“. Seit 2006 seien die Mieten um 26 Prozent gestiegen, die Haushaltseinkommen dagegen nur um 13 Prozent.

Immerhin: Die sehr hohe Mietkostenbelastung und das wachsende Wohnungsangebot dürften neben der Mietpreisbremse den Anstieg der Mieten in den nächsten Jahren im Zaum halten. „Auch auf dem Markt für Eigentumswohnungen wird sich der starke Preisanstieg der letzten Jahre normalisieren“, sagt Binsfeld.

„Vor dem Hintergrund niedriger Zinsen und der Suche von Investoren nach beständigen Wertanlagen stoßen Anleger insbesondere in Frankfurt auf ideale Investitionsmöglichkeiten“, sagt Konstantin Lüttger, Head of Residential Investment bei CBRE in Deutschland. Vor allem Privat- und Kleinanlegern biete die Mainmetropole viel Potenzial bei Zinshäusern oder Eigentumswohnungen.

„Das von der Finanz- und Beraterbranche geprägte Frankfurt am Main verzeichnet ein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, das mehr als doppelt so hoch ist wie der bundesweite Durchschnitt“, erklärt Ulrich Jacke, Geschäftsführer von Dr. Lübke & Kelber. Das sorge für hohe Kaufpreise und Mieten vor allem in guten Lagen. „Im Wege der Veräußerung vorhandener Immobilieninvestments lassen sich selbst bei erst kurzer Haltedauer teilweise erhebliche Veräußerungsgewinne erzielen“, sagt Jacke.

Kommentare zu " Immobilien und Wohnen: Die besten Lagen von Frankfurt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • >> Wer weniger als 3 KM von den andern Türmen in der City als " weit " definiert, muss wohl nicht gut zu Fuß sein. >>


    Sie würden dem Bürger in einer relativen Großstadt 3 km lange Fußmärsche schmackhaft machen.....? Da müssen Sie wohl viel Zeit mit sich bringen....:-)

  • Nachtrag:
    "...und dann kommt wieder einer und zahlt das Doppelte für so eine Hütte."

    Deshalb hat das auch nichts mehr mit Investieren im eigentlichen Sinne zu tun. Es wird kein produktiver Ertrag gesucht, sondern es geht ausschließlich darum, einen noch größeren Deppen zu finden - wobei man selber allerdings niemals der letzte Depp sein darf.
    Sowas ähnelt letztendlich einem Schneeballsystem (Ponzi-Schema).

  • Die Kunst des guten Investierens besteht darin, ÜBERPREISTES und UNTERBEWERTETES zu erkennen und aufgrund dieser Erkenntnis seine Entscheidung zu treffen.
    Das hört sich einfacher an, als es tatsächlich ist. Im Gegensatz zum WERT ist der PREIS nämlich das, was man bezahlen muss, aber niemals das, was man (subjektiv!) dafür erhält.
    Lohnt es sich also, viel Zeit und Energie dafür aufzuwenden, in einer Stadt wie Frankfurt nach einer Immobilie Ausschauzu halten, die subjektiv unterbewertet ist?
    Oder suche ich lieber nach einem schönen Ferienhaus im Pfälzer Wald (über die strukturschwache Region um Pirmasens mit ihren niedrigen Immobilienpreisen war vor einigen Tagen hier ein guter Artikel), welches ich dann für einen kleinen Kaufpreis erwerben kann und evtl. sogar für Wochenenden / Kurzurlaube an Verwandte / Bekannte vermieten kann?
    Beachten Sie: Ihr - subjektiver - Gewinn lässt sich auch nicht unbedingt direkt mit Geld gegenrechnen...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%