Immobilien
Wo sich der Kauf jetzt noch lohnt

Die Zinstiefpolitik der EZB treibt die Anleger in den deutschen Immobilienmarkt. Eine Studie unter 110 Städten zeigt, welche Renditen mit Immobilien drin sind und wo der Kauf trotz Preisbooms noch lohnt.
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Immobilieninvestoren hörten aufmerksam zu, als Mario Draghi am Donnerstag die Details der nahenden Geldflut erklärte. Der EZB-Präsident will 1,14 Billion Euro in das Finanzsystem der Euro-Zone pumpen, 60 Milliarden Euro pro Monat. Ab Montag geht es los.

An der Zinsschraube drehte Draghi nicht mehr: Mit 0,05 Prozent liegt der Schlüsselsatz bereits an der Nulllinie. Also geht es über den Umweg des Kaufs von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren. Ab Montag wird die Bundesbank dann zum Broker von Bundesanleihen werden. Jeden Monat könnten Bonds im Wert eines zweistelligen Milliarden-Euro-Betrages in den Büchern der Bundesbank landen.

„Das monatlich gehandelte Volumen von 400 bis 500 Milliarden Euro an deutschen Staatsanleihen dürfte der Bundesbank zu Beginn des Programms genügend Möglichkeiten eröffnen“, sagt Ulf Krauss, Ökonom der hessischen Landesbank. Doch was ist, wenn die Kurse der Papiere wegen der EZB-Aktion in die Höhe schießen und immer weniger Anleihen am Finanzmarkt verfügbar sind?

Dann sinken die Renditen von Bundesanleihen. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass sogar die zehnjährigen Bundesanleihen eine negative Rendite aufweisen“, sagt Robert Halver, Kapitalmarktstratege bei der Baader Bank. Im Gleichschritt fallen auch die Zinsen von Pfandbriefen, mit der sich die Baugeldbanken refinanzieren. Dann wird auch Baugeld noch einmal günstiger, was dem angeblich heiß gelaufenen Immobilienmarkt Rückenwind verleihen dürfte. „Ich rechne zwar nicht mit negativen Hypothekenzinssätzen, aber die Zinsen werden niedrig bleiben, eher noch sinken“, sagt Halver.

Schon jetzt verlangen die Banken laut FMH Finanzberatung im Schnitt 1,40 Prozent für ein Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung und einer Beleihung von 80 Prozent. Nicht nur wegen günstiger Kredite werden Immobilien für Investoren interessanter. Auch mangels sicherer Anlagealternativen schlagen Käufer bei Zinshäusern zu.

Die Folge: Wohnimmobilien in Deutschland haben sich im vergangenen Jahr so stark verteuert wie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr, erklärt der Verband Deutscher Pfandbriefbanken (VDP). Die Preise kletterten um fünf Prozent, seit fünf Jahren gehen sie kontinuierlich nach oben.

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  • IMMOBILIEN
    Wo sich der Kauf jetzt noch lohnt

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    In NORD-AFRIKA...etwa Marokko oder Tunesien !

    AFRIKA ist die Zukunft...

    doch die Welt will es nicht anerkennen...

    und sperrt seine eigene wirkliche Erfolge in der Schublade ein.

    USA und JAPAN...müssen sich mehr in AFRIKA als Industrielle Macht einbringen.

  • Was bisher Vermutung war, wird bei mir immer mehr zu Gewissheit: Immobilien in (größeren) Städte werden in Zukunft schwierig. Sonst würde es in letzter Zeit nicht so viele "offizielle" Kaufempfehlung geben. Da ich ich sicherheitshalber ein wenig aus den Städten raus...

  • @ Herr Franz Giegl Nein, weil Folgendes unter Suchbegriff "Michael Wolffsohn" auf www.wikipedia.org zu lesen ist: " Wolffsohn ist der Sohn einer 1939 nach Palästina geflüchteten jüdischen Kaufmannsfamilie und Enkel des Verlegers und Kinopioniers Karl Wolffsohn. Nach der Einschulung in Israel 1953 übersiedelte er 1954 mit seinen Eltern nach West-Berlin und begann 1966 sein Studium an der Freien Universität Berlin. Von 1967 bis 1970 diente er als Wehrpflichtiger in der israelischen Armee. Währenddessen absolvierte er 1968 zusätzlich das israelische Abitur. Danach kehrte er nach Berlin zurück."

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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