Immobiliengesellschaft
TLG-Wohnungen locken bunten Interessentenkreis

Der Verkauf der ostdeutschen Immobiliengesellschaft TLG lockt unterschiedlichste Investoren an. Die meisten stürzen sich auf die rund 12.000 TLG-Wohnungen. Die Treuhand-Altlast soll bis Jahresende verkauft sein.
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FrankfurtFür die vom Bund zum Verkauf gestellte ostdeutsche Immobiliengesellschaft TLG gibt es nach Angaben aus Verhandlungskreisen einen bunt gemischten Interessentenkreis. Die meisten stürzen sich allerdings auf die rund 12.000 Wohnungen der TLG und nicht auf die Gewerbeimmobilien, wie mehrere mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag sagten. Mit dem Wohnungspaket - das auf über eine halbe Milliarde Euro taxiert wird - liebäugeln demnach nicht nur strategische Investoren wie Patrizia und Deutsche Wohnen, sondern auch Finanzinvestoren. Um letzteren einen Riegel vorzuschieben, basteln zudem Parteimitglieder der Linken über eine eigens gegründete Genossenschaft an einer Offerte, wie die Initiatorin und Bundestagsabgeordnete Heidrun Bluhm erklärte. Derzeit werde mit einem Bankenkonsortium über Kreditlinien verhandelt.

Vom Bundesfinanzministerium war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten, die TLG sagt zum Thema grundsätzlich nichts. Am Montag war die Frist für unverbindliche Interessensbekundungen abgelaufen. Die Investmentbank Barclays Capital, die den Verkauf exklusiv betreut, will nun in den nächsten Wochen die TLG-Unterlagen an ausgewählte Bieter schicken. Danach werden bis zum Sommer erste konkrete Offerten fällig. Einen detaillierten Einblick in die Geschäftszahlen 2011 wird die TLG aller Voraussicht nach Anfang Mai auf ihrer Jahrespressekonferenz in Berlin geben.

Branchenkenner gehen davon aus, dass sich der Interessentenkreis schnell einengt. Der Wohnungsbestand ist zwar gut vermietet, die Leerstandsquote ist mit drei Prozent im Branchenvergleich recht niedrig. Doch qualitativ reiche das Portfolio nicht an die unlängst für rund 1,4 Milliarden Euro verkauften LBBW-Wohnungen im Südwesten heran, berichten Branchenkenner. Zudem sei der Bestand über die neuen Bundesländer breit gestreut, was eine effiziente Bewirtschaftung für strategische Investoren schwierig mache. Nicht zuletzt dringt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble auf eine Sozialcharta, die Mieterschutzrechte nach einem Verkauf auf Jahre festschreibt. Das könnte für manche Finanzinvestoren abschreckend sein.

Im ersten Privatisierungsanlauf für die TLG 2008 hatten auf der Zielgeraden vor allem Lone Star und Oaktree in die Bücher geschaut. Am Ende wurde der Verkauf von der Finanzkrise durchkreuzt. Dieses Mal soll es klappen: Schäuble will die TLG, eine Treuhand-Altlast, bis Jahresende vom Tisch haben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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