Immobiliengeschäfte der US-Präsidentschaftskandidaten
Keine Krise bei Obama und McCain

So wie Millionen US-Bürger haben auch die Präsidentschaftskandidaten während des Immobilienbooms in Häuser investiert. Doch während viele ihrer Landsleute damit auf die Nase fielen, legten John McCain und Barack Obama eine weiche Landung hin. Denn sie hatten zum richtigen Zeitpunkt und in guten Lagen Häuser und Wohnungen gekauft.

NEW YORK. Die Familie McCain besitzt mindestens sieben Immobilien. In den vergangenen vier Jahren hat John McCains wohlhabende Ehefrau, Cindy, etwa elf Millionen Dollar in Eigentumswohnungen investiert, drei davon in Phoenix im Bundesstaat Arizona und zwei in der Nähe von San Diego in Kalifornien.

McCains demokratischer Gegenkandidat Obama und seine Frau Michelle machten 2005 ein gutes Geschäft, indem sie ihre Eigentumswohnung in Chicago für 415 000 Dollar verkauften - 137 500 Dollar mehr, als sie 1993 dafür bezahlt hatten. Zugleich kauften sie für 1,65 Millionen Dollar ein Haus in Chicago. Da der Immobilienboom zu diesem Zeitpunkt in etwa seinen Höhepunkt erreicht hatte, hat das Ehepaar mit diesem Kauf keinen Gewinn gemacht. Doch immerhin ist der Wert des Hauses stabil geblieben oder allenfalls leicht gefallen.

Der Kauf des Hauses macht Obama aber aus einem anderen Grund zu schaffen. Während der Vorwahlen wurde Obama immer wieder vorgeworfen, der Chicagoer Bauträger Antoin "Tony" Rezko habe dafür gesorgt, dass der Senator das Haus unter Wert bekommen habe. Ursprünglich war das Anwesen für 1,95 Millionen Dollar angeboten worden. Das war der Betrag, den die Eigentümer im Jahr 2000 dafür bezahlt hatten, als die Preise insgesamt noch niedriger waren.

Der von Obama gezahlte Preis lag aber 15 Prozent darunter. Am selben Tag, an dem Obama das Haus erwarb, kaufte Rezko für 625 000 Dollar ein angrenzendes Grundstück von denselben Eigentümern. Er zahlte exakt die geforderte Summe, die rund 50 Prozent über dem Preis lag, den die Besitzer im Jahr 2000 dafür hingelegt hatten. Manche Beobachter mutmaßen, möglicherweise habe Rezko für das Grundstück eine so hohe Summe gezahlt, um die Besitzer dazu zu bewegen, im Gegenzug Obama das Haus günstiger abzutreten. 

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