Immobilienbranche Wann platzt die Blase?

Immobilieninvestitionen werden immer riskanter. Im Gewerbebereich sehen einige Experten bereits eine Überhitzung. Doch wann die Party zu Ende geht, kann niemand genau sagen. Privatanleger sollten auf der Hut sein.
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Bildet sich in der deutschen Immobilienbranche eine Blase oder nicht? Darüber streiten die Experten. Quelle: Reuters

Bildet sich in der deutschen Immobilienbranche eine Blase oder nicht? Darüber streiten die Experten.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDie Immobilienmesse Expo Real dürfte in diesem Jahr eine große Party werden. Denn ungeachtet der Ukraine-Krise und der anhaltenden Schuldenprobleme in Südeuropa erweist sich der deutsche Immobilienmarkt als ausgesprochen krisenfest. Investoren aus dem In- und Ausland stürzen sich auf Büros, Laden- und Logistikflächen, Hotels und Wohnungen. Allein im gewerblichen Immobilienbereich dürfte das Transaktionsvolumen bis Jahresende auf 40 Milliarden Euro steigen, wie Maklerhäuser frohlocken. Das wäre so viel wie seit 2007 nicht mehr - kurz vor Ausbruch der Finanzkrise. Eigentlich perfekte Aussichten für das Branchentreffen, das von Montag bis Mittwoch in München stattfindet.

Doch manchen ist die Stimmung schon wieder zu gut, sie warnen vor Übermut und befürchten den großen Crash. „Der deutsche Immobilienmarkt ist in allen Bereichen ziemlich heiß gelaufen“, sagt Oliver Beyer, Partner bei der Kanzlei Simmons & Simmons, der Firmen und Fonds bei komplexen Transaktionen berät. „Es ist extrem viel Geld im Markt, Investoren kaufen sehr teuer ein und die Banken finanzieren inzwischen zu teilweise aggressiven Konditionen.“ Dabei ist noch das geringste Risiko, dass für alle Seiten die Renditen schrumpfen.

Im Mittelpunkt steht auf der Expo Real traditionell der gewerbliche Immobiliensektor. Hier macht Beyer – anders als bei Wohnimmobilien – noch keine Überhitzung aus. Nach seiner Einschätzung dürften die Preise etwa für Büros und Einzelhandelsobjekte in Bestlagen das Ende der Fahnenstange erreicht haben. „Hier sieht man die ersten Seitwärtsbewegungen – raus aus den teuren Zentren der Metropolen.“ Eine Meinung, die die Dekabank als großer Immobilieninvestor teilt. „Am deutschen Gewerbeimmobilienmarkt, speziell bei Büros, scheinen die Preise vor allem bei Spitzenobjekten in der Tat ziemlich ausgereizt“, berichtet Deka-Immobilienexperte Torsten Knapmeyer. Noch sieht er das insgesamt hohe Preisniveau als gerechtfertigt an. „Deutschland erfüllt seine Rolle als 'sicherer Hafen' in Europa.“ Interessant wird auf der Messe sein, welche Ausweichstrategien die Investoren entwickeln und bis zu welchem Punkt die Banken mitgehen.

Die Heuschrecken sind schon weg
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