Immobilienfinanzierung
Kaufen, bevor Preise und Zinsen davonlaufen

Mietanstieg in Mittelstädten größer als in Metropolen

Das Maklerhaus Engel & Völkers (E&V) wählte einen anderen Betrachtungszeitraum und ein anderes Segment. Die Hamburger untersuchten die Entwicklung der durchschnittlichen Mieten und Preise in 57 Großstädten für Wohn- und Geschäftshäuser von 2015 auf 2016. Dort liegt Offenbach ganz vorn mit einem Mietplus von 14,3 Prozent auf 10,21 Euro Monatsmiete pro Quadratmeter. Unter die zehn Städte mit den größten Mietsprüngen im vergangenen Jahr kommt Berlin als einzige der sieben Metropolen auf Platz vier. E&V berichtet von einem Plus von 9,1 Prozent auf 10,10 Euro, womit Berlin hinter Friedrichshafen am Bodensee und Kempten im Allgäu liegt. Anders ausgedrückt: Vermieter von Mehrfamilienhäusern haben es in den meisten Metropolen zurzeit schwerer Mietsteigerungen durchzusetzen als in vielen Mittelstädten.

Auch die Preise wachsen vor allem in den guten bis sehr guten Lagen der Metropolen nicht mehr in den Himmel. „In den teuren Lagen in den A-Städten sind die Preisobergrenzen erreicht“, stellt Maike Brammer, Leiterin der Analyseabteilung von E&V, fest. Auch bei den Preisen für Einfamilienhäuser sind Regionalzentren ganz vorn dabei. In die Reihe der zehn überdurchschnittlich teuren Einfamilienhausstandorte schob sich Empirica Augsburg und der Preisabstand von Heidelberg auf Stuttgart nahm zu. In der Hauptstadt Baden-Württembergs waren die Preise zuletzt sogar leicht rückläufig und in München stagnierten die Eigenheimpreise, schreibt Empirica.

Vom für Kapitalanaleger wichtigen Vermietungsmarkt berichten Makler schon eine Weile, dass die Luft bei Mieten oberhalb von zehn Euro für sie dünner wird. So ist auch nachzuvollziehen, dass in München 2016 die Steigerungsrate bei 4,4 Prozent lag. Dort wurden in Mehrfamilienhäusern im Schnitt 16,07 Euro Miete gezahlt.

Nichtsdestotrotz sind die Immobilienmarktanalysten der Deutschen Bank überzeugt: „München bleibt die dynamischste deutsche Stadt, und sowohl der hohe Einwohnerzuwachs
als auch die rekordverdächtig niedrige Leerstandsquote dürften noch über Jahre für weitere Preiserhöhungen sorgen. Die Leerstandsquote wird von anderen Analysten auf höchstens ein Prozent geschätzt. Das heißt, dass eine Reserve für Mieterwechsel und die damit üblicherweise verbundenen Renovierungsarbeiten fehlt.

Für Berlin erwarten die Experten der Bank weitere Miet- und Preissteigerungen, weil die Beschäftigtenzahlen dort weiter zunehmen. Schließlich kommt das vehemente Interesse großer börsennotierter Wohnungsgesellschaften an Wohnungen in Berlin nicht von ungefähr. Frankfurt ist für die Bankanalysten zurzeit kein Ort mit großer Preisdynamik. Sie empfehlen dort mögliche Brexit-Effekte zu beobachten. Sollte der Austritt der Britten aus der Europäischen Union zu größeren Arbeitsplatzverlagerungen von London nach Frankfurt führen, würde dies die Preise für Einfamilienhäuser erhöhen, meinen sie. Dagegen falle in Hamburg „die nachlassende Mietdynamik und recht rege Bauaktivität auf“. Das spricht dafür, dass an der Elbe die und Preise weniger stark steigen als in den anderen untersuchten Metropolen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und München.

Beim Vergleich der Preissteigerungsraten konnte 2016 keine dieser Städte mit den Raten der zehn preisdynamischsten Mittelstädte mithalten. Die Liste für Wohn- und Geschäftshäuser mit den höchsten Preissteigerungsraten führt bei E&V Kempten mit rund 44 Prozent Plus auf 2,120 Euro pro Quadratmeter an und selbst in Braunschweig auf Platz zehn sind die Quadratmeterpreise in Wohn- und Geschäftshäusern noch um gut 20 Prozent gestiegen auf 1.472 Euro pro Quadratmeter.

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