Immobilienbranche
Immofinanz und CA Immo vor Gericht

Die österreichische Immobilienfirmen Immofinanz und CA Immo tragen ihren Machtkampf bald auch vor Gericht aus. Immofinanz wirft dem Konkurrenten vor, er verstoße mit seinem Einstiegsangebot gegen ein Stillhalteabkommen.
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WienDer Machtkampf zwischen den österreichischen Immobilienfirmen Immofinanz und CA Immo beschäftigt auch die Gerichte. Immofinanz wirft dem Konkurrenten vor, er verstoße mit seinem Einstiegsangebot sowie den laufenden Aktienkäufen gegen ein Stillhalteabkommen, wie eine Immofinanz-Sprecherin am Montag sagte. Mit einer Klage vor dem Handelsgericht Wien wolle Immofinanz nun bewirken, dass CA Immo die Stimmrechte auf der Immofinanz-Hauptversammlung am Freitag nicht ausüben darf und die Aktien wieder verkaufen muss. CA Immo wies die Vorwürfe als „völlig haltlos“ zurück. Das Gericht erklärte, es werde versuchen, bis Freitag zu einer Entscheidung zu kommen.

Immofinanz und CA Immo hatten vor rund einem Jahr über eine Fusion verhandelt - jedoch ohne Ergebnis. Im Rahmen der Gespräche hatten beide Unternehmen in der ersten Jahreshälfte 2014 eine Vereinbarung zum Austausch vertraulicher Daten unterzeichnet. Diese sieht unter anderem vor, dass für einen Zeitraum von zwölf Monaten keine der beiden Firmen Aktien des Konkurrenten kaufen darf. Gegen dieses Stillhalteabkommen verstoße CA Immo, argumentiert Immofinanz. CA Immo ist jedoch der Ansicht, das Abkommen sei nie in Kraft getreten.

Die Idee einer Fusion von Immofinanz und CA Immo ist bis heute nicht vom Tisch - auch wenn beide das kurzfristig ausgeschlossen hatten. Zunächst versuchen die Firmen, sich eine Minderheitsbeteiligung am Konkurrenten zu sichern: CA Immo und sein russischer Großaktionär Boris Mints wollen mit Hilfe eines öffentlichen Angebots weitere 13,5 Prozent an Immofinanz kaufen. Gut vier Prozent besitzen die beiden Partner bereits. Die Offerte läuft noch bis Mittwoch - das Ergebnis dürfte am Donnerstag oder Freitag feststehen.

Immofinanz hatte im Gegenzug eine Offerte für bis zu 29 Prozent an CA Immo angekündigt. Dafür muss sich das Unternehmen aber auf der außerordentlichen Hauptversammlung am Freitag noch grünes Licht der Aktionäre holen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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