Immobilien
Zahl der Baugenehmigungen bricht ein

Die Nachfrage am deutschen Wohnungsmarkt ist ungebrochen groß. Die Preise steigen. Immobilienexperten fordern unentwegt einen stärkeren Wohnungsbau. Doch die Zahl bei den Baugenehmigungen sinkt statt zu steigen.
  • 26

FrankfurtIn Deutschland ist die Zahl der Baugenehmigungen im ersten Halbjahr eingebrochen. Insgesamt wurde der Bau von 169.500 Wohnungen genehmigt – 7,3 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Der Trend zeichnete sich bereits in den ersten drei Monaten des Jahres ab und setzt sich nun fort.

Immobilienexperten reagieren alarmiert. Seit 2008 ist die Zahl der Baugenehmigungen kontinuierlich gestiegen. Im Gesamtjahr 2016 waren es sogar 22 Prozent mehr als im Vorjahr – doch nach Ansicht der Experten sind 375.388 immer noch nicht genug.

Seit Jahren wird von der Branche wie von Forschungsinstituten mehr Wohnungsbau gefordert, um den Wohnungsmangel zu lindern. Ein größeres Angebot würde auch den Preisanstieg mäßigen. Allen voran in den besonders gefragten Groß- und Schwarmstädten, also jenen urbanen Zentren, in die immer mehr Menschen ziehen, sind die Immobilienpreise in den vergangen Jahren unablässig gestiegen. In Städten wie München oder Berlin haben sie sich seit 2007 mehr als verdoppelt. Zu den Städten mit hohen Preissteigerungen zählen neben den größten Metropolen aber auch Städte wie Leipzig, Heidelberg oder Regensburg.

Genehmigt ist noch lange nicht gebaut, mahnt zudem der Wohnungswirtschaftsverband Deutschlands GdW. „Die abflauende Dynamik bei den Wohnungsbaugenehmigungen setzt das bezahlbare Wohnen in Deutschland weiter aufs Spiel. Spätestens mit Beginn der nächsten Legislaturperiode muss das Motto der neuen Bundesregierung lauten: Volle Kraft voraus für den Wohnungsbau“, fordert GdW-Chef Axel Gadeschko.

Aufgrund der zugespitzten Lage forderte jüngst Jürgen Schick, der Präsident des IVD, dem Branchenverband der Immobilienmakler, einen Immobiliengipfel im Kanzleramt. „Wohnen muss Chefsache werden. Wir brauchen in Deutschland eine Eigentumsquote von 50 Prozent und 400.000 neue Wohnungen pro Jahr. Insbesondere mehr bezahlbare Eigentumswohnungen und mehr bezahlbaren Mietwohnungsbau.“

Aufgrund der hohen Preise ist die Erschwinglichkeit von Wohnungen in den Städten in den vergangenen Jahren gesunken. Als Hindernis für den Immobilienerwerb werden immer wieder die hohen Nebenkosten erwähnt, die durch Maklerprovision, Grunderwerbsteuer und Notar anfallen und häufig zusätzlich zehn bis 15 Prozent des Kaufpreises verschlingen. Bei einem Wohnungspreis von 300.000 Euro würden so grob gerechnet bis zu 45.000 Euro allein an Nebenkosten fällig.

Für den Branchenverband ZIA ist gerade die Grunderwerbsteuer ein Ärgernis. „Die Senkung der Grunderwerbsteuer ist bereits die beste Eigenheimförderung. Schließlich stellen die Kaufnebenkosten eine enorme Hürde für Eigennutzer und Kapitalanleger dar“, sagt Hans Volkert Volckens, Vorsitzender des ZIA-Ausschusses Steuern. Hohe Abgaben auf den Grundstückskauf verteuerten zudem Neubauimmobilien. Diese Kosten hätten nicht zuletzt Mieter zu tragen. In Nordrhein-Westfalen setzt die FDP daher auf einen Freibetrag von 500.000 Euro bei der Grunderwerbsteuer für ein Eigenheim.

Seite 1:

Zahl der Baugenehmigungen bricht ein

Seite 2:

Genehmigt ist noch nicht gebaut

Kommentare zu " Immobilien: Zahl der Baugenehmigungen bricht ein"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Viele von denen wissen leider noch nicht einmal was ein Kubikmeter ist!

    Und dann wundert es die BERLINER dass die Polizei keinen Nachwuchskräfte bekommen, weil die meitsen durch den Eignungstest fallen!

    http://www.insm-bildungsmonitor.de/


    TiPP: Test für Dummys machen!

  • Aber der soziale Wohlfahrtsstaat wird es diesen Herrn etwas einfacher machen.

    Geld zur Verfügung stellen und bauen.

    Und was glaubt die Poltik was die so zukünftig machen werden, wenn sie sich durch die Gegend treiben?

    Die Häuser bauen?

    Niemals!

  • Vielleicht sind das unsere zuküntigen Häuslebauer?

    Wer weiß das schon.

    http://www.ardmediathek.de/tv/hessenschau/Konflikt-zwischen-Jugendlichen-und-Poliz/hr-fernsehen/Video?bcastId=3301950&documentId=45270412

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%