Immobilien Vonovia schraubt Jahresziele hoch

Für den Wohnungskonzern Vonovia läuft es derzeit rund: Fast alle seiner 340.000 Wohnungen sind vermietet. Nun erhöht Vonovia sein Jahresziel – zum zweiten Jahr in diesem Jahr.
Vonovia ist die erste deutsche Immobiliengesellschaft, die den Einzug in den Leitindex geschafft hat. Das Jahr 2016 dürfte die Anleger nicht enttäuschen. Quelle: dpa
Vonovia

Vonovia ist die erste deutsche Immobiliengesellschaft, die den Einzug in den Leitindex geschafft hat. Das Jahr 2016 dürfte die Anleger nicht enttäuschen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDeutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia schraubt erneut sein Jahresziel hoch. 2016 werde nun ein operatives Ergebnis (FFO) von 740 bis 760 (2015: 608) Millionen Euro angepeilt, teilte das Bochumer Unternehmen am Dienstag mit. Vorstandschef Rolf Buch setzte die Latte damit um 20 Millionen höher als noch im Mai. Denn die 340.000 Wohnungen, die Vonovia bundesweit besitzt, sind fast voll vermietet. Außerdem lief die Integration der in den vergangenen Jahren zusammengekauften Bestände reibungsloser als gedacht. Einzig mit der feindlichen Übernahme der kleineren Rivalin Deutsche Wohnen war Buch Anfang des Jahres gescheitert.

Nun soll Vonovia erst einmal aus eigener Kraft wachsen, bestenfalls werden noch einzelne Portfolios dazugekauft. „Wir kommen auch gut ohne Akquisitionen aus”, sagte Buch. Diese Rechnung geht offenbar auf. Zum Halbjahr konnte der Konzern einen deutlichen Ergebnissprung um 44 Prozent auf 388 Millionen Euro präsentieren. Buch steckte zuletzt mehr Geld in die Sanierung von Wohnungen, um die Mieten anheben zu können. Der Leerstand lag per Ende Juni bei 2,8 Prozent und soll zum Jahresende weiter sinken auf 2,5 Prozent. „Die durchschnittliche Qualität der Wohnungen ist heute um Dimensionen besser”, sagte Buch. Zugleich baut Vonovia das Geschäft mit Dienstleistungen rund um die Immobilie aus. Dazu zählen etwa Handwerkerarbeiten, das Kabel-TV-Geschäft und die Bewirtschaftung von Wohnungen für Dritte. In dieser Sparte zog das Ergebnis ebenfalls deutlich an.

Obwohl Buch die Prognose anhob, bleibt die Dividenden-Planung vorerst die gleiche. Die Aktionäre sollen für 2016 mindestens 1,05 Euro (Vorjahr: 94 Cent) je Aktie bekommen, bekräftigte er. Im Herbst könnten die Planungen nach seinen Worten aber nach oben angepasst werden.

In diesen Ländern steigen die Preise am stärksten
Preisindex für Wohnimmobilien
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Wohnimmobilien mittlerer Qualität verteuerten sich laut einer Analyse der Immobilienberatung Knight Frank im vergangenen Jahr im weltweiten Mittel um 3,4 Prozent. Die Analysten heben besonders hervor, dass sich der Preisanstieg vor allem in den Ländern beruhigte, in denen zuvor die Immobilienwerte besonders gestiegen waren. Untersucht wurden die Märkte von 55 Ländern.

Quelle: Immobilienberatung Knight Frank

Singapur und Hongkong und Taiwan
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Schlusslichter im globalen Ranking sind die asiatischen Staaten Singapur, Hongkong und Taiwan. Sie mussten Verluste zwischen minus drei und minus sechs Prozent hinnehmen. Das schleppende Wirtschaftswachstum, Regularien und mehr Angebot bremsen der Untersuchung zufolge die Preisentwicklung aus.

Brasilien, Indien und Südafrika
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Die Preise etwa in den schnell wachsenden Emerging Markets blieben seit Mitte 2014 stabil oder sind nur leicht gewachsen. Wohnobjekte mittlerer Qualität in den BRICS-Staaten haben im Jahresschnitt aktuell drei Prozent an Wert gewonnen.

BRIC-Staaten
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Vor vier Jahren lag dieser Wert bei den BRIC-Staaten noch bei elf Prozent. Kapitalflucht, Währungsänderungen – die zum Teil mit der Zinserhöhung in den USA zusammenhängen –, volatile Aktienmärkte und langsamer steigende Einkommen drücken laut Knight Frank auf die Nachfrage.

Europa
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Obwohl Europa laut dem Knight-Frank-Ranking weltweit nicht mehr die Region mit dem geringsten Wachstum ist – diesen Titel hat nun Russland inne –, liegen immer noch zwölf europäische Länder auf den 20 letzten Plätzen des Rankings. Neun dieser zwölf Länder zählen zur Eurozone.

Großbritannien und USA
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In den USA (0,9 Prozent) und in Großbritannien (1,6 Prozent) blieben die Preise in den letzten drei Monaten nahezu stabil. Auf Jahressicht sind die Preise um rund 5,3 Prozent angestiegen.

Skyline von Frankfurt
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Deutschland gehört mit einem Jahreszuwachs von 5,4 Prozent zum oberen Drittel der untersuchten Länder - und landet auf Platz 18. Dazu beigetragen hat insbesondere der Preisanstieg in den deutschen Metropolen, darunter Frankfurt.

Trotzdem legte die Aktie vorbörslich schon um 2,4 Prozent zu und war damit größter Dax-Gewinner. Vonovia ist die erste deutsche Immobiliengesellschaft, die den Einzug in den Leitindex geschafft hat. Sie hat ihre Wurzeln in der von einem Finanzinvestor ins Leben gerufenen Deutschen Annington. Später kamen unter anderem Wohnungen von Gagfah, Franconia und Südewo hinzu. Der Börsenwert liegt inzwischen bei knapp 17 Milliarden Euro - und damit auf Augenhöhe mit der Deutschen Bank.

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