Immobilienanlagen: Wenn ABBA zum Waterloo führt

Immobilienanlagen
Wenn ABBA zum Waterloo führt

Die ABBA-Strategie auf dem Immobilienmarkt könnte enden, wie die Schlacht Napoleons – mit einer Niederlage. Denn im Vergleich zur klassischen Fokussierung auf „Lage, Lage, Lage“ birgt sie höhere Risiken, zeigt eine Studie.

Düsseldorf„Waterloo - finally facing my Waterloo“, endet ein Riesenhit der Pop-Gruppe ABBA aus dem Jahr 1974. Die Schweden gewannen damit den Eurovision Song Contest. Ob Immobilieninvestoren mit der sogenannten ABBA-Strategie genauso viel Erfolg haben, ist fraglich. Eine Studie der hessisch-thüringischen Landesbank (Helaba) suggeriert, dass es ihnen gehen könnte wie Napoleon, der in Waterloo südlich von Brüssel seine letzte Schlacht verlor.

In der Pop-Welt steht ABBA für Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid, die Vornamen des Gesangs-Quartetts. In der Immobilienwelt stehen die Buchstaben für eine Strategie, die von der klassischen Fokussierung auf „Lage, Lage, Lage“ abweicht. ABBA-Fans kaufen in großen A-Städten wie München oder Hamburg auch in B-Lagen oder in B-Städten wie Wiesbaden oder Hannover in A-Lagen oder mixen eben beide Ansätze, um eine neue Hitformel auf der Suche nach Rendite zu finden.  

ABBA-Investoren nehmen höhere Risiken und kämpfen damit gegen niedrige Gewinnspannen. So richtig populär war ABBA in der Immobilienwelt geworden, als vor fünf Jahren die Preise für erstklassige Immobilien anzogen – eine Entwicklung, die bis heute fortdauert. Weil die Mieten nicht in gleichem Maße stiegen wie die Preise für die Immobilien sanken die zu erzielenden Mietrenditen. Auch daran hat sich nichts geändert. Denn da die Zahl von Spitzenobjekten knapp ist, ziehen deren Preise weiter an.

Die Versuchung in B-Städte zu investieren hat für Immobilienprofis seit der Finanzkrise zugenommen. Denn die  Mietrenditen dieser Kommunen sind nach Beobachtung der Helaba seit 2011 im Durchschnitt ein Prozentpunkt über denen der Metropolen und damit mehr als doppelt so hoch als im langjährigen Durchschnitt. Für Spitzen-Bürogebäude in Top-Lagen der Metropolen wurden zuletzt so hohe Preise bezahlt, dass die Mietrendite unter vier Prozent sank.

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