Immobilien
Warum Sie jetzt noch kaufen sollten

Beim Blick auf die Preise für Immobilien wird vielen Käufern mittlerweile schwindlig. Eine Studie zeigt jetzt, warum es keine Blase gibt und der Kauf fast überall noch lohnt. Wann der Kauf günstiger als die Miete ist.
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Das ist der absolute Wahnsinn! So - oder zumindest so ähnlich - dürften die meisten Immobilienkäufer denken, wenn sie zum ersten Mal auf diese Preisdaten schauen. In allen Top-Sieben-Metropolen Deutschlands sind die Preise für Bestandswohnungen in den Jahren 2010 bis 2014 im Schnitt um mehr als 25 Prozent gestiegen. In Hamburg ging es 39 Prozent rauf, in Berlin 41 Prozent und in München stolze 47 Prozent. Das ermittelte das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln in einer aktuellen Studie zum Immobilienmarkt.

Und der Immobilien-Wahnsinn ist noch lange nicht zu Ende! Das dürfte der zweite Gedanke der Immobilienkäufer sein, wenn sie in der spektakulären IW-Studie einige Seiten weiterblättern. Denn das Institut hat die Kosten für die Selbstnutzung einer Immobilie im Vergleich zur Miete für alle Kreise Deutschlands untersucht.

Das Ergebnis: Die Kosten für den Kauf einer Immobilie liegen bei optimistischer Rechnung deutschlandweit bei bis zu 51 Prozent unter den Mietkosten. Bei konservativer Rechnung beträgt der Unterschied 21 Prozent. „Eine weitere Steigerung der Preise wäre fundamental gerechtfertigt“, erklären die Studienautoren Michael Schier und Michael Voigtländer.

Diese Aussage gilt beinahe flächendeckend für das ganze Bundesgebiet. Nur in den Landkreisen Miesbach, Aichach-Friedberg, Rosenheim und Kempten im Allgäu lohnt die Miete mehr als der Kauf. Aber wie kommen die Wissenschaftler zu diesem Fazit, wo doch die Preise so gestiegen sind?

Um die Frage zu beantworten, lohnt ein Blick zurück. Denn im Jahr 2008 war es in fast allen Kreisen noch günstiger zur Miete zu leben, vor der Finanzkrise zahlte sich nur in fünf Prozent der Kreise der Kauf aus. „Der drastische Schwenk in Richtung Vorteilhaftigkeit des Eigentums seitdem ist maßgeblich durch die Zinsentwicklung bedingt“, erklären die Autoren. „Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld lassen sich nach dem Wohnnutzerkostenkonzept keine fundamental ungerechtfertigten Preisentwicklungen identifizieren.“

Vor der Finanzkrise verlangten Banken für Baugeld mit einer Zinsbindung von zehn Jahren nach einer Auswertung der FMH Finanzberatung im Schnitt noch 5,4 Prozent. Aktuell verlangen die Institute für den gleichen Kredit nur noch 1,4 Prozent. Außerdem sind nicht nur die Kaufpreise, sondern auch die Mieten leicht gestiegen. Im Vergleich mit der Ersparnis beim Kredit fällt das aber nicht ins Gewicht.

Kommentare zu " Immobilien: Warum Sie jetzt noch kaufen sollten"

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  • Das Beispiel München-Trudering, in dem die Grundstückspreise in 40 Jahren (also seit 1975) um das 17 bis 20-fache gestiegen sind, bleibt für geschätzte 90% aller deutschen Immobilienbesitzer natürlich ein Traum. Beinahe nirgendwo in der Republik stiegen die Preise so stark wie in und im Umfeld von München. Wem es allerdings in diesem Zeitraum gelungen ist, - etwa mit Anleihen, Aktien, Fonds - eine durchschnittliche Rendite von 7,5 bis 7,7% p. A. zu erzielen, kommt auf das gleiche Ergebnis. Herr Karsten Hoppe hat ja bereits zutreffend darauf hingewiesen, dass bei einem Investment in den DAX inkl. reinvestierte Dividenden bereits in "nur" 35 Jahren das 23-fache möglich gewesen wäre. Und das auch außerhalb der Immoblien-"Brennpunkte". Damit will ich nur einmal mehr sagen, dass für Investoren Immobilien keineswegs "alternativlos" sind. Ganz im Gegenteil. Sie bergen bekanntlich eine Reihe von Risiken, die denen anderer Anlagen nicht nachstehen.

  • Da Sie viele Beispiel anführen möchte ich Ihnen auch eins geben, obwohl ich das ungern mache. Ich wohne in München. Meine Eltern haben vor 40 Jahren in Trudering (keine schlechte Lage, aber auch alles ander als Top) ein Grundstück für 200 DM/ qm erworben. Neun von zehn Bekannten haben damals gesagt, seid ihr bescheuert zu absoluten Höchstpreisen einzusteigen. Heute zahlt man ca. 1700-2000 € pro qm. In Ihrer Rechnung ist aus meiner Sicht darüber hinaus falsch, dass Sie den kompletten Kaufpreis zum Eigenkapital dazurechnen. Sie müssen das Darlehen abziehen, da Sie ansonsten bei der Vergleichsrechnung (zur Miete) auch die zukünftigen Mietbelastungen saldieren müssten. Nichts desto muss jeder für sich selber entscheiden, was nach seiner Meinung das Beste ist. Es ist mir auch völlig egal was andere machen. Beschweren, dass es am Ende keine Zinsen auf das Geld mehr gibt und dadurch die Rente nicht ausreicht, sollte sich dann aber bitte auch keiner.

  • Irgendwie kann ich nicht glauben, was ich hier lese! Zwei Fragen stellen sich mit sofort, die sich leider aus dem Artikel nicht beantworten lassen: Welche Beträge wurden für die Immobilienerwerber für Instandhaltungskosten kalkuliert? Und welche Mietpreisentwicklungen wurden für die einzelenen Standorte zu Grunde gelegt. In vielen Gegenden in Deutschland haben wir abnehmende Bevölkerung. Selbst in Städten wie Münster oder Freiburg wird prognostiziert, dass ab ca. 2030 die Bevölkerung abnimmt. Meiner Ansicht nach werden Immobilien auf eine Sicht von 20 Jahren in vielen Gegenden mangels Nachfrage an Wert verlieren und aus dem selben Grund auch Mieten sinken (oder zumindest auf gleichem Niveau bleiben). Ohne eine kritische Hinterfragung dieser Punkte wirkt die Studie und auch dieser Artikel nur wie eine gut gemachte Lobbyarbeit der Immobilienwirtschaft

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