Immobiliencrash in Großbritannien: Britische Immobilienkrise spitzt sich zu

Immobiliencrash in Großbritannien
Britische Immobilienkrise spitzt sich zu

Die Preise auf dem britischen Immobilienmarkt sinken so schnell wie nie zuvor. Mit einer deutlichen wirtschaftlichen Abkühlung gekoppelt sorgt diese Entwicklung für Panikstimmung auf der Insel. Eine Erholung kommt zwar wohl, lässt aber auf sich warten.

DÜSSELDORF. Die seit Monaten andauernde Krise am Immobilienmarkt in Großbritannien spitzt sich weiter zu. Die Preise sinken so schnell wie nie zuvor, das belegen aktuellen Zahlen der Hypothekenbank Halifax, die bei Fachleuten als Indikator für die Situation des britischen Immobilienmarktes gelten. Die Werte gehen noch schneller in den Keller als 1992, dem Jahr der bislang größten Immobilien-Krise. Bislang wurde der Vergleich mit diesem letzten Immobilien-Absturz von Experten nur zögerlich erwähnt, ganz so als ob dieses Schreckgespenst allein dadurch wieder hervorgerufen werden könnte, wenn man seinen Namen nennt.

Aber jetzt ist es offiziell: Die Preise sinken schneller als damals. 1992 war demnach nur halb so schlimm - im wahrsten Sinne des Wortes. Denn in den letzten drei Monaten diesen Jahres sind die Preise um 6,1 Prozent zurückgegangen. 1992 sanken die Preise im dritten Quartal "nur" um 3,8 Prozent.

Wie es dazu kam? In den 80er Jahren waren die Immobilienpreise in Großbritannien rasant angestiegen. Anfang des Jahrzehntes kostete das Durchschnittshaus ungefähr 23 000 Pfund: 1989 waren es gut 60 000 Pfund. Trotz der steilen Kurve nach oben erwarben immer mehr Briten Eigentumsobjekte. Im ersten Quartal 1989 stiegen die Preise auf ein Jahr umgerechnet um 32,2 Prozent. Der Markt war gewaltig überhitzt.

Zu der fälligen Korrektur, die 1990 schon einsetzte, kam die von der Pfundkrise ausgelöste Schock-Zinserhöhung des 16. September 1992. Der Sprung von fünf auf 12 Prozent bedeutete, dass die Hypotheken über Nacht für viele unbezahlbar wurden. Hinzu kam das Problem steigender Arbeitslosigkeit und die Tatsache, dass das Durchschnittshaus Anfang 1993 nur noch 50 000 Pfund Wert war. Somit lag der Verkaufswert des Hauses oft viel niedriger als die Schulden, die auf der Immobilie lasteten.

"An Englishman´s home is his castle" und deshalb waren die Engländer über die immer häufiger vorkommenden Zwangsversteigerungen "not amused": Sie machten die Regierung für ihre Situation verantwortlich. Die Bevölkerung war unzufrieden. Erst mit der Wahl von Tony Blair 1997 änderte sich die Stimmung wieder zum Positiven.

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