Immobilieninvestmentmärkte
Kreditkrise lässt Immobilienpreise sinken

Europas Immobilieninvestmentmärkte befinden sich im Umbruch. Nach Jahren des Booms mit rasant steigenden Kaufpreisen und sinkenden Renditen hat sich das Blatt gewendet: Investoren sind wieder preissensibler und erwarten eine höhere Verzinsung ihrer Kapitalanlage.

wik DÜSSELDORF. Die Transaktionen sind im Vergleich zum Vorjahresquartal um 30 Prozent zurückgegangen, meldet das internationale Immobilienberatungsunternehmen Cushman & Wakefield. Dies ist nicht zuletzt eine Folge der Kreditkrise, die Immobilienfinanzierungen deutlich verteuert hat: Banken verlangen einen höheren Anteil an Eigenkapital und lassen sich das gestiegene Risiko mit höheren Zinsen bezahlen.

„Der Anstieg der Risikoprämien lässt auch die Spitzenrenditen steigen, ein Effekt, der das gesamte Jahr 2008 prägen wird“, sagte Karsten Junius, Leiter des Analystenteams der Dekabank, anlässlich der Vorstellung des aktuellen Immobilienmonitors aus der Feder des Sparkassen-Spitzeninstituts.

Top-Renditen sind nach Deka-Angaben in Stockholm (5,9 Prozent), Helsinki (4,8 Prozent) und Lyon (4,7 Prozent) zu erwarten. Unter den Verlierern sind Madrid, Berlin, Lissabon, Rom und Barcelona. „Dabei werden sich die Renditen je nach Lage und Objektqualität stark ausdifferenzieren“, prognostiziert der Analyst. Dies auch deshalb, weil dank nach wie vor positiver Konjunkturaussichten in einigen Märkten weiterhin mit Mietsteigerungen gerechnet werden kann – auch und vor allem in Deutschland, das im europäischen Marktzyklus noch hinterherhinke.

Anders die Situation etwa in Madrid und besonders in London: Hier sind die Immobilienwerte erheblich unter Druck geraten, allein im September wurde ein Wertverlust von 1,6 Prozent gemeldet, „der höchste Rückgang innerhalb eines Monats seit Mai 1990“, wie Immobilienberater Atisreal meldet. Deka-Immobilienvorstand Matthias Danne sieht für die fünf Publikumsfonds im Sparkassen-Finanzverbund indes keine Gefahr: „Wir erwarten nicht, dass in unseren Fonds Objekte abgewertet werden müssen.“ Im Gegenteil: Die „Fundamentalbedingungen“ auf den europäischen und insbesondere auf den deutschen Immobilienmärkten seien „hervorragend“, meint Danne und erwartet, dass sich die Fondsperformance in der Folge eher verbessern werde.

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