Immobilien
Warum die Makler streiken möchten

Die Immobilienmakler laufen Sturm gegen das Gesetz zur Mietpreisbremse. Ein Verband ruft die Wohnungsvermittler jetzt zum Streik. Dafür ernten die Makler Hohn und Spott.
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Makler gelten gemeinhin als smarte Dienstleister. Ihren Job, die Vermittlung von Wohnraum, erfolgt meist freundlich und diskret. Kaum ein Mieter oder Vermieter dürfte seinen Makler jemals lautstark oder gar vor Wut schnaubend erlebt haben. Dieses Bild des Berufsstandes ändert sich gerade.

Vor blutrotem Hintergrund recken Demonstranten die Fäuste in die Luft. „Genug!“, „Es reicht!“ und „Mit uns nicht!“ steht auf ihren Bannern. So illustriert der Maklerverband BVFI seinen Aufruf zur Urabstimmung für einen bundesweiten Maklerstreik. „Mit der Einführung des Bestellerprinzips würde die Bundesregierung den Berufsstand des Wohnungsvermittlers vernichten!“ heißt es dort. Makler können ihr Votum per Klick im Internet abgeben.

Im Zuge der Mietpreisbremse soll bald derjenige für den Makler zahlen, der ihn bestellt hat. Der Bundesrat prüft derzeit den Gesetzentwurf der Bundesregierung. Wenn das Gesetz beschlossen wird, dürften in den meisten Fällen nicht mehr der Mieter die Kosten übernehmen. Der streitbare Verband hat deshalb mehr als 300 Unionsabgeordnete angeschrieben.
Viele Makler fürchten jetzt um ihr lukratives Geschäftsmodell. „Laut Bundesregierung sollen Provisionen von 583 Millionen Euro bei den Provisionen eingespart werden“, sagt BVFI-Vorstand Helge Ziegler. Seine Rechnung: Pi mal Daumen würden deshalb 10.000 Makler ihre Geschäftsgrundlage verlieren. das wären ein Drittel aller Wohnungsvermittler.

Deshalb sollen alle Makler Deutschlands am 7. November ihre Büros zusperren und in den Streik treten. Ziegler ist zuversichtlich, dass die gewünschte Mehrheit von zwei Drittel seiner Mitglieder bei der Urabstimmung für den Streik stimmt. Dann dürfte die eine oder andere Wohnungsbesichtigung ausfallen.

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Kommentare zu " Immobilien: Warum die Makler streiken möchten"

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  • "...schaut der Makler in die Kartei und zeigt dem Interessenten das Expose. Fertig!"

    Realistischer ist pro Vermietung ein Aufwand von etwa 8 Stunden: Anrufe entgegennehmen, Besichtigungen durchführen mit Anfahrt, Mieter checken, etc... .

  • Sie meinen die 80-jährige Oma übernimmt dann dessen Tätigkeiten und führt abends die Besichtigung durch? Vermutlich überlegt sie sich eher ob sich Vermietung noch lohnt wenn man neben der Hausverwaltung auch noch einen Makler bezahlen muss.

    Zumindest wird sie als Auftraggeberin dem Makler knallharte Vorgaben machen was sie will. Eventuell 5000€ Ablöse für die Wohnungseinrichtung. Gerade ältere Menschen haben ja viel was mal auf den Sperrmüll muss.

    Wer glaubt dass staatliche Eingriffe die Wohnungssituation verbessern hat aus der DDR nichts gelernt. Dort ist der Neubau Anfang der 80er kollabiert. Jahrelange Wartelisten für kleine und alte Wohnungen waren die Regel.

    Dahin führt der zunehmende staatliche Einfluss die 50% Mieter in D die ihre Wohnung wechseln müssen.

  • Wo das Problem ist?

    Vermutlich dass zu viele zu faul sind die Ergebnisse des 2011-Zensus zu lesen!

    Der Wohnungsmarkt in D ist überwiegend in privater Hand. Allein um bei 40 Millionen Wohnungen und 100 Jahren Nutzungsdauer den Bestand zu erneuern müssten jährlich 400.000 neue Wohnungen gebaut werden. Es sind aber trotz Niedrigstzinsen und guter Wirtschaftslage weniger als 300.000.

    Wohnungen werden seit 2000 überwiegend von Selbstnutzern erschaffen weil sich Vermietung immer weniger lohnt.

    Mit Gesetzen die den Vermietern neue Kosten aufbürden verschärft man die Umwandlung von Mietwohnungen zu selbst genutztem Eigentum in Zeiten wo das Wohnungsangebot sinkt.

    In den nächsten 10 Jahren werden sich Mieter wünschen Zustände wie 2014 zu haben.

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