Immobilienbranche besorgt
Martinsa Fadesa: Spaniens größte Firmenpleite

Der spanische Immobilienkonzern Martinsa Fadesa steht vor dem Aus. Die Pleite erschüttert den Markt und die Branche. Denn Analysten sehen darin einen Hinweis auf eine gewaltige Krise, die noch nicht einmal richtig begonnen hat.

MADRID. Am Ende war es der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Martinsa Fadesa, mit Vermögenswerten von knapp zehn Mrd. Euro Spaniens größtes Immobilienunternehmen, hat gestern Konkurs angemeldet, weil es 150 Mill. Euro nicht aufbringen konnte. Insgesamt ist das Unternehmen mit 5,2 Mrd. Euro verschuldet. Es ist die bisher größte Firmenpleite Spaniens. Und es ist das erste Mal seit Beginn der spanischen Immobilienkrise vor einem Jahr, dass ein börsennotiertes Unternehmen Konkurs erklärt.

Dass es den Branchenführer getroffen hat, erschüttert die Spanier. "Das bedeutet, dass uns das Schlimmste noch bevorsteht", schreibt die Zeitung "El País". Die Madrider Börse brach zeitweise um mehr als vier Prozent ein - Grund dafür waren die Aktien von Immobilien- und Baufirmen, die reihenweise absackten. Martinsa Fadesa selbst war nach Verlusten von 25 Prozent vom Handel ausgeschlossen worden. "Es ist so, als würde ein Kartenhaus in sich zusammenfallen", sagte ein Händler.

Insgesamt meldeten in diesem Jahr schon 65 zumeist kleinere und stark auf den Wohnimmobiliensektor spezialisierte spanische Bauentwickler und Immobilienunternehmen Konkurs an. Nach Meinung des spanischen Kreditversicherers Credito y Caucion dürften es noch mehr werden. Eine ganze Reihe von Immobilienunternehmen haben im ersten Quartal starke Verluste geschrieben. Der Umsatz der sieben führenden Unternehmen der Branche sank im ersten Quartal um 33 Prozent. Es könne den "ein oder anderen weiteren Fall" geben, warnte selbst der Präsident des Madrider Verbands der Bauentwickler Jose Manuel Galindo. Die Regierung müsse dem Sektor unter die Arme greifen.

Die Wurzel des Problems: Die Nachfrage nach neugebauten Wohnimmobilien ist total eingebrochen. Martinsa Fadesa hat keine liquiden Mittel und bekommt ihre Entwicklungskosten nicht wieder rein: "Unser Geschäft ist radikal stagniert", räumte der Aufsichtsrat des Konzerns ein. Im ersten Quartal war der Umsatz um 60 Prozent auf 130 Mill. Euro eingebrochen.

Seite 1:

Martinsa Fadesa: Spaniens größte Firmenpleite

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%