Immobilienboom in Deutschland Auch in kleineren Städten steigen die Preise rasant

Die starke Nachfrage nach Wohnungen und Häusern lässt die Preise vielerorts immer weiter steigen. Nicht nur in Metropolen, auch in kleineren Städten bis 100.000 Einwohner verteuert sich Eigentum stark.
Update: 04.09.2017 - 13:52 Uhr 4 Kommentare
Im Zeitraum zwischen Juli 2016 und Juli 2017 sind die Preise für Häuser und Wohnungen in Deutschland um durchschnittlich 6,5 Prozent gestiegen. Quelle: dpa
Immobilienpreise

Im Zeitraum zwischen Juli 2016 und Juli 2017 sind die Preise für Häuser und Wohnungen in Deutschland um durchschnittlich 6,5 Prozent gestiegen.

(Foto: dpa)

BerlinDie Preise für Immobilien in Deutschland steigen trotz der oft rasanten Zuwächse der vergangenen Jahre vielerorts weiter. Eigentumswohnungen etwa haben sich im Zeitraum von Juli 2016 bis Juni 2017 im Schnitt um gut 6,5 Prozent verteuert, wie der Immobilienverband IVD am Montag in Berlin mitteilte. Bei der Untersuchung ein Jahr zuvor habe es bei Bestandswohnungen mit normaler Ausstattung ein Plus von 6 Prozent gegeben. Auch die Preise für Einfamilienhäuser und Neubauten wuchsen stärker als im Vorjahr.

„Der Trend zu höheren Kaufpreisen ist seit 2010 ungebrochen“, sagte IVD-Präsident Jürgen Schick. Grund sei weiter die Wohnraumknappheit. Daher müsse gerade in Metropolen dringend mehr Bauland ausgewiesen werden. Zuvor hatte die „Welt“ über die Studie berichtet, für die der Verband als Vertretung von Maklern, Beratern, Sachverständigen und Verwaltern Daten aus 370 Städten ausgewertet hat.

Indes schwächt sich demnach der starke Preisanstieg in Städten mit über einer halben Million Einwohnern zumindest ab. Dort misst der IVD zwar ein kräftiges Plus von 7,8 Prozent bei Wohnungen - im Vorjahr waren es aber 9,7 Prozent. „Es ist allmählich zu spüren, dass sich dort die Preise im Bestand nicht grenzenlos nach oben bewegen können“, heißt es in dem Bericht.

In diesen Städten gibt es bezahlbare Traum-Wohnungen
Umweltbewusste Sparfüchse auf viel Raum
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Die Präferenzen stellen die Urheber der Studie klar heraus: Beliebt sind Wohnungen mit drei oder vier Zimmern, alle Immobilien dieses Rankings sind zwischen 81 und 105 Quadratmeter groß. Ein Balkon ist deutschen Mietern ebenfalls wichtig, ein Garten hingegen nicht. Nur 25 Prozent legen Wert darauf, ein Haustier halten zu dürfen. Außerdem sind die Deutschen umweltbewusste Sparfüchse: Hohe Energieeffizienz und geringe Nebenkosten ist vielen Mietern (41 Prozent) wichtig. Die Studie vergleicht 14 deutsche Städte und offenbart große Unterschiede.

Quelle: Immowelt Aktiengesellschaft

Platz 13: München
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Dunkle Wolken ziehen in München auch für Mieter auf: Die bayerische Hauptstadt ist die teuerste in Deutschland. 1500 Euro müssen die Bewohner durchschnittlich hier für ihre Traumwohnung zahlen.

Platz 12: Frankfurt am Main
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Dahinter folgt die Finanzmetropole Frankfurt – allerdings mit einem beachtlichen Abstand. 1170 Euro zahlen Mieter hier im Durchschnitt – und damit über 300 Euro weniger als in der teuersten Stadt des Landes.

