Immobilien
Wo Mieten und Kaufpreise am schnellsten steigen

In einigen deutschen Großstädten verliert der Preisauftrieb der vergangenen Jahre an Schwung. Mieter hingegen müssen immer mehr Geld berappen. Die Mietpreise steigen in vielen Städten schneller als die Kaufpreise.
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FrankfurtImmer heiter weiter, so könnte das Fazit ausfallen, das einem beim ersten Blick auf die Preisentwicklungen von Wohnungen in Deutschlands Großstädten auffällt. Den Warnungen vor Übertreibungen am Markt von Immobilienökonomen und Bundesbank zum Trotz geht der Trend weiter nach oben.

Nirgends ist der Preisaufschwung im ersten Halbjahr 2017 rasanter gestiegen, als in Berlin. Um 13 Prozent haben sich die Angebotspreise in diesem Zeitraum verteuert, zeigt eine Analyse des Immobiliendienstleisters JLL. Ähnliche Wachstumsraten konnte nur Düsseldorf mit zehn Prozent aufweisen.

Dennoch zeigt etwa der preislich unangefochtene Spitzenreiter München (6.790 Euro je Quadratmeter), dass die Dynamik auch Dämpfer bekommen kann. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich Wohnungen dort in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zwar immer noch um 4,7 Prozent verteuert. 2016 lag die Zuwachsrate allerdings noch bei 8,2 Prozent.

In Stuttgart wiederum, das mit 4.000 Euro je Quadratmeter im Schnitt auf Rang vier der teuersten Städte landet, habe sich die Aufwärtsentwicklung „merklich abgekühlt“. Im Vergleich zum vorangegangenen 2. Halbjahr 2016 stellen die Immobilienanalysten sogar einen leicht rückläufigen Trend fest.

Von einer Trendwende möchten die Experten von JLL aber keineswegs sprechen: „Die auch auf mittlere Sicht wenig expansive Bautätigkeit gepaart mit hoher Kaufneigung beziehungsweise Nachfrage und das weiterhin günstige Finanzierungsumfeld werden die Preise weiter ansteigen lassen“, erklärt Sebastian Grimm, Teamleiter bei JLL in Frankfurt für Wohnungsmarktanalyse. „Wir gehen aber von niedrigeren Wachstumsraten als in den vergangenen Jahren und damit einer noch stärkeren Annäherung der Miet- und Kaufpreisentwicklung aus.“

Denn in vielen Städten steigen die Mieten mittlerweile stärker als die Kaufpreise. Selbst in Berlin, wo die Kaufpreise am schnellsten gestiegen sind, halten die Mieten mit. Sie stiegen im Gleichschritt um ebenfalls 13 Prozent. Und während in München die Kaufpreisdynamik nachlässt, ist dies bei den Mieten keineswegs der Fall. Sie verteuerten sich um elf Prozent.

„Selbst wenn die hohen Bevölkerungszuwächse der letzten beiden Jahre sich nicht wiederholen sollten, spricht bei anhaltendem Wirtschaftswachstum alles für eine Fortsetzung der internationalen Arbeitsmigration nach Deutschland und damit mittelfristig für eine weiter steigende Nachfrage auf den Mietmärkten der wirtschaftsstärksten deutschen Metropolen“, prognostiziert Roman Heidirch, Teamleiter bei JLL in Berlin für Wohnungsmarktanalyse, für die ohnehin schon engen Wohnungsmärkte.

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Mietpreisbremse schützt nicht vor steigenden Mieten

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