Immobilienboom: Euro-Krise treibt Häuserpreise in London

Immobilienboom
Euro-Krise treibt Häuserpreise in London

Der Run auf Immobilien in der britischen Hauptstadt hält weiter an. Auf ihrem Eroberungsfeldzug treiben ausländische Investoren die Preise auf Rekordniveau. Die britische Regierung könnte eine Trendwende einleiten.
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LondonDie Häuserpreise in der britischen Hauptstadt London sind weiter auf dem Vormarsch. Die Preise zogen im November bereits den dritten Monat in Folge an. Insbesondere die reichten Viertel der Hauptstadt ziehen nach Angaben von Rightmove weiterhin vermögende Käufer an. In der landesweiten Betrachtung sind die Hauspreise dagegen gesunken.

Die Preise in London sind im November um 1,2 Prozent auf durchschnittlich 483.709 Pfund (rund 602.00 Euro) gestiegen, wie der Betreiber der größten Webseite für Wohneigentum in Großbritannien am Montag mitteilte. In den neun teuersten Bezirken - in denen der Durchschnittspreis über 600.000 Pfund liegt - zogen die Preise sogar um 3,4 Prozent an. “Der hochwertige Immobilienmarkt im Zentrum Londons zieht weiterhin vermögende ausländische Käufer an”, sagte Miles Shipside, kaufmännischer Geschäftsführer von Rightmove. “Das gilt insbesondere bei den internationalen Hot-Spots für Immobilien in dem Stadtbezirk City of Westminister, wo eine Mayfair- oder Belgravia-Adresse eine Voraussetzung für die Reichten der Welt ist.

Hintergrund der steigenden Nachfrage nach Londoner Luxushäusern ist die Suche Vermögender nach sicheren Investments, wie das Immobilienberatungsunternehmen Knight Frank mitteilte. Der Wert von Luxusbauten liege 16 Prozent über dem vorherigen Hoch vom März 2008. 41 Prozent der Käufer von Londoner Häusern, deren Wert 1 Mio. Pfund übersteigt, kamen im September aus dem Ausland.

Der Häusermarkt außerhalb Londons ist dagegen schwach. Landesweit gingen die Hauspreise um 2,6 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück. Die Preise in England und Wales sind im November sogar so stark gesunken wie seit nahezu einem Jahr nicht mehr. Auf Jahressicht lagen die nationalen Hauspreise um zwei Prozent höher, während in London ein Plus von 8,8 Prozent verzeichnet wurde.

Im kommenden Jahr rechnet der Londoner Makler Hamptons International eher mit einer Stagnation der Preise für die Immobilien in den besten Lagen. Nach Erhöhung der Steuern auf Immobilientransaktionen könnte es zu Zurückhaltung bei Käufern kommen. Die Regierung werde zudem möglicherweise auch eine jährliche Abgabe auf Luxusimmobilien einführen.

“Wir erwarten, dass seine Reihe von potenziellen Käufern sich mit der Entscheidung zurückhält, bis mehr Klarheit über die Regeln besteht”, sagte Baley von Knight Frank. Die Wirtschaftslage in Großbritannien spricht allerdings nicht für eine rapide Trendwende am Häusermarkt: Die Anträge auf Arbeitslosenhilfe steigen und es gibt Anzeichen dafür, dass die Wirtschaft des Landes im laufenden Quartal geschrumpft sein könnte. Vor diesem Hintergrund bleibt das Verbrauchervertrauen gedämpft. Der Gouverneur der Bank of England bezeichnete den Ausblick in der vergangenen Woche auf “herausfordernd”.

 



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Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Die Nachfrage der Griechen ist gestiegen! Sie zahlen mit europäischen Steuergeldern, oder nicht?

  • Und wenn Sie mal ueber Ihren sehr begrenzten Tellerrand rausschauen oder den Artikel aufmerksam lesen, dann steht da dass die Arbeitslosigkeit steigt, dass die Inflation die Preise hochtreibt, die Binnennachfrage sinkt, dass die Loehne gesunken sind und die Mietpreise durch diese kuenstlich hochgetriebenen Kaufpreise deutlich gestiegen sind. Die Zeit die Otto Normalverbraucher nun braucht um genug angespart zu haben um sich den Traum vom Eigenheim wahrmachen zu koennen ist deutlich laenger und fuer die meisten voellig ausser Reichweite. Das heisst weiterhin in ueberteuerten Mietwohnungen zu bleiben und jeden Penny umzudrehen. Bei denen die sich ein Eigenheim (auf Kredit) geleistet haben, werden die Kosten fuer die Mortgage bald ueber den Kopf steigen (stagnierende oder fallende Loehne, Arbeitslosigkeit, Zinserhoehungen) und am Ende droht ihnen die Zwangsenteignung und ein Leben auf der Strasse oder in einer dieser runtergekommenen Buden die teuer vermietet werden.

    Homelessness in London is rising, there are now 43% more people living on the streets compared to 2011.

    Aber Hauptsache da ist nicht eine neue Immobilienkrise am Horizont.

  • Nun ja, solange der Immobilienmarkt von reichen Ausländern gepuscht wird, sehe ich kein wirkliches Problem. Zumindest wird dadurch in GB keine Immobilienblase bei den Banken entstehen, denn die Kapitalanleger haben das Geld.

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