Immobilienfinanzierer
Aareal sieht in der Krise Chancen

Der Immobilienfinanzierer Aareal Bank hat 2007 trotz Belastungen durch die Finanzkrise im Schlussquartal mit einem Rekordgewinn abgeschlossen. Auch für 2008 peilt der Immobilienfinanzierer ein hohes Ergebnisniveau an – obwohl das Jahr „schwierig“ zu werden droht.

FRANKFURT. Im laufenden Jahr will Bankchef Wolf Schumacher das operative Ergebnis "wieder erreichen oder bei einem entsprechenden Marktumfeld sogar verbessern". Die Bank sei auf Kurs, auch wenn das laufende Jahr sicherlich ein schwieriges werde. Trotz Rekordergebnis soll die Dividende mit 50 Cent je Aktie stagnieren. Schumacher will so die Kapitalausstattung stärken, um neues Geschäft zu deutlich höheren Margen zeichnen zu können. Die Aktie der Aareal war gestern der größte Gewinner im Nebenwerteindex MDax und legte zeitweise sechs Prozent auf knapp 24 Euro zu.

2007 kletterte das Betriebsergebnis der Aareal um 138 Prozent auf 380 Mill. Euro. Hierin enthalten waren Sondererträge von 221 Mill. Euro, insbesondere durch den Verkauf des Anteils am Immobilienportal Immoscout 24. Auf bereinigter Basis ergab sich ein Gewinnanstieg vor Steuern um 20 Prozent. Hierzu trug vor allem eine deutlich geringere Risikovorsorge sowie eine Verbesserung des Zinsüberschusses bei. Die Kosten konnte die Aareal mit 361 (Vorjahr 356) Mill. Euro praktisch stabil halten.

Im Schlussquartal hinterließen die Turbulenzen an den Finanzmärkten allerdings ihre Spuren. Dabei sind die Wiesbadener weder in Subprime-Anlagen investiert noch bei außerbilanziellen Vehikeln engagiert. Wertminderungen von 16 Mill. Euro auf forderungsbesicherte Wertpapiere sowie Schuldtitel anderer Banken drückten das Handelsergebnis kräftig ins Minus. In der Folge brach der Quartalsgewinn mit 18 Mill. Euro um fast die Hälfte ein.

Analysten hatten im Mittel jedoch sogar noch mit drei Mill. Euro weniger gerechnet und lobten das Zahlenwerk. "Die Qualität der Zahlen im vierten Quartal war aus unserer Sicht stark", sagte Thomas Stögner von Sal. Oppenheim, der die Aktie zum Kauf empfiehlt. Die Aareal-Aktie sei in den vergangenen Monaten zu unrecht abgestraft worden, urteilte Dresdner Kleinwort und setzte ein Kurzsziel von 36 Euro. Wie praktisch alle Finanztitel hat die Aareal-Aktie im Zuge der Kreditkrise kräftig an Wert verloren. Seit Mitte Juli gab das Papier rund 40 Prozent ab.

Beim Neugeschäft konnte die Aareal 2007 ein Plus von 18 Prozent auf 11,7 Mrd. Euro verbuchen. Aareal-Chef Schumacher kündigte an, angesichts hoher Margen im Markt auch im laufenden Jahr die gewichteten Risikoaktiva "deutlich" ausweiten zu wollen. Ein konkretes Neugeschäftsziel nannte er jedoch nicht. Die Risikovorsorge solle dennoch - bezogen auf das gesamte Kreditbuch - auf dem bislang niedrigen Niveau von rund 30 Basispunkten bleiben.

Hans G. Nagl
Hans G. Nagl
Handelsblatt / Senior Financial Correspondent
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