Platz 11: Stuttgart
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Auf Platz 11: Die Landeshauptstadt Baden-Württembergs. Eine Vier-Zimmer-Wohnung kostet im Schnitt 1080 Euro.

Platz 10: Hamburg
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Knapp dahinter und immer noch nicht mieterfreundlich: Hamburg. Für im Schnitt 1030 Euro gibt es hier die begehrten Wohneinheiten.

Platz 9: Düsseldorf
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Im oberen Preissegment liegt auch Düsseldorf. Die Wohnungssuche ist hier auch alles andere als angenehm. Durchschnittlich 900 Euro müssen Mieter für begehrte 105 Quadratmeter aufwenden.

Platz 9: Berlin
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Ähnlich sieht es in der Hauptstadt aus. In Berlin kostet eine Wohnung, die den Idealvorstellungen der Deutschen entspricht, ebenfalls im Schnitt 900 Euro.

Bei Neubauten verzeichnet der Verband aber Preissprünge von teils einem Fünftel – etwa in Berlin (21,3 Prozent) sowie in Frankfurt und Köln (je 18,7 Prozent). Deutschlandweit stiegen die Preise für Neubauten um 6 Prozent nach 5,6 Prozent in der vorherigen Auswertung.

Wegen der hohen Preise weichen viele Menschen auf das Umland aus – wo die Nachfrage aber auch das Angebot übersteigt. In kleineren Städten mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern verteuerten sich Bestandswohnungen um fast 6,6 Prozent, im Vorjahr waren es noch 5,5 Prozent.

Auch bei Einfamilienhäusern zeigt der Trend nach oben: Sie verteuerten im Schnitt um 5,4 Prozent (4,3 Prozent). Da sich viele Menschen freistehende Häuser nicht leisten können, weichen sie auf Reihenhäuser aus. Sie sind laut der Studie ein Fünftel billiger als Einfamilienhäuser, verteuerten sich zuletzt aber um fast 6 Prozent. Ferner bleiben Baugrundstücke gefragt. Deutschlandweit verteuerten sie sich um 6,1 Prozent nach knapp 5 Prozent im Vorjahr.

Die Preisanstiege auf dem Immobilienmarkt sind vor der Bundestagswahl Ende September zunehmend ein Thema. IVD-Präsident Schick forderte von der Politik Erleichterungen für Immobilienkäufer. So hätten viele Bundesländer die Grunderwerbssteuer kräftig angehoben – von 3,5 Prozent bundesweit im Jahr 2006 auf teils 6,5 Prozent. „Sie ist das größte Hindernis beim Erwerb von Wohneigentum“. Schick plädierte daher für eine Senkung der Steuer oder Freibeträge.

Spitzenvertreter von Bau- und Wohnungswirtschaft hatten sich hingegen vergangene Woche für mehr sozialen Wohnungsbau stark gemacht und vor einem Kollaps gewarnt, sollte sich der Bund aus dem Bereich mit seinen Finanzhilfen zurückziehen. Der Deutsche Mieterbund kritisierte zudem, man komme nicht beim Versuch voran, überflüssige Vorschriften zu streichen und damit die Baukosten zu senken.

  • dpa
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4 Kommentare zu "Immobilienboom in Deutschland: Auch in kleineren Städten steigen die Preise rasant"

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  • "... steigen die Preise rasant"
    Nur gut das wir (offiziell) keine Inflation haben.

  • Fakt ist aber auch dass in 2/3 von Deutschland die Preise nicht steigen oder Eigentum unverkäuflich ist.

    Wer mehr als die 20 fache Brutto Miete zahlt sollte sich das gut überlegen. Im übrigen ist abzusehen dass die Blase platzt sobald die Zinsen steigen.

    Wie ist eine Immoblase definiert: Wenn man nur kauft weil man erwartet dass die Preise steiegen werden. Bei mindestens 10% Kaufnebenkosten muss das schief gehen zumal in den Preisen schon die Preiserwartung der kommenden 2-3 Jahren enthalten ist.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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