Immobilien
Wieder ein neuer IVG-Chef

Immobilienkonzern oder Taubenschlag? Bei der börsennotierten IVG wechselt die Chefs schneller als Bundesligisten Trainer. Was der neue Chef Dietmar Binkowska vorzuweisen hat.
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DüsseldorfÖfter mal ein Neuer. Das scheint die Devise des Immobilienkonzerns IVG zu sein. Denn mit Dietmar P. Binkowska bekommt die einstmals größte börsennotierte Immobilienfirma Deutschlands den vierten Chef binnen gut zwölf Monaten. Bienkowska war früher Vorstandsvorsitzende des Förderinstituts NRW.Bank und wechselt nun vom Aufsichtsratsvorsitz an die Vorstandsspitze des im Rahmen einer Insolvenz in Eigenregie sanierten Unternehmens.

Bienkowska löst den Ex- Dresdner-Bank-Vorstand Ralf Jung ab. Jung war im Juli 2014 als Berater zu dem Bonner Gewerbeimmobilienspezialisten gekommen. Damals führte faktisch Sanierer Hans-Joachim Ziems Regie. Der schied im September nach getaner Arbeit aus und Jung rückte an die IVG-Spitze. „Unterschiedliche Vorstellungen zwischen ihm und den Kern-Investoren über die strategische Ausrichtung “, nennt die IVG nun als Grund für Jungs Abgang.

Kern-Investoren sind in diesem Fall Hedgefonds und Private-Equity-Firmen. Diese Gesellschaften hatten Bankschulden der ins Trudeln geratenen IVG aufgekauft und diese im Zuge des Insolvenzverfahrens gegen Aktien getauscht. Als im November 2013 Insolvenz angemeldet wurde, führte noch Wolfgang Schäfers die IVG, die er vier Monate Später verließ.

Die offizielle Begründung für den aktuellen Chefwechsel nährt Spekulationen, diese typischerweise auf schnelles Geld spekulierenden Aktionäre würden den auf langfristigen Neuaufbau angelegten Kurs von Jung nicht mittragen. Im Umfeld der IVG ist auch anderes zu hören: Nicht die Strategie sondern die fehlende Chemie soll der Grund für das Zerwürfnis gewesen sein.

Fakt ist: Jung hat sowohl den Verkauf von „The Squaire“ am Frankfurter Flughafen als auch den der Sparte Institutional Funds abgeblasen. Die Mieteinnahmen aus dem 1,3 Milliarden Euro teuren Büro-, Hotel- und Einzelhandelskomplex erschinen ihm langfristig wertvoller als der Verkaufserlös – zumal Mitte Januar die Refinanzierung über 470 Millionen Euro stand. Die elf Milliarden Euro schweren Institutional Funds mit ihren offenen Immobilienspezialfonds sahen viele IVG-Kenner ganz oben auf der Verkaufsliste. Zumal es jüngst mehrere Besitzwechsel gab und die IVG Markt- führer im Spezialfonds-Segment ist.

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