Immobilienkauf
Gut beraten ins eigene Heim

Immobilienbesitz übt einen großen Reiz auf Frauen und Männer aus. Beim Kauf ticken Frauen aber anders als Männer. Während sie wesentlich emotionaler an das Thema herangeht, profiliert er sich eher als klarer Kalkulierer. Welche finanziellen Überlegungen Frauen anstellen sollten und an welchen Stellschrauben sie drehen können.

KÖLN. Frauen entscheiden sich letztlich nicht häufiger als Männer für den Kauf einer selbst genutzten Immobilie. Doch spontan übt der Besitz einer eigenen Wohnung oder eines Häuschens auf sie eine ganz besondere Anziehungskraft aus. Denn sie verbinden damit einen hohen Grad an Sicherheit und gehen wesentlich emotionaler an das Thema heran. Männer dagegen profilieren sich eher als die klaren Kalkulierer, die unausgelasteten Hobbybastler, manchmal auch als begeisterte Nestbauer, wie ein auf Immobilienfinanzierung spezialisierter Kollege dies kürzlich ausdrückte.

Doch viel mehr Frauen nutzen so etwas wie eine Kaufentscheidungs-Vor-Beratung, bei der es um das unbefangene Besprechen und Abwägen der miteinander konkurrierenden Motive und Facetten geht.

Frau Renate A. möchte sich unbedingt die Wohnung kaufen, in der sie bereits als Mieterin zehn Jahre lebt. Sie erhielt ein Angebot zu einem Preis von 240 000 Euro von der Besitzerin. Frau A. ist heute 41 Jahre alt und möchte mit 60 Jahren in Rente gehen. Sie kann ein Eigenkapital von 60 000 Euro einsetzen und zahlt derzeit eine Miete von etwa 1 000 Euro warm. Ihr Einkommen ermöglicht ihr wenig zusätzlichen Spielraum. Sie will vor allem wissen, welche Abstriche sie bei ihrer Lebens- und Arbeitsplanung machen müsste, wenn sie das Projekt auch wirklich durchzieht.

Dass es etwas knapp wird, sieht sie selbst. Wir machen eine erste Rechnung auf: Unter Berücksichtigung der Kaufnebenkosten muss Renate A. etwa 192 000 Euro finanzieren. Die Zinsen betragen etwa fünf Prozent, die optimale Tilgungsrate liegt bei der von ihr angepeilten Laufzeit von 19 Jahren bei drei Prozent. Denn nur wenn sie den Kredit auch spürbar abträgt, also tilgt, kann sie es schaffen, im Alter von 60 Jahren schuldenfrei zu sein. Das Ergebnis lautet: Die Annuität, die regelmäßige Rate aus Tilgung und Zinsen, ist mit 1 300 Euro im Monat höher als die jetzige Miete.

Zusätzlich zu diesem Posten, der regelmäßig an die Bank geht, kommen die Nebenkosten für die Wohnung und das Hausgeld hinzu, eine Umlage, die alle Parteien im Haus für Anschaffungen und Renovierungen außerhalb der eigenen vier Wände, zum Beispiel für das Dach oder den Fassadenanstrich, gemeinsam tragen und beiseite legen müssen. Und eine Instandhaltungsrücklage für ihren eigenen Teil muss sie schließlich auch noch bedenken. Das erste Fazit lautet: Unter diesen Bedingungen kann sie sich die Wohnung definitiv nicht leisten. Bei seriöser Kalkulation fehlen Renate A. etwa 900 Euro im Monat.

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