Immobilienfinanzierung
Günstige Kredite für grüne Projekte

Kunden können für nachhaltige Immobilien gute Konditionen aushandeln. Bei der Sanierung von Gebäuden drohen allerdings Probleme.
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BerlinGrün zu sein, ist bei privaten Häuslebauern derzeit in. Für viele ist der Kaufpreis nicht mehr das einzige Entscheidungskriterium. Die "zweite Miete" - Energie- und Wartungskosten - sowie Gesundheitsaspekte spielen ebenfalls eine große Rolle. Fertighausbauer errichten bereits sogenannte Plusenergiehäuser, die mehr Energie produzieren, als sie verbrauchen. Konventionelle Universalbanken grübeln deshalb, ob sie Ökokredite mit günstigeren Konditionen anbieten sollen. Auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Banken haben schon einige Angebote, die über staatliche Förderkredite hinausgehen.

Die Ethikbank etwa finanziert energieeffiziente Neubauten oder Altbauten, die ökologisch saniert werden. Sie bietet Baukredite und Kleinkredite bis 40000 Euro für Modernisierungen - mit solch geringen Leihwünschen werden Kunden bei anderen Banken oft weggeschickt. Im April-Heft von Finanztest stand die Ethikbank aufgrund ihrer Topzinsen an der Spitze der Baufinanzierer.

Die Nürnberger Umweltbank vergibt als Ergänzung zur maximalen staatlichen KfW-Förderung eigene Förderdarlehen für ökologische Neubauten und Sanierungen. Dabei gilt: "Je ökologischer das Projekt, desto günstiger der Zinssatz", sagt Oliver Brandt von der Umweltbank. Umgekehrt erfolgt ein geringer Zinsaufschlag, wenn ein Haus einen niedrigeren Energiestandard hat als das KfW-Effizienzhaus.

Die Bochumer GLS Bank nimmt den Wettbewerb mit konventionellen Banken auf: Sehr hohes Engagement für Nachhaltigkeit unterstützt sie mit einem Zins von bis zu 0,5 Prozentpunkten unter dem marktüblichen Zinssatz. "So schaffen wir einen Ausgleich zu den insbesondere bei Sanierungen höheren Kosten nachhaltiger Bauweise", erläutert Andreas Striebeck, Teamleiter Baufinanzierung bei GLS.

Die Bank fördert nicht nur Energieeinsparungen, schadstofffreie, recycelte Baustoffe oder die Verwendung nachwachsender Rohstoffe. Sonderkonditionen gibt es auch für Wohnprojekte für sozial Benachteiligte, gemeinschaftlich genutzte Flächen oder Wohnformen für mehrere Generationen sowie das Zusammenleben von Nichtbehinderten mit Behinderten.

Die staatliche Förderung konzentriert sich auf energetische Sanierungen und energieeffiziente Neubauten. Bei jeder Bank sind zinsverbilligte KfW-Darlehen plus Tilgungszuschuss erhältlich. Alternative ist ein Sanierungszuschuss für Wohnimmobilien von bis zu 17,5 Prozent der förderfähigen Kosten. Die jeweiligen Bedingungen sind nach dem Energiebedarf gestaffelt.

Die Bundesregierung will bis 2050 durch eine jährliche Sanierungsquote von zwei Prozent hierzulande einen fast klimaneutralen Gebäudebestand erreichen. "Das ist für die Energiewende notwendig und bei ausreichender Förderung nicht ganz unrealistisch", sagt Markus Schönborn, Abteilungsleiter bei der KfW Bank.

Das Ordnungsrecht sei aber widersprüchlich, die Energieeinsparverordnung (EneV) greife nicht auf den Gebäudebestand durch. Zudem kürzte die Regierung die Fördermittel ab 2009 um mehr als die Hälfte auf 936 Millionen Euro. Die KfW musste die Förderhöhe reduzieren und hat nach der EnEV-Verschärfung die Förderhürden erhöht - prompt stagniert bei Sanierungen die Nachfrage. "Die Sanierung aber ist die Nagelprobe, um die ambitionierten Klimaschutzziele für den Gebäudesektor zu erreichen. Die Mittelausstattung ist daher entscheidend", sagt Schönborn.

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Susanne Bergius
Susanne Bergius
/ selbstständige Journalistin

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