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12.06.2007 
Börsengänge

Immobilienaktien prägen den Jahrgang 2007

von Robert Landgraf und Christian Schnell

Der Reiz der Reits treibt die Immobilien-Branche zunehmend an die Börse. Real Estate Investment Trusts liegen hoch im Kurs, nicht zuletzt wegen Steuerbegünstigungen. Anspruch und Realität liegen dabei aber nicht immer nah beieinander.

FRANKFURT. „Wir wollen ein Reit werden.“ Kaum ein börsengelistetes Unternehmen aus der Immobilien-Branche bekennt sich derzeit nicht zu dieser neuen Form der steuerbegünstigten Immobilienaktie. Gut ein Dutzend namhafter Gesellschaften der Branche planen bereits fest die Umwandlung in einen Real Estate Investment Trust – die meisten davon bereits in diesem Jahr. Schließlich sind Reits im Ausland bereits bestens etabliert. In Deutschland wurden allerdings gerade erst die gesetzlichen Voraussetzungen für Reits geschaffen.

Viele Unternehmen wollen die Ersten für ihre jeweiligen Teilbereiche der Immobilienbranche sein. Beispiel Boetzelen: Der Betreiber von Einzelhandels-Geschäften für große Namen wie Aldi oder Lidl setzt bei seinem für den Donnerstag geplanten Börsendebüt bewusst auf den „first mover advantage“ im Bereich Einzelhandel. „Die Tatsache, dass wir vermutlich der erste Reit aus dem Bereich Discount-, Super- und Fachmärkte sind, bringt bei Investoren sicher große Vorteile“, sagt Dusan Rajcic, Vorstandschef von Boetzelen. Der dabei eingeschlagene Weg, erst als Aktiengesellschaft an die Börse zu gehen und sich dann in einen Reit umzuwandeln, kommt in der Praxis am häufigsten vor. Ob Alstria, Estavis oder Polis, sie alle sind in diesem Jahr zuerst so vorgegangen und planen nun in nächster Zeit die Umwandlung.

Insgesamt steht das Börsenjahr 2007 ganz im Banne der Immobilienbranche. Bis Ende Mai dieses Jahres ging rund ein Drittel des gesamten Emissionsvolumens auf das Konto von Immobilienfirmen. Und die Entwicklung setzt sich fort. Die Privatbank M.M. Warburg schätzt, dass in den nächsten drei Jahren noch 30 Börsengänge aus dieser Branche anstehen.

Aus Sicht der Investoren geht es allerdings längst nicht immer so glatt, wie die Werbebroschüren weismachen wollen. Die bisherige Kursentwicklung der Papiere aus dem Bereich Real Estate hält mit den vollmundigen Ankündigungen oft nicht Schritt. Zumindest im vergangenen halben Jahr. Denn nach überdurchschnittlichen Kurssteigerungen in den anderthalb Jahren davor, kam es seither zu einer deutlichen Abkühlung. Die Unternehmen, die im laufenden Jahr an die Börse drängten, können ein Lied davon singen. Ob Alstria, Estavis oder Polis: Die Aktien aller drei Unternehmen, die im März und April auf das Parkett kamen, notieren unterhalb ihres Ausgabepreises. Auch die Papiere des Büroimmobilien-Spezialisten Alstria lagen zeitweise unter ihrem Ausgabepreis von 16 Euro.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: „In vielen Fällen sind die Vorbereitungen bereits getroffen, jedoch entsprechen die Bewertungen nicht den Vorstellungen der Börsenkandidaten“

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