Immobilienanlagen Wenn ABBA zum Waterloo führt

Die ABBA-Strategie auf dem Immobilienmarkt könnte enden, wie die Schlacht Napoleons – mit einer Niederlage. Denn im Vergleich zur klassischen Fokussierung auf „Lage, Lage, Lage“ birgt sie höhere Risiken, zeigt eine Studie.
In der Musikwelt stehen die vier Buchstaben für riesigen Erfolg. Für Immobilieninvestoren ist das nicht unbedingt so. Quelle: IMAGO
ABBA

In der Musikwelt stehen die vier Buchstaben für riesigen Erfolg. Für Immobilieninvestoren ist das nicht unbedingt so.

(Foto: IMAGO)

Düsseldorf„Waterloo - finally facing my Waterloo“, endet ein Riesenhit der Pop-Gruppe ABBA aus dem Jahr 1974. Die Schweden gewannen damit den Eurovision Song Contest. Ob Immobilieninvestoren mit der sogenannten ABBA-Strategie genauso viel Erfolg haben, ist fraglich. Eine Studie der hessisch-thüringischen Landesbank (Helaba) suggeriert, dass es ihnen gehen könnte wie Napoleon, der in Waterloo südlich von Brüssel seine letzte Schlacht verlor.

In der Pop-Welt steht ABBA für Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid, die Vornamen des Gesangs-Quartetts. In der Immobilienwelt stehen die Buchstaben für eine Strategie, die von der klassischen Fokussierung auf „Lage, Lage, Lage“ abweicht. ABBA-Fans kaufen in großen A-Städten wie München oder Hamburg auch in B-Lagen oder in B-Städten wie Wiesbaden oder Hannover in A-Lagen oder mixen eben beide Ansätze, um eine neue Hitformel auf der Suche nach Rendite zu finden.  

Hier werden Eigentumswohnungen immer teurer
Platz 10: Ingolstadt
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Die Preise für Eigentumswohnungen (Alt- und Neubau) haben im Jahr 2015 um insgesamt 14,5 Prozent zugelegt, berichtet der Marktbeobachter Empirica – so viel wie noch nie innerhalb eines einzigen Jahres seit der Jahrhundertwende.
Auf Platz 10 der Städte und Landkreise mit den teuersten Eigentumswohnungen findet sich Ingolstadt. Berücksichtigt man alle Baujahre zahlt ein potentieller Käufer in der Heimat des Autobauers Audi 3.396 Euro pro Quadratmeter Eigentumswohnung.

Platz 9: Freiburg
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Landflucht und Zuwanderung sorgen für vermehrte Nachfrage und treiben im Zusammenspiel mit „Renditenotstand und Billigzinsen auf der Angebotsseite“, so empirica, die Preise nach oben. Auf Platz neun der teuersten Städte liegt Freiburg. Wer hier eine Eigentumswohnung kaufen will, der zahlt im Schnitt 3.514 Euro pro Quadratmeter (Alt- oder Neubau).

Platz 8: Landkreis Ebersberg
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Die Analyse basiert auf der Auswertung von zwei Millionen Immobilieninseraten. Am achtteuersten wird der Wohnungskauf in Deutschland für Menschen, die es in den Landkreis Ebersberg östlich von München verschlägt. Wie überall in der Metropolregion treibt die Näher zur bayrische Landeshauptstadt auch hier die Preise nach oben. Pro Quadratmeter kostet die Eigentumswohnung hier durchschnittlich 3.534 Euro.

Platz 7: Fürstenfeldbruck
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Auch im oberbayrischen Landkreis Fürstenfeldbruck kommt Käufer von Eigentumswohnung die Nähe zu München gewissermaßen teuer zu stehen. Der Quadratmeter Eigentumswohnung kostet im Schnitt 3.663 Euro, Neubauten durchschnittlich 4.569 Euro.

Platz 6: Dachau
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Nordwestlich von München wird es in Dachau dann noch etwas teurer. Die Eigentumswohnung kostet noch einmal 35 Euro mehr pro Quadratmeter – 3.698 Euro nämlich. Neubauten schlagen durchschnittlich mit 4.362 Euro pro Quadratmeter zu Buche.

Platz 5: Landkreis Miesbach
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Alpines Gelände, der Tegernsee, eine gemeinsame Grenze mit – wer hätte es gedacht – dem Landkreis München: Im Süden Bayerns und des Regierungsbezirks Oberbayern liegt der Landkreis Miesbach. Und wer hier günstig eine Eigentumswohnung erstehen will, der findet in der Tat miese Bedingungen vor – und Preise von 3.789 Euro pro Quadratmeter. Betrachtet man nur Neubauten liegt der Preis bei 5.468 Euro.

Platz 4: Landkreis Nordfriesland
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Ein Ausreißer im Ranking, da nicht in Süddeutschland gelegen, ist der Landkreis Nordfriesland. Er ist sogar der nördlichste Landkreis Deutschlands mit Grenze zu Dänemark. Egal in welcher Sprache aber: 3.988 Euro pro Quadratmeter bleiben ein hoher Preis für eine Eigentumswohnung. Neubauten kosten 4.654 Euro durchschnittlich.

ABBA-Investoren nehmen höhere Risiken und kämpfen damit gegen niedrige Gewinnspannen. So richtig populär war ABBA in der Immobilienwelt geworden, als vor fünf Jahren die Preise für erstklassige Immobilien anzogen – eine Entwicklung, die bis heute fortdauert. Weil die Mieten nicht in gleichem Maße stiegen wie die Preise für die Immobilien sanken die zu erzielenden Mietrenditen. Auch daran hat sich nichts geändert. Denn da die Zahl von Spitzenobjekten knapp ist, ziehen deren Preise weiter an.

Die Versuchung in B-Städte zu investieren hat für Immobilienprofis seit der Finanzkrise zugenommen. Denn die  Mietrenditen dieser Kommunen sind nach Beobachtung der Helaba seit 2011 im Durchschnitt ein Prozentpunkt über denen der Metropolen und damit mehr als doppelt so hoch als im langjährigen Durchschnitt. Für Spitzen-Bürogebäude in Top-Lagen der Metropolen wurden zuletzt so hohe Preise bezahlt, dass die Mietrendite unter vier Prozent sank.

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