Immobilienfonds
Institutionelle Investoren reden künftig mit

Die Immobilienkrise ändert das Verhältnis zwischen institutionellen Immobilienanlegern und den Fonds, in die diese Gruppe investiert. Anleger nehmen größeren Einfluss auf die Investmentstrategie von Spezialfonds und ziehen damit eine wichtige Lehre aus der Finanzkrise.
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DÜSSELDORF. "Die Investoren greifen künftig stärker in den Geschäftsablauf der Fondsmanager ein", kündigte Bernhard Berg, Vorsitzender der Geschäftsführung der Generali Deutschland Immobilien, kürzlich auf einem Symposium des Real Estate Management Instituts (Remi) in Oestrich-Winkel an. Die Versicherungstochter verwaltet fünf Mrd. Euro in Immobilienanlagen.

Ein Ausdruck von Misstrauen und eine Lehre aus der Krise

Den Wunsch nach mehr Kontrolle bekommen die Fondsanbieter bereits zu spüren: "Die großen Institutionellen prüfen heute vor der Vertragsunterschrift sehr viel intensiver als früher", bestätigt Jochen Schenk, Vorstand der Real IS, die rund 1,5 Mrd. Euro in Großanleger-Fonds verwaltet. Henning Klöppelt, Chef des Spezialfondsanbieters Warburg-Henderson, wertet dies als Ausdruck "eines gewissen Misstrauens". Die deutsche Tochter des britischen Vermögensverwalters managt Immobilien im Wert von etwa drei Mrd. Euro.

Der Wunsch nach mehr Einfluss kollidiert auf jeden Fall mit den Vorstellungen angelsächsischer Fondsmanager. Deren Vertragswerke sähen Eingriffe im Tagesgeschäft nicht vor, sagt Claus P. Thomas, Europa-Geschäftsführer von Lasalle Investment Management. Lasalle zählt zu den Anbietern großvolumiger Immobilieninvestmentvehikel, wobei die Spanne des eingeworbenen Eigenkapitals von 200 Mio. bis drei Mrd. Dollar reicht.

Hinter der Forderung nach mehr Einfluss steckt nicht allein Unzufriedenheit der Versicherer mit dem Management in der jüngsten Krise. Es sei auch eine Reaktion auf gestiegene Mindestanforderungen für das Risikomanagement der Versicherer seitens der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, sagt Schenk.

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