Immobilienderivate
Neue Absicherung für Häuser

Die Immobilienkrise in den USA sowie die stark fallenden Preise in einigen europäischen Ländern haben viele Investoren schmerzhaft getroffen. Gleichzeitig haben die Marktturbulenzen das Bewusstsein für die Risiken von Immobilien, die in dem vorausgegangenen Boom in den Hintergrund gerückt waren, wieder geweckt. Das spielt den Anbietern von Immobilienderivaten in die Hände.

FRANKFURT. Diese verstehen ihre Produkte nämlich auch als Instrument zur Risiko-Absicherung. "In einem Markt, an dem die Risiken deutlich geworden sind, ist es wesentlich einfacher, die Botschaft rüberzubringen, dass eine Absicherungsstrategie notwendig ist", sagt Tobias Just, Immobilienexperte bei der Deutschen Bank.

Immobilienderivate sind junge Anlageinstrumente, die erst seit wenigen Jahren angeboten werden. Banken verkaufen vor allem drei Derivatevarianten an: Immobilienswaps, Immobilienanleihen und Immobilienindexoptionen (siehe "Derivate-Typen"). Grundlage aller Produkte sind Immobilienindizes, die überwiegend von der Firma International Property Databank (IPD) berechnet werden.

Bisher haben sich die Produkte allerdings noch nicht am Markt durchgesetzt. In Großbritannien, dem Ursprungsland und wichtigsten Markt für Immobilienderivate waren Ende Juni Papiere im Volumen von 17,2 Mrd. Pfund (21,5 Mrd. Euro) platziert - verglichen mit den Billionenmärkten für Aktien-, Währungs- oder Rohstoffderivate eine verschwindend geringe Summe. In Deutschland beträgt das abgeschlossene Derivatevolumen umgerechnet nur rund 580 Mill. Euro.

Nach Meinung von Experten wird sich das in den kommenden Jahren deutlich ändern. Im Jahr 2010 werde der britische Markt ein Volumen von 100 Mrd. Pfund erreichen, der deutsche Markt werde dann einen Wert von 25 Mrd. Euro haben, prognostizierte die Deutsche Bank bereits vor mehr als einem Jahr in einer Studie.

Für ein deutliches Wachstum sprechen nach Meinung von Just mehrere Gründe: "Institutionelle Investoren können mit Immobilienderivaten das allgemeine Marktrisiko in ihren Portfolien ausschalten, aber auch gezielt Länderstrategien fahren, indem sie das Engagement an einem Markt verringern und gleichzeitig an einem anderem aufstocken." Vor allem aber könnten Investoren mit den Papieren flexibel auf aktuelle Entwicklungen am Immobilienmarkt reagieren, was angesichts der sonst üblichen langwierigen Verfahren beim Kauf und Verkauf von Objekten ein bedeutender Fortschritt sei.

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