Immobilienblase
Kaliforniens Bürger wohnen extrem teuer

Trotz ausgiebiger Recherche waren Margot und Evan Shave nicht auf die astronomisch hohen kalifornischen Eigenheimpreise vorbereitet. Als das Ehepaar im August nach San Francisco zog, wollten sie dort das Zehnfache dessen anlegen, was ihr kleines Haus in Texas wert gewesen war.

HB HOUSTON. Dennoch dauerte es Monate, bis sie fündig wurden: „Es war herzzerreißend zu sehen, wie wenige Angebote in unserer Preisklasse lagen und darüber nachzudenken, welch ein fürstliches Anwesen wir für einen ähnlichen Preis in Houston hätte bekommen können“, sagt Margot Shave.

Die Shaves hatten gleich doppelt Pech: Erstens sind Einfamilienhäuser in den USA im Moment so teuer wie noch nie und zweitens steigen in den Küstenregionen im Osten und Westen die Preise für Wohn- und Gewerbeimmobilien noch schneller als im Landesinneren. Am mittleren Atlantik und in Neuengland, vor allem aber an der gesamten Pazifikküste legten die Preise rapide zu, teilweise um 20 Prozent in nur einem Vierteljahr. „Die Nachfrage ist riesig, und anders als im Landesinneren ist der Platz in diesen Regionen begrenzt“, sagt Mike Fratantoni von der Mortgage Bankers Association, der Vereinigung der US-Hypothekenbanken.

An erster Stelle steht dabei San Francisco. Zu Beginn des Jahrzehnts stürzten hier die Preise auch für gewerbliche Immobilien vorübergehend ab, weil die ansässigen Dotcom-Unternehmen gleich zu Hunderten Pleite gingen. Inzwischen explodiert der Markt wieder: In nur einem Jahr sind die Verkaufspreise für die begehrtesten Objekte – mit Blick auf die Bucht und die Golden-Gate-Bridge – um 50 Prozent gestiegen.

„Es ist offensichtlich, dass die Häuserpreise ungewöhnlich hoch sind, und dass man von einer Blase auf dem US-Markt sprechen kann, selbst wenn man solche Faktoren einrechnet wie niedrige Hypothekenzinssätze“, sagt auch Janet Yellen, Präsidentin der regionalen Notenbank von San Francisco. Durchschnittsbürgern sei es deshalb in den vergangenen 15 Jahren niemals so schwer wie heute gefallen, ein Haus zu bezahlen, rechnet Chefökonom David Berson vom halbstaatlichen US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae vor.

Branchenexperten erwarten, dass zumindest bei den Wohnimmobilien eine Korrektur unmittelbar bevorsteht. In Boston, San Diego und Long Island bei New York liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Preise in den nächsten zwei Jahren fallen, bei mehr als 50 Prozent, ermittelt eine aktuelle Studie des Hypothekenversicherers PMI. Bis dahin müssen die Käufer in vielen Regionen für ein Haus durchschnittlich ein Fünftel mehr auf den Tisch blättern, als es eigentlich wert ist.

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