Immobilienfonds
Morgan Stanley schockiert Fonds-Anleger

Die Fondstochter der US Bank Morgan Stanley muss die Positionen eines offenen Immobilienfonds um zehn Prozent abwerten. Der Grund: Morgan Stanley hat in den Boomjahren am Immobilienmarkt zu teuer eingekauft. Aussteigen können Anleger aus dem Fonds allerdings nach wie vor nicht.

DÜSSELDORF. Die Gebäude des offenen Immobilienfonds Morgan Stanley P2 Value werden um 231 Mio. Euro abgewertet. Das entspricht 10,4 Prozent des Immobillienvermögens von zuletzt rund 2,2 Mrd. Euro. Gleichzeitig können Anleger ab morgen wieder Anteile des Fonds kaufen. Der Tausch Anteile gegen Geld bleibt dagegen - wie bei mehreren anderen Fonds - weiter ausgesetzt.

Im Oktober 2008 hatten dreizehn offene Immobilienfonds nach horrenden Mittelabflüssen die Anteilsrücknahme ausgesetzt. Zeitweise waren rund 34 Mrd. Euro, 40 Prozent der Anlegergelder in offenen Immobilienfonds, blockiert.

Trotz der drastischen Wertverluste der P2-Objekte erwarten Geschäftsführer anderer Fondsgesellschaften keine Abwertungswelle auf ihre Fonds zukommen. Analysten teilen diese Einschätzung: "Von der hohen Abwertung geht keine Signalwirkung für das Gros der offenen Immobilien-Fonds aus", sagt Helmut Knepel, Geschäftsführer der auf Immobilien- und Fondsanalysen spezialisierten fier Rating & Research. Eine Einschätzung, die Sonja Knorr, die für den Feri-Wettbewerber Scoop Fonds beobachtet, bestätigt.

Den Hauptgrund für die hohen Abwertungen deutet Morgan Stanley selbst an. Die Immobilien für den im Jahr 2005 aufgelegten Fonds seien überwiegend in den Jahren 2006 und 2007 gekauft worden. Dies waren weltweit Immobilien-Boomjahre. Es wurden Spitzenpreise bezahlt. Seitdem seien die Preise um 30 bis 40 Prozent gefallen, stellte Colin Dyer, Vorstandschef von Jones Lang Lasalle, kürzlich fest.

Der P2-Value unterscheide sich von anderen Immobilienfonds durch ein deutlich höheres Rendite-Risikoprofil, stellt Barbara Knoblauch, Immobilienvorstand im Fonoverband BVI, fest. Zudem habe er überwiegend große Objekte mit kurzlaufenden Mietverträgen gekauft. So nennt Walter Klug, Geschäftsführer der Fondsanbieter Morgan Stanley Real Estate Investment, auch die hohe Zahl binnen der nächsten zwei Jahre auslaufender Mietverträge als einen Grund für die Abwertung. Darüber hinaus ist der Fonds stark in Märkten investiert, bei denen die Zyklen der Auf- und Abwärtsbewegungen kürzer laufen als in Westeuropa. So entfallen 66 Mio. Euro der Abwertungen auf Japan und 31 Mio. auf die USA. In Deutschland sind rund 50 Mio. Euro an Wert aus einem anderen Grund verloren gegangen. Analystin Knorr warnt vor Fehlinterpretationen und erläutert, dass diese Abwertung fast komplett auf das "Trianon" entfällt. Das Bürogebäude in Frankfurt sei im Jahr 2007 teuer eingekauft worden.

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