Immobilienhändler
Vivacon kauft Immobilienverwalter Curanis

Die Kölner Vivacon, ein im SDax notierter Immobilienhändler, hat 80 Prozent der Anteile am Immobilienverwalter Curanis übernommen. Der SDax Konzern sicherte sich eine Option auf den Erwerb der restlichen 20 Prozent. Über die Kaufsumme machte Vivacon keine Angaben.

DÜSSELDORF. Thomas Rothäusler, Immobilienaktienanalyst bei der Privatbank Sal. Oppenheim, schätzt, dass der Preis am unteren Ende einer Spanne zwischen zehn und zwanzig Mill. Euro liegt.

Das Münsteraner Familienunternehmen Curanis betreut zurzeit rund 53 000 Wohnungen mit einem Marktwert von vier Mrd. Euro, davon 6 000 Einheiten des aktuell 7 200 Objekte umfassenden Vivacon -Bestands. Es ist damit hinter der Kieler Krüger Immobilien (62 000 Einheiten) der zweitgrößte Verwalter von Wohnimmobilien für Dritte. In dem stark zersplitterten Markt erreicht Curanis einen Marktanteil von 0,35 Prozent. Der Marktanteil der größten zehn Verwaltungsdienstleister erreicht nicht einmal zwei Prozent.

Seit geraumer Zeit ist in der deutschen Immobilienwirtschaft der Trend zu beobachten, dass Funktionsbereiche ausgelagert werden. So überlassen es immer mehr Investoren spezialisierten Dienstleistern, ihr aus vielen Gebäuden bestehendes Vermögen zu verwalten. Andere Experten übernehmen das Management der einzelnen Gebäude, wozu etwa die Betreuung der Mieter gehört.

Vivacon handelt wie zuvor die börsennotierte österreichische Conwert und die australische Babcock & Braun (B&B) gegen diesen Trend, indem das Management einen Verwaltungsspezialisten zukauft. B&B, mit einem Partner an 45 000 Wohnungen in Deutschland beteiligt, stieg im Jahr 2006 mit 50 Prozent in die Berliner Barg Holding ein und bekam damit die Kontrolle über Marktführer Krüger. Conwert, deren deutsches Wohnimmobilienportfolio etwa eine Mrd. Euro schwer ist, kaufte im vergangen Herbst den Verwalter Alt & Kelber, der etwa 24 000 Wohnungen betreut.

Doch während B&B und Conwert ihren Bestand langfristig halten, kauft Vivacon Wohnungsportfolios, schnürt sie zu neuen Paketen, um sie anschließend an institutionelle Investoren zu veräußern. "Die Immobilienverwaltung ist der einzige Teil der Wertschöpfungskette, den wir bisher nicht abdecken konnten", sagt Vivacon -Vorstandschef Michael Jung. Er will über die Verwaltung der verkauften Objekte mit den Käufern weiter im Geschäft bleiben - wohl wissend, dass Verwaltungsmandate nicht so schnell gewechselt werden. In vier bis fünf Jahren soll Curanis rund 100 000 Wohnungen betreuen.

Analyst Rothäusler begrüßt den strategischen Schritt, gibt aber zu bedenken: "Die Immobilienverwaltung ein margenarmes Geschäft." Was Martin Rey, B&B-Deutschland-Chef, bestätigt: "Man braucht eine erhebliche kritische Masse, um profitabel zu arbeiten." Allerdings sichert sich Vivacon einen erfahrenen Anbieter in einem Markt, in dem Personal knapp geworden ist.

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