Immobilienanlage
Britische Shoppingcenter locken mit guten Renditen

Britische Investoren in Einzelhandelsimmobilien kaufen gern und viel in Deutschland. In Deutschland seien die Renditen höher als in der Heimat, lautet die Erklärung ihrer Berater. Doch möglicherweise verpassen sie so Chancen im eigenen Land.

rrl MÜNCHEN. Top-Shoppingcenter in Großbritannien bleiben nach Darstellung von Henderson Global Investors eine hochrentierliche, stabile Anlage. Auf Portfolio-Ebene werden die Renditen für innerstädtische Einkaufszentren in bester Lage und sehr guter Ausstattung nach einer Prognose des Vermögensverwalters von etwa fünf Prozent im vergangenen Jahr auf 5,5 Prozent steigen und sich bis zum Jahr 2011 auf dieser Höhe bewegen.

Henderson verwaltet in Europa ein Immobilienvermögen von 13 Mrd. Euro. Der eigene Shoppingcenter-Fonds hat ein Volumen von einer Mrd. Pfund und soll nun um 500 Mill. Pfund erweitert werden. Er ist beispielsweise an dem Mammut-Center „Bullring“ in Birmingham zu einem Drittel beteiligt. Das Center verfügt über 107 000 Quadratmeter Fläche.

Mit Renditen jenseits von fünf Prozent können zurzeit selbst Gebäude in den attraktivsten Einkaufsstraßen nicht mithalten. Nach einer vom Einzelhandelsmakler Kemper’s in Zusammenarbeit mit dem Berater Cushman & Wakefield veröffentlichten Untersuchung werden in der Bond Street in London nur 3,5 Prozent Mietrendite erzielt. In Deutschland liegt Hamburgs Spitaler Straße mit 4,9 Prozent am oberen Ende.

Den Optimismus für ihre Renditeerwartungen bezieht Henderson-Analystin Alice Breheny unter anderem aus der Entwicklung der Konsumausgaben in Großbritannien, die mit einem jährlichen Plus von vier Prozent an der Spitze in Westeuropa liegen. Die aktuelle Kreditkrise werde sich nur auf Objekte in der zweiten Reihe auswirken. „Die eigentliche Stärke der britischen Shoppingcenter ist die Qualität ihrer Mieter“, sagte Breheny auf der Immobilienmesse Expo Real. Ankermieter sind in der Regel börsennotierte Einzelhändler guter Bonität. Selbst in den schlechtesten Jahren hätten die sehr guten Center keine Mietrückgänge erlebt, stellte die Analystin fest.

Deutsche Anleger sind traditionell kaum in Großbritannien anzutreffen. So startete die Meag, Tochter der Münchener Rück, kürzlich ihren Meag European Retail Fund, der die Hälfte seiner Gelder in City-Einkaufszentren stecken soll. Anlagen in Großbritannien schließt der Fonds aber aus. Kontinentaleuropäische Investoren scheuen womöglich das Währungsrisiko. Anders Käufer aus den USA und Australien, die nach Beobachtung von Henderson-Fondsmanager Myles White „sehr aggressiv“ auf den britischen Markt kommen.

